Neue LEADER-Förderperiode wird viel Neues bringen
Erfreut über die große Resonanz bei der Mitgliederversammlung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Main4Eck hat sich Vorsitzender Gerhard Rüth gezeigt. Zur Zusammenkunft am Donnerstag, 22. Oktober, im großen Sitzungssaal des Landratsamts waren über 40 Gäste gekommen.
LAG-Manager Philipp Wollbeck eröffnete den Reigen der Berichte mit der Information über zwei Steuerkreis-Sitzungen, der Verabschiedung von vier LEADER-Projekten im Umlaufverfahren, dem Beschluss über 18 Kleinprojekte sowie 20 Bewilligungen; ein Antrag sei noch nicht bewilligt. Eine Steuerkreis-Sitzung, in der zwei Projekte zur Beschlussfassung anstünden, werde in diesem Jahr noch stattfinden, kündigte er an. Danach verbleibe der LAG ein Restbudget von etwa 8.000 Euro, sagte er.
Seit der letzten Mitgliederversammlung habe man mehrere Projekte beschlossen, unter anderem die Nachverdichtung der Schutz- und Infohütten im Naturpark Spessart, das Verkehrsmodell zur Planung und Verbesserung der Mobilität am Bayerischen Untermain, die Contentstrategie der TAG Munteres Mümlingtal sowie den Schmetterlingsgarten in Erlenbach-Streit. Das Management beschäftige sich außerdem unter anderem mit Projektberatungen, Vorschuss-Zahlungsanträgen und den Aufrufen zum Kleinprojektefonds, sagte er. In der nächsten LEADER-Förderperiode ab 2028 werde es einige Änderungen geben, verwies er unter anderem auf die Auflösung von ELER und einem großen, neuen Fonds der EU mit einem Gesamtvolumen von 865 Milliarden Euro. Wie diese Summe aufgeteilt werde, stehe aber noch nicht fest. Es werde zudem neue, harte Strategievorgaben aus Brüssel geben, glaubte er.
Für die Plattform fabuly berichtete Carina Bläser, dass die digitale Nachhaltigkeitsplattform ecoKompass mittlerweile 28 Energie-Orte, 130 Konsum-Orte und 137 Mobilitätsorte aufweist. Mit den Zugriffszahlen auf die Webseite zeigte sie sich sehr zufrieden -im monatlichen Durchschnitt
liege man hier aktuell bei etwa 10.000 Aufrufen. Mit einer Wanderausstellung sei man unterwegs gewesen, darüber hinaus habe man Veranstaltungen organisiert – etwa die Podiumsdiskussion „Energiewende“, Upcycling-Workshops für Kinder und Infostände auf diversen Märkten. Zudem habe man fabuly bei verschiedenen Netzwerktreffen vorgestellt. Die Förderphase und damit die Personalstelle werde Ende November 2026 enden, so Bläser. Die Webseite werde aber mit geringerem personellem Einsatz weitergepflegt, ergänzte Philipp Wollbeck, die Wanderausstellung kann laut Carina Bläser weiterhin ausgeliehen werden.
Sabine Lenk hat in der Beratungsstelle für Internationalen Austausch (BIA) zahlreiche Personen beraten, vor allem Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene. Mehrere Anträge seien gestellt und positiv beschieden worden, sagte sie und berichtete unter anderem von bewilligten
Mitteln in Höhe von 127.749 Euro für mehrere Jugendbegegnungen seit Oktober 2025. Sie listete darüber hinaus zahlreiche weitere, von ihr zu bewältigende Aufgaben auf wie Vorträge, vielfältige Unterstützungen und Beratungen.
LAG-Manager Jürgen Jung blickte auf das zehnjährige Bestehen des Fairtrade-Landkreises Miltenberg zurück, das vor wenigen Wochen in Kleinwallstadt gefeiert worden war. Große Hoffnung setzt er in die Personalstelle „Koordination Kommunaler Entwicklungspolitik“, kurz KEpol genannt, mit der die Fairtrade-Akteure vernetzt werden sollen. Die mit 90 Prozent geförderte, durch den Landkreis Miltenberg beantragte Stelle kann voraussichtlich zum 1. März 2027 besetzt werden.
Unter dem Punkt „Sonstiges“ ging Philipp Wollbeck auf die weiteren Tätigkeiten der LAG ein, die unter anderem den Betrieb des Eschauer Hauses für Begegnung und Regionalentwicklung (EHRE), die Konzepterstellung „Öko-Modellregion“, Treffen mit anderen Lokalen Aktionsgemeinschaften, den runden Tisch zur Regionalentwicklung und eine neue Homepage umfassen. Er stellte zudem die neue Broschüre vor, die alle Projekte der LAG Main4Eck seit Gründung darstellt.
Der unterfränkische LEADER-Koordinator Daniel Pascal Klaehre gab der Versammlung einige Informationen zur LEADER-Förderperiode und unterlegte dies mit Zahlen zu Unterfranken und Bayern. Die Budgetbindung in den Lokalen Aktionsgruppen laufe bis Ende Januar 2027, erklärte er. Was mit den Mitteln passiert, die bis dahin bayernweit noch nicht verausgabt wurden, sei noch nicht geklärt. Falls noch Zahlungsanträge vorliegen, sollten diese möglichst schnell gestellt werden, bat er. Auch berichtete er von vielen Gesprächen zur Reform der gemeinsamen Agrarpolitik in Europa innerhalb des mehrjährigen Finanzrahmens der EU. Er forderte alle LAGs auf, den Mehrwert von LEADER in ihren Bereichen der Öffentlichkeit und Politik darzustellen.