Riesiger Andrang bei der Vernissage zum Schaefler-Preis
Das Foyer des Miltenberger Landratsamts konnte die Gäste kaum fassen, so groß war am Dienstag, 10. Februar, der Andrang zur Vernissage des Schaefler-Preises. Eltern, Großeltern, Lehrkräfte und vor allem viele Kinder bewunderten die fast 100 ausgestellten Werke junger Künstlerinnen und Künstler, die als Folge der aktiven Führungen in der Obernburger Kochsmühle entstanden waren.
Die Bilder der Künstlerin Julia Belot, die im Oktober und November 2025 zu sehen waren, hatten die Kinder sichtlich beeindruckt. „Wir und die Tiere“ hatte der Titel der Ausstellung gelautet, zu der der Nachwuchs offenbar schnell Zugang gefunden hatte. Wie sehr das Thema faszinierte, ließ sich an den im Foyer und im ersten Stock ausgestellten Bildern gut nachvollziehen. Farbenprächtig zeigten sich Hunde, Katzen, Füchse, ein Schwan, ein Pfau und ein fliegender Uhu. In den 36 aktiven Führungen konnten 624 Kinder und Jugendliche nicht nur etwas über die Künstlerin Julia Belot erfahren, sondern auch ein eigenes Bild gestalten, führte stellvertretender Landrat Bernd Schötterl in die Vernissage ein. Um alle 624 Bilder zeigen zu können, reiche leider der Platz nicht, sagte er, „außerdem hätte die Jury dann einen noch schwierigeren Job.“ Dieses Gremium mit Schötterl, dem Bürgermeister der Schaefler- und Expressionismus-Gemeinde Eschau, Gerhard Rüth, Cornelia König-Becker, Barbara Bertlwieser und Thea Nodes ist wahrlich nicht zu beneiden, denn angesichts so vieler wunderbarer Werke dürfte ihnen die Entscheidung nicht leichtfallen.
Die jährlich stattfindende Ausstellung zum Schaefler-Preis sei jedes Mal etwas Besonderes, fand Bernd Schötterl. Sie zeige nicht nur junge Talente aus Kindergärten und Schulen, sondern rufe auch die Originalarbeiten in Erinnerung. Margarete Bernhard, Jessica Hösch, Christiane Leuner, Nadia Trautmann und Joachim Weissenberger hätten die Kinder im Kindergartenalter bis zur fünften Klasse in den Führungen begleitet. Mit Unterstützung der Galeristin Cornelia König-Becker sei die Ausstellung in der Kochsmühle für die Kinder und die Besucherinnen und Besucher zum Genuss geworden, so der stellvertretende Landrat.
Bei der Auswahl der 92 ausgestellten Bilder, unter denen die Preisträger ermittelt werden, seien Margarete Bernhard und Joachim Weissenberger mit künstlerischem und pädagogischem Auge unverzichtbar gewesen, erklärte Schötterl. So würden von jeder Gruppe, die eine Führung in der Kochsmühle hatte, zwei Bilder ausgestellt.
Auswahlkriterium sei dabei nicht nur das Ergebnis des Bildes gewesen, sondern auch der Entstehungsprozess, wie das jeweilige Kind mit der Aufgabe umging. Die Kinder aus den drei Altersgruppen, die von der Jury ausgewählt werden, würden zur Preisverleihung am Sonntag, 15. März, um 15 Uhr nach Eschau eingeladen. Aber schon vorher von 14 Uhr an gebe es im Kana-Haus Kaffee und Kuchen, machte Schötterl Lust auf den Besuch.
Dass die Preisverleihung jedes Jahr in Eschau stattfinden kann, verdanke man auch Bürgermeister Gerhard Rüth und seinem Vorgänger Michael Günther. Damit unterstütze die Kommune nicht nur den Schaefler-Preis, sondern pflege auch das Erbe von Fritz Schaefler, des „Expressionisten aus dem Spessart“. Ohne den Enkel des Künstlers, Christoph Schaefler, der vor einigen Jahren verstarb, und seine Frau Andrea wäre es nicht möglich, den Preisträgerinnen und Preisträger Grafiken von Fritz Schaefler zu verleihen.
„Ihr Einsatz für die Kunst und die künstlerische Förderung von Kindern und Jugendlichen in unserem Landkreis ist bemerkenswert“, stellte Schötterl fest, dafür sei man der Familie sehr dankbar.
Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage vom Jugendensemble des Musikvereins Miltenberg unter Leitung von Waldemar Stockert, die unter anderem Klassiker wie „Sailing“ und „Yellow Submarine“ zu Gehör brachte. Nach dem musikalischen Schlusspunkt nutzten die Gäste ausgiebig die Gelegenheit, die Kunstwerke zu bewundern. Wer das ebenfalls tun will: Die Ausstellung im Landratsamt ist zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen, und das bis Freitag, 6. März. Es lohnt sich!