Umwelt- und Verbraucherschutzminister zu Gast bei Erftalrind in Bürgstadt
Die Ehrenauszeichnung „Region.Tradition.Innovation“ hat das Unternehmen Erftalrind (Bürgstadt) vor drei Wochen offiziell in München überreicht bekommen, nun wollte Bayerns Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber mit eigenen Augen sehen, wie Nutztierhalter Florian Neuberger mit seiner Familie wirtschaftet. Dabei ließ er sich durch den Betrieb führen und bekam viele Informationen über das Familienunternehmen, bei dem in Kürze mit einem neuen Fütterungsroboter auch Hightech einziehen wird. Glauber betonte: "Bayern ist geprägt von einer bäuerlichen und handwerklichen Struktur. Regionale Nutztierhaltung, lokale Produktion und direkte Vermarktung überzeugen durch kurze Transportwege, Tierwohl und Wertschöpfung in der Region. Mit ihrer Arbeit im Einklang mit Umwelt und Natur stärken regionale Produzenten und Direktvermarkter Bayerns regionale Vielfalt. Dieses Netz von kleinen und mittleren Betrieben, die beste Lebensmittel produzieren, wollen wir anerkennen und noch sichtbarer machen. Regionale Betriebe und Familienunternehmen sind das Rückgrat einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion auf höchstem Niveau. Sie verbinden in den Betrieben Tradition und Innovation und bewahren dadurch die Stärke Bayerns."
Dass das Unternehmen die Auszeichnung „Region. Tradition. Innovation“ bekam, war nur folgerichtig, denn der Betrieb erfüllte alle dafür notwendigen Kriterien: Wertschöpfung vor Ort, Tierwohl und Regionalität. Seit 2021 zeichnet das Umwelt- und Verbraucherschutzministerium Betriebe und Projekte im Bereich Schlachtung, Fleischverarbeitung und Vermarktung sowie Milchgewinnung und Vermarktung aus. Grundlage für die Auszeichnung ist die Regionalität wie der Einsatz regional aufgezogener und gehaltener Tiere sowie regional gewonnener Rohstoffe – etwa Fleisch und Milch – und das Angebot regionaler Produkte aus eigener Herstellung.
Umweltminister Glauber, der in Bürgstadt vom stellvertretenden Landrat Günther Oettinger, Bürgstadts Bürgermeister Klaus Helmstetter, dem Landtagsabgeordneten Thomas Zöller sowie Vertreterinnen und Vertreter der Regierung von Unterfranken, dem Veterinäramt und dem Landratsamt empfangen wurde, brach bei seiner Begrüßung eine Lanze für familiär geführte Unternehmen wie die Neubergers, die vor Ort rund um die Uhr für ihre Tiere da seien – obwohl die Viehzucht heutzutage ein herausfordernder Wirtschaftszweig sei. Für Glauber ist das Verbraucherbewusstsein und der ehrliche Umgang mit dem Thema Schlachten wichtig. „Lebensmittel müssen etwas wert sein“, so Glauber. Mit dem Preis für regional erzeugtes Fleisch bezahle man nachhaltiges Wirtschaften.
Der Hof, erklärte Florian Neuberger seinem Gast, bewirtschafte überwiegend Grünlandflächen, die von den Mutterkuh-Herden als Weide genutzt werden. Auf weiteren Flächen wird zur Winterfütterung Heu geerntet, die wenigen Ackerflächen werden mit Mais zur Fütterung der Tiere bebaut. Die Rinder weiden den Sommer über – höchstens aber bis Mitte Dezember – auf Flächen im Erf- und Maintal. Den Winter verbringen sie in großzügigen, lichtdurchfluteten Ställen. Diese bieten auf einer Länge von etwa 110 Metern Platz für rund 600 Tiere. Anschließend gaben Florian Neuberger und sein Vater Martin bei einem Rundgang Einblicke in ihre Arbeit und beantworteten auch zahlreiche Fragen.
Besonders interessant war der Blick auf einen Fütterungsroboter, der zurzeit eingebaut wird und der in 14 Tagen einsatzbereit sein soll. Dieses mit zahlreichen Sensoren gespickte Gerät nimmt dem Landwirt viel Arbeit ab, indem es das eingegebene Futter mischt, anschließend selbstständig durch den Stall fährt und das Futter perfekt nach Vorgabe des Landwirts dosiert. So plant Neuberger, den Kühen mehrmals am Tag kleinere Portionen zu geben. Er verspricht sich dadurch eine bessere Tiergesundheit und mehr Ruhe im Stall, damit weniger Gedränge bei der Fütterung zu verzeichnen ist. Eingestellt wird der Roboter über eine App auf dem Smartphone.
Wenn ihre Zeit gekommen sei, würden die Tiere Neuberger zufolge stressfrei in einem EU-zugelassenen, betriebseigenen Schlachthaus unweit des Stalls geschlachtet. Die Metzgerei betreibe sein Onkel Bruno Neuberger. So könnten sich alle Kundinnen und Kunden auf Fleisch aus moderner, tiergerechter Haltung verlassen. Anschließend würden die Produkte verpackt und im Selbstbedienungsladen auf dem Hof verkauft. Die dazu gehörenden Räume schaute sich der Umwelt- und Verbraucherschutzminister am Ende seines Besuchs an.