Schulamt Miltenberg: Harald Frankenberger geht, Peter Sander kommt

Vier Personen vor herbstlichen Laub
Abschied und Neubeginn im Staatlichen Schulamt Miltenberg mit (von links) dem stellvertretenden Landrat Günther Oettinger, Peter Sander, Harald Frankenberger und Maria Walter (Regierung von Unterfranken). Foto: Winfried Zang

Abschied und Neubeginn im Staatlichen Schulamt Miltenberg: Schulamtsdirektor Harald Frankenberger, seit kurzem in der passiven Phase der Altersteilzeit, hat in Schulrat Peter Sander einen Nachfolger gefunden. In der Mittelmühle Bürgstadt wurde Frankenberger am Donnerstag, 29. Oktober, offiziell verabschiedet, Sander willkommen geheißen. Dass so viele Gäste gekommen seien, wertete Schulamtsdirektor Michael Brummer als Zeichen großer Wertschätzung.  

Maria Walter, Bereichsleiterin an der Regierung von Unterfranken, zeichnete den beruflichen Weg des in Stadtsteinach (Oberfranken) geborenen Harald Frankenberger nach, der 1991 an die Klingenberger Schule gekommen sei, danach 17 Jahre an der Barbarossa-Volksschule Erlenbach tätig war und später an der Georg-Keimel-Schule Elsenfeld. Bevor er 2019 an das Schulamt wechselte, habe er die Schulen, an denen er tätig war, vielfältig weiterentwickelt, blickte Walter zurück und verwies auf Tätigkeiten unter anderem in der Systembetreuung, als Kreisschulobmann für Tischtennis und als Medienfachmann. Er sei immer als zuverlässiger Teamplayer gelobt worden, stellte Walter fest. Und wer mit solchen Fähigkeiten auffalle, sei eine Idealbesetzung für ein Schulamt, lobte sie: „Sie haben sich in besonderem Maße um die Erziehung von Schülerinnen und Schülern und um die Weiterentwicklung von Schule verdient gemacht.“ Für 37 Jahre erfolgreiche pädagogische Arbeit dankte Walter im Namen des Freistaats und der Regierung von Unterfranken.

Peter Sander war laut Walter nach dem zweiten Staatsexamen an die Gustav-Woehrnitz-Mittelschule Lohr gewechselt. 2013 wurde er vom Kultusministerium zum Mitarbeiter der Landesarbeitsgemeinschaft Jazz an Schulen in Bayern ernannt, auch war er Datenschutzbeauftragter. 2015 wurde er stellvertretender Schulleiter an der Mittelschule Bad Brückenau, 2017 kehrte er als Konrektor nach Lohr zurück, ehe er 2019/2020 Schulleiter an der Grund- und Mittelschule Waldschaff wurde. Nun sei seine Bewerbung um eine Stelle am Staatlichen Schulamt erfolgreich gewesen, so Walter. Hier übernehme er die Aufgaben von Harald Frankenberger, sagte sie und freute sich auf eine harmonische Zusammenarbeit.

Stellvertretender Landrat Günther Oettinger bescheinigte Harald Frankenberger, ein Mann mit vielen Talenten zu sein – Schulrat, Pädagoge, Sportler, Musiker, Organisationstalent und ein guter Tischtennisspieler. Er habe sich auch über den schulischen Alltag hinaus eingebracht – etwa für den Tischtennissport. Als Schulrat habe er sich um Schulsport, Wettbewerbe, Fortbildungen und Erste-Hilfe-Ausbildung gekümmert. Es sei ihm immer wichtig gewesen, jungen Menschen Möglichkeiten zu eröffnen, ihre Stärken zu entdecken und sich weiterzuentwickeln – etwa als Leiter des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft und dem Projekt „Talent und Verantwortung“.
Früh habe er erkannt, welche Möglichkeiten moderne Technik für den Unterricht bietet und in Erlenbach das Mikroskopieren über den Computer eingeführt. Dafür sei er sogar von Kultusministerin Hohlmeier ausgezeichnet worden. Den Auftrag der Regierung, Ruhe ins Schulamt zu bringen, habe er erfüllt, darüber hinaus aber auch eine Schulamtsband gegründet, wusste Oettinger. Mit den „Schulamtsrockern“ organisiere er gemeinsame Motorradtouren. „Sie sind jemand, der Menschen zusammenbringt, Gemeinschaft lebt und sich bei aller Professionalität auch seinen Humor bewahrt hat“, fasste Oettinger zusammen. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schulamt, Schulen und Landkreis habe er viele Jahre mitgestaltet und dabei gezeigt, „dass Ihnen nicht nur die Strukturen, sondern vor allem die Menschen am Herzen liegen.“

Der neue Mann im Schulamt, Peter Sander, sei Oettinger zufolge bereits vor vielen Jahren als Musiker im Jazz Orchestra Erlenbach aktiv gewesen. Er sei sogar Unterfränkischer Meister im Halbmarathon geworden – die zwölf vor ihm Platzierten hatten sich nämlich nicht für die Unterfränkische Meisterschaft gemeldet. Das zeige, „dass es im Leben manchmal nicht nur darauf ankommt, wie schnell man ist, sondern auch darauf, zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“ Auch als Schulrat werde es nicht immer darum gehen, als Erster ins Ziel zu kommen. Viel wichtiger werde sein, den richtigen Weg zu finden, Menschen mitzunehmen und gemeinsam etwas zu erreichen. Der stellvertretende Landrat wünschte sich von Sander Nähe zu den Menschen, denn die Schule sei weit mehr als ein Ort, an dem Wissen vermittelt wird. „Sie ist ein Ort, an dem junge Menschen wachsen, ihre Stärken entdecken, Rückschläge erleben, Selbstvertrauen gewinnen und ihren eigenen Weg finden.“ Als Schulrat trage er Verantwortung dafür, „dass unsere Schulen gute Rahmenbedingungen für diese wichtige Aufgabe haben.“ Die vielen Herausforderungen seien nur gemeinsam zu bewältigen, sagte Oettinger.
Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulamt, Eltern, Kommunen und Landkreis hätten alle unterschiedliche Aufgaben, aber sie verfolgten ein gemeinsames Ziel: den Kindern bestmögliche Chancen für ihre Zukunft zu geben.

Für den Personalrat sprach Vorsitzender Felix Behl angesichts des Personalwechsels von einem „Software-Update im laufenden Betrieb.“
Frankenberger sei pragmatisch und verlässlich gewesen, stellte er fest, er habe zugehört, erklärt, vermittelt und fast immer einen guten „Workaround“ gefunden. Er habe auch die Sorgen an der Basis ernst genommen. Dem neuen Schulrat wünschte er Nervenstärke, aber auch Glück angesichts der wichtigen Ressorts, die er übernommen hat. Der Personalrat freue sich auf eine gute Zusammenarbeit und hoffte auf eine „faire und lösungsorientierte Arbeit.“

Peter Sander zeigte sich überzeugt, „dass gute Arbeit nur im Team gelingt.“ Ihn hätten alle Menschen, denen er in seiner beruflichen Tätigkeit begegnet sei, geprägt, indem sie ihm neue Perspektiven aufgezeigt und er Erfahrungen habe sammeln können. Er wolle authentisch bleiben, offen kommunizieren, allen mit Respekt begegnen und tragfähige Lösungen finden, kündigte er an. Für ihn gelte es, bei allen schwierigen Herausforderungen den Ernst nie aus den Augen zu verlieren, aber sich auch Gelassenheit und Humor zu bewahren. Denn, so Sander, „am Ende geht es um die Kinder, um ihre Bildung und ihre Entwicklung.“

Harald Frankenberger bekannte, dass sich der Ruhestand „gut anfühlt.“ Nun stehe die Familie vorne und er habe auch mehr Zeit zum Essen, grinste er und verwies auf den Anzug, der mittlerweile „etwas zwickt“. Er werde aber noch im Netzwerk Schule-Wirtschaft mitwirken, dem Schulamt bei Bedarf weiterhelfen und mit den „Civil Servants“ Rockmusik machen. Die Entscheidung, in Ruhestand zu gehen, sei richtig gewesen, denn die Herausforderungen des Amts hätten ihm im letzter Zeit schwer zu schaffen gemacht, so Frankenberger. Er dankte allen für die gute Zusammenarbeit und lobte das Team der Schulamtsverwaltung.

Viel Beifall bekam das Team der achten Klasse der Bürgstadter Mittelschule, das für die Bewirtung sorgte. Mit langem Applaus bedankten sich die Gäste bei der Schulamtsband, die die Veranstaltung unter anderem mit „Hotel California“, „Friends Will Be Friends“ und „Hold The Line“ bereicherte. Zur Band gehören Kilian Lebert (Gesang), Sabine Bullemer-George (Gesang), Michael Traut (Gitarre), Michael Eckerlein (Schlagzeug) sowie Schulamtsdirektor Michael Brummer (Bass) und Ex-Schulamtsdirektor Harald Frankenberger (Keyboards).

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