Studie zu Folgen des Klimawandels für Streuobstwiesen gibt Empfehlungen
Die Hochschule Weihenstephan‑Triesdorf hat in Kooperation mit der Technischen Universität München untersucht, welche regionalen Auswirkungen der Klimawandel auf den Streuobstanbau hat und welche Möglichkeiten es gibt, die Folgen abzumildern. Das ist auch für Besitzerinnen und Besitzer von Streuobstbeständen im Landkreis Miltenberg interessant. Zahlreiche größere Anlagen wie etwa in Obernburg und in Klingenberg-Trennfurt zeigen, dass die Streuobstwiesen die heimische Kulturlandschaft prägen.
Die Folgen des Klimawandels sind bayernweit stark unterschiedlich ausgeprägt, sodass die Forscherinnen und Forscher exemplarisch für fünf Regionen Anpassungsstrategien in Form von Steckbriefen entwickelt haben. Allen gemeinsam ist aber die Tatsache, dass Hitzewellen, Trockenheit, Spätfrostschäden und massive Hagelereignisse einige der Folgen des Klimawandels sind.
Darüber hinaus wurde im Forschungsprojekt „Streuobstwiesen im Klimawandel“ auch auf die mögliche Zunahme von Baumkrankheiten und den Schädlingsbefall eingegangen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Streuobst-Besitzerinnen und -Besitzer dem Klimawandel nicht hilflos ausgeliefert sind. Sie können durch Standortwahl, Anlage von Hecken, vielfältigen Obstsorten und Baumarten sowie einer fachgerechten Pflege vieles abmildern. Eine einfache Maßnahme ist beispielsweise der Stammanstrich. Darüber hinaus können neue Pflanzverfahren und Wurzelunterlagen, auf denen das Obst veredelt wird, die Überlebensbedingungen von Obstbäumen deutlich verbessern. Hierzu forschen derzeit die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau sowie der Pomologen-Verein.
Als traditionelles, extensives Agrarökosystem fördern Streuobstwiesen die Biodiversität, erbringen wichtige Ökosystemleistungen (etwa Obstproduktion, Mikroklima- und Wasserregulierung) und prägen Erholung, Landschaftsbild sowie Kulturerbe. Allerdings stehen sie durch Überalterung der Bestände, fehlende Bewirtschaftung und mangelnder Nutzbarkeit unter Druck. Klimaveränderungen erhöhen diesen Druck und stellen die Bewirtschaftenden vor regional unterschiedliche Herausforderungen. Der Einfluss des Klimawandels wirkt sich auch im Kreis Miltenberg spürbar aus.
Für eine konkrete fachliche Beratung steht Interessenten unter anderem die Streuobstberatung für den Landkreis Miltenberg zur Verfügung. Alle Beratungsangebote sind im Internet unter www.streuobstpakt.bayern.de/ansprechpartner/index.html zu finden.
Die Forschungsergebnisse mit regionalen Steckbriefen können unter https://streuwiklim.squarespace.com/ eingesehen werden.