Mithelfen bei illegaler Verfolgung von Greifvögeln und Eulen
Heimische Greifvögel, Eulen und andere Großvögel gehören zu den besonders oder streng geschützten Tierarten in Deutschland. Wie das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) mitteilt, werden sie dennoch immer wieder Opfer illegaler Verfolgung. Deshalb bittet das LfU die Bevölkerung um Mithilfe.
Seit vielen Jahren dokumentiert das Landesamt Fälle von Vergiftungen, Abschüssen sowie den Einsatz verbotener Fangmethoden. Streng geschützte Tiere vorsätzlich zu fangen, abzuschießen oder zu vergiften ist eine Straftat. Deshalb muss in solchen Fällen eine strafrechtliche Ermittlung eingeleitet werden.
Eine besonders perfide Methode ist der Einsatz sogenannter Kamikaze-Tauben. Hierbei werden lebenden Tauben die Federn gestutzt und sie werden mit Gift präpariert. Täter versuchen dadurch gezielt, Greifvögel in der Nähe mit dem auf den Tauben aufgebrachten Gift zu töten. Bei einer Taube, die ein auffällig gefärbtes Gefieder hat und die sich zahm, flugunfähig oder benommen verhält, könnte es sich um eine Kamikaze-Taube handeln.
Werden tote Vögel fernab von Verkehrswegen oder Strommasten entdeckt, kann dies auf eine unnatürliche Todesursache hindeuten. Besondere Aufmerksamkeit ist in folgenden Fällen geboten:
- Mehrere tote (Greif-)Vögel auf engem Raum
- Verdächtige Köder (etwa Eier, Hühnerflügel)
- Nahrungsreste oder Schaum am Schnabel oder neben dem toten Vogel
- Blaue oder blauviolette Verfärbung der Schnabelhaut oder von mutmaßlichen Ködern
In den angeführten Fällen und auch beim Fund einer Falle bittet das Landesamt, dies der Polizei und der zuständigen Naturschutzbehörde zu melden. Die untere Naturschutzbehörde am Miltenberger Landratsamt ist während der Öffnungszeiten des Landratsamtes per E-Mail unter Naturschutz@lra-mil.de erreichbar. Jeder gemeldete Verdachtsfall hilft dabei, geschützte Arten zu erhalten und die Täter zur Verantwortung zu ziehen.
Vorsicht: Die Giftstoffe können auch für Menschen, Hunde und Katzen lebensgefährlich sein. Tote Tiere und verdächtige Köder sollten daher auf keinen Fall berührt werden, Hunde und andere Haustiere sollten auf Abstand gehalten werden.
Weitere Informationen zur illegalen Verfolgung von Großvögeln stellen das Bayerische Landesamt für Umwelt (www.lfu.bayern.de/natur/vogelschutzwarte/illegal/index.htm) sowie der Verein Komitee gegen Vogelmord (www.komitee.de/de/projekte/deutschland/greifvogelverfolgung-in-deutschland/) zur Verfügung.