Reges Interesse an zweiter Auflage der Messe „Karriere mit Herz“
Auch die zweite Auflage der Messe für soziale Berufe, „Karriere mit Herz“ hat sich als Volltreffer erwiesen: Mehrere Stunden lang waren die Stände der 27 Aussteller am Samstag, 24. Oktober, im Kleinheubacher Hofgarten dicht umlagert. Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher – darunter der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Thomas Zöller – dürften dabei wichtige Impulse für die Berufswahl erhalten haben. Soziale Berufe haben Zukunft, erfuhren viele junge Menschen, die gekommen waren.
Landrat Björn Bartels bekannte bei der Eröffnung, dass die Messe für ihn eine Herzensangelegenheit sei. Die Premiere im vergangenen Jahr sei auf große Resonanz gestoßen und habe gezeigt, „wie wichtig es ist, den sozialen und gesundheitlichen Berufen eine eigene Plattform zu bieten.“ Dass es nun zur zweiten Auflage der Messe komme, sei auch Kleinheubachs Bürgermeister Thomas Münig zu verdanken, der die Idee zur Messe gehabt habe. Die Messe bringe Menschen zusammen und zeige berufliche Perspektiven auf, sagte der Landrat und stellte klar: „Ohne die Menschen, die in sozialen und gesundheitlichen Berufen arbeiten, würde in unserer Gesellschaft vieles nicht funktionieren.“ Ob in der Pflege, in der Medizin, in der Therapie, in der Pädagogik, im Rettungsdienst oder in der sozialen Arbeit – hinter all diesen Berufen stehen laut dem Landrat Menschen, „die mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrem persönlichen Einsatz einen wichtigen Beitrag für unser Zusammenleben leisten.“
Aus eigener beruflicher Erfahrung – als Notfallsanitäter und Rettungsingenieur – wisse er, wie viel Verantwortung, Fachwissen und Menschlichkeit in diesen Berufen gefragt sind. Dabei handele es sich um Tätigkeiten, die einem viel abverlangen können, die aber auch unglaublich viel zurückgeben. Denn, so der Landrat, „kaum etwas ist so wertvoll wie das Gefühl, mit der eigenen Arbeit für einen anderen Menschen wirklich etwas bewirkt zu haben.“ 27 Aussteller aus der Region zeigten vielfältige Möglichkeiten auf, stellte der Landrat fest – von der klassischen Ausbildung über ein Studium bis hin zu Praktika, Weiterbildungen oder einem beruflichen Quereinstieg. Dabei gehe es längst nicht nur um die Berufe, an die man beim Stichwort Gesundheit oder Soziales zuerst denkt, auch kaufmännische und technische Tätigkeiten gehörten dazu und böten interessante Entwicklungsmöglichkeiten.
Das Besondere an der Messe sei der direkte Austausch, hier könne man auch mit Menschen sprechen, die diese Berufe täglich ausüben. Die Schülerinnen und Schüler bat der Landrat, sich umzuschauen, Fragen zu stellen und neugierig sein – vielleicht entdecke man am Ende einen Beruf, den man vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Und eines war dem Landrat noch wichtig: Viele berufliche Möglichkeiten lägen direkt vor der Haustür, die Region biete attraktive Ausbildungsplätze, interessante Arbeitgeber und vielfältige Entwicklungschancen. Für den Landkreis sei das von großer Bedeutung, denn man brauche auch in Zukunft engagierte und gut ausgebildete Fachkräfte, die die medizinische, pflegerische und soziale Versorgung sichern.
Bartels dankte insbesondere Nicole Meschkov, die als Koordinatorin des PflegeNetzes die Projektleitung übernommen und gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe viel Zeit, Energie und Herzblut in die Vorbereitung und Umsetzung investiert habe. Einen Dank stattete er auch der Gesundheitsregionplus Miltenberg und dem PflegeNetz Landkreis Miltenberg sowie allen Kolleginnen und Kollegen und weiteren Beteiligten ab, die im Hintergrund mitgeplant, organisiert und angepackt haben. Auch einige Sponsoren leisteten einen großen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung, listete Bartels die Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg, den BRK-Kreisverband Miltenberg-Obernburg und die BKK Akzo Nobel auf. Den Ausstellern, den beteiligten Schulen, Einrichtungen und Unternehmen dankte er für ihre Bereitschaft, sich Zeit zu nehmen, um Einblicke in ihre Arbeit zu geben, Fragen zu beantworten und vielleicht sogar die Fachkräfte von morgen kennenzulernen.
Er freue sich sehr, „dass das zarte Pflänzchen angefangen hat, Wurzeln zu schlagen“, bekannte Bürgermeister Thomas Münig. Die Messe sei ein wichtiger Baustein, um diese Berufsgruppe sichtbar zu machen, sagte er und lobte das große Team aus Organisatoren, Sponsoren und Ausstellern, aber auch das Landratsamt Miltenberg für die Übernahme der Trägerschaft der Veranstaltung.
Zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung dürften auch 27 Aussteller gewesen sein, die ständig in Gesprächen mit Interessierten waren und Informationsmaterial verteilten. Unter anderem Pflegedienste und Pflegeschule, Wohlfahrtsverbände, Behörden, Berufsfachschulen und Fachakademien, Krankenhaus, Krankenkasse, Lebenshilfe, Pflegeheim und Universität nutzten die Möglichkeit, für sich und ihre Angebote zu werben.
Mit großem Interesse wurde auch eine Wiederbelebungsübung des Bayerischen Roten Kreuzes verfolgt: Unter Anleitung von Landrat Björn Bartels, einem gelernten Rettungssanitäter, übernahm Bürgermeister Thomas Münig die schweißtreibende Aufgabe, in hoher Frequenz den Brustkorb einer Übungspuppe zu bearbeiten. Bartels übernahm zunächst die Beatmung, löste dann Münig bei der Wiederbelebung ab und betätigte später den Startknopf eines Defibrillators. Beim Rundgang durch die Messe nutzten Bartels und Münig die Gelegenheit, mit den Ausstellern sowie Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen.
-
Die Stände der Messe „Karriere mit Herz“ waren am Samstag dicht umlagert. Foto: Winfried Zang -
Koordinationsübung mit Bravour bestanden: Kleinheubachs Bürgermeister Thomas Münig (zweiter von links) und Landrat Björn Bartels beweisen sich beim Jonglieren, beobachtet von Isabella Zerritsch (links) und Nicole Meschkov (rechts, beide Gesundheitsregion Plus) sowie einem Mitarbeiter der BKK Akzo Nobel. Foto: Winfried Zang -
Reges Interesse herrschte am Stand der Technischen Hochschule Aschaffenburg. Foto: Winfried Zang