Pflegekräfte müssen auch eigene Gesundheit im Blick behalten

Landrat Björn Bartels hält einen Vortrag vor Zuschauenden
„Eine gute Pflege ist entscheidend für Würde, Sicherheit und Lebensqualität“, sagte Landrat Björn Bartels beim Gesundheitstag für Pflegekräfte in der Helios-Klinik Erlenbach. Foto: Winfried Zang

Sie kümmern sich um Alte, Kranke und Pflegebedürftige, aber kümmern sie sich auch genügend um sich selbst? Der Gesundheitstag für Pflegekräfte am Dienstag, 12. Mai, stellte das gesundheitliche Wohl dieser Berufsgruppe in den Mittelpunkt. In der Helios-Klinik Erlenbach ließen sich die Fachkräfte einen ganzen Tag lang inspirieren und lernten unter anderem Möglichkeiten der Entspannung, der Resilienz und der Stressbewältigung kennen.

Im Multifunktionsraum der Klinik bezeichnete es Klinik-Geschäftsführerin Svenja Neuhaus am Morgen als „schönes Zeichen“, dass so viele Interessierte gekommen waren, um sich mit verschiedenen Angeboten weiterzubilden. Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, der Gesundheitsregion Plus, dem Pflegenetz sowie der BKK Akzo Nobel sei hervorragend, lobte sie das Zustandekommen des Angebots. Für Landrat Björn Bartels ist eine gute Pflege entscheidend für Würde, Sicherheit und Lebensqualität. Da die Pflege eine tragende Säule des Gesundheits- und Sozialsystems sei, müsse man die Leistungen der Pflege sichtbar machen und ihr Anerkennung geben. Ohne Pflegekräfte wäre eine ordnungsgemäße Versorgung für die Patienten und Patientinnen nicht sichergestellt, stellte er fest und bezeichnete den Aufbau eines breiten Netzwerks als unerlässlich, um eine gute Zusammenarbeit gewährleisten zu können. Bartels, der jahrelange Erfahrungen als Leiter des Rettungsdienstes beim Bayerischen Roten Kreuz hat, konnte genau einschätzen, wie sehr man auf alle Kräfte im Pflegebereich angewiesen sei.

Deren Leistungen und Engagement verdienten allergrößte Anerkennung, sagte er und sprach allen seinen Dank aus für die außergewöhnlichen Leistungen, die sie oftmals unter schwierigsten Bedingungen erbringen. Der Gesundheitstag diene dazu, Raum für Austausch und Vernetzung zwischen Pflegekräften und Einrichtungen zu schaffen, so Bartels. Er solle aber auch aufzeigen, wie die eigene Gesundheit und Widerstandskraft gestärkt werden können. „Es ist kein Luxus, sondern unerlässlich, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern, um für andere da sein zu können“, stellte er fest.

 

Einen Frau zeigt wie man im Stehen seinen Rücken entlasten kann.
Wie man mit kurzen Übungen seinen Rücken entlasten kann, zeigte diese Anleiterin beim Workshop „Kurz raus aus dem Rücken – rein in die Entlastung.“ Foto: Winfried Zang

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, der Landtagsabgeordnete Thomas Zöller, freute sich über die Ausrichtung des Gesundheitstages, denn es sei äußerst wichtig, auf die eigene Gesundheit zu achten. In den Pflegeschulen von Helios und dem BRK im Landkreis würden sehr gute Nachwuchskräfte ausgebildet, wusste er und wusste, dass sich mittlerweile auch viele ältere Quereinsteiger für den Pflegeberuf interessieren. Die Fachkräfte wüssten abends, was sie getan haben, nämlich den ganzen Tag Menschen geholfen zu haben. Seit Corona sei die Bezahlung besser geworden, auch gebe es Programme zur besseren Gestaltung der Pflege. Nach wie vor gelte es aber, für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen, damit auch Pflegekräfte beispielsweise Urlaube sicher planen können. Zöller forderte die Pflegekräfte dazu auf, sich auch Zeit für sich selbst zu nehmen und auf die mentale Gesundheit zu achten. „Bleiben Sie gesund, wir brauchen Sie“, schloss er und bat alle darum, ihrem Beruf treu zu bleiben.

Neben einem Informationsstand der BKK Akzo Nobel, alkoholfreien Cocktails im Saftmobil Jils Bar, einer Klangschalenmeditation, einer Herzfrequenzvariabilitätsmessung zu Erkenntnissen über das eigene Stresslevel, einem Zucker-Check, Tipps für schnelle Mahlzeiten im Alltag und Tipps für Salate und Snacks konnten sich die Gäste auch einen Vortrag zur Resilienz (Georg Seufert, Helios-Klinik) anhören.

Verschiedene Workshops animierten in Kleingruppen zum Mitmachen: So konnten die Pflegekräfte Entspannungsübungen für den Rücken erlernen, mit einer Mini-Meditation mental abschalten und sich mit einer kurzen Yoga-Einheit lockern und neue Energie gewinnen. Beim Workshop „Atmen & Reset – Entlastung kurz & wirksam“ lernten die Gäste Atemtechniken und progressive Muskelrelaxation kennen, mit denen man in kurzer Zeit spürbar entspannen und das Nervensystem beruhigen kann.

Am Ende eines langen Tages konnten die zahlreichen Pflegekräfte mit vielen Erkenntnissen nach Hause gehen mit der Gewissheit, ihren schwierigen Alltag künftig besser meistern zu können.

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