Mehr Einsätze und mehr Aktive in den Freiwilligen Feuerwehren

Symbolische Übereichung eines Helms an Kreisbrandmeister Florian Schmitt von Kreisbrandrat Martin Spilger
Kreisbrandrat Martin Spilger (rechts) überreichte dem neuen Kreisbrandmeister Florian Schmitt symbolisch einen Helm. Schmitt folgt auf Jürgen Schell, der das Amt abgegeben hat. Foto: Winfried Zang

Beeindruckende Personal- und Einsatzzahlen hat Kreisbrandrat Martin Spilger am Sonntagmorgen den versammelten Feuerwehrkommandanten und ihren Stellvertretern sowie Bürgermeistern und Vertretern aus Land-, Bezirks- und Kreistag bei der Frühjahrsdienstversammlung in der Bürgstadter Mittelmühle am Sonntag, 1. März, genannt.

In seinem Grußwort dankte stellvertretender Landrat Bernd Schötterl allen Einsatzkräften, die unverzichtbar für die Sicherheitsstruktur im Landkreis Miltenberg seien. Professionalität, Einsatzbereitschaft, Engagement, Technische Hilfeleistungen, abwehrender Brandschutz, Einsätze nach Schadensereignissen, Sicherheitswachen – Schötterl charakterisierte den ehrenamtlichen Einsatz der Wehrleute in mehreren Schlagworten und würdigte den Einsatz für die Bevölkerung. Er verwies auf Veränderungen im Landratsamt, wo die Bereiche Zivile Verteidigung sowie Brand- und Katastrophenschutz im neuen Sachgebiet 35 „Zivile Verteidigung, Brand- und Katastrophenschutz“ vereint seien. Sachgebietsleiter ist Marcel Fleckenstein, die Aufgaben im Zivilschutz nimmt Martin Selonke wahr, für das Feuerwehrwesen ist Andreas Bischoff zuständig, für die Brandschutzdienststelle Bianca Amsel, für die Taktisch-Technische Betriebsstelle Christopher Braun. Neue Leiterin der Abteilung 3 „Sicherheit und Ordnung“ ist außerdem Jasmin Grußler; sie folgt auf Pia Plappert.

Nach einem Grußwort von Bürgstadts Bürgermeister Thomas Grün ging Kreisbrandrat Martin Spilger auf Personalveränderungen in den Führungen der Feuerwehren ein und freute sich, in Florian Schmitt einen neuen Kreisbrandmeister für den Bereich 2/3 als Nachfolger von Jürgen Schell vorstellen zu können. Nach einem Blick auf Neubeschaffungen von Geräten war es Zeit für Statistik: Spilger zufolge gibt es 73 Feuerwehren im Kreis mit 2.809 Feuerwehrleuten, davon 2.480 Männer und 329 Frauen. Das seien 98 mehr als im Vorjahr, freute er sich und verwies auf 1.003 Atemschutzträger (+ 111). In den vier Werkfeuerwehren und einer Betriebsfeuerwehr seien 147 Aktive im Einsatz, darunter 144 Männer (+ 17) und drei Frauen (+ 1), 104 seien Atemschutzträger. Die Freiwilligen Wehren hätten im Jahr 2025 insgesamt 2.041 Einsätze geleistet (+ 62 gegenüber 2024), die Werkfeuerwehren 554 (+ 39). Dabei seien 34.655 Stunden geleistet worden, zeigte sich Spilger beeindruckt. Das Gros der Einsätze seien technische Hilfeleistungen (1.261) gewesen, dazu kamen unter anderem 746 Brandeinsätze und 231 Sicherheitswachen.

Aus dem Fachbereich Ausbildung berichtete Kreisbrandinspektor Patrick Walter von 193 Lehrgängen an den Feuerwehrschulen im Jahr 2025. Das Kontingent von 144 habe man unter anderem durch Plätze an der Restplatzbörse aufstocken können. Auch für 2026 stehe ein Kontingent von 146 Plätzen zur Verfügung. Walter listete viele weitere Lehrgänge auf, unter anderem in Erster Hilfe, für Maschinisten, Motorsäge, Absturzsicherung, Türöffnung und Sanitätsausbildung. 23 Gruppen hätten Leistungsprüfungen für die Gruppe im Löscheinsatz absolviert, dazu kamen 19 Prüfungen für die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz. Zwölf Jugendliche hätten die Bayerische Jugendleistungsprüfung absolviert, so Walter.

Kreisbrandmeister Bastian Franz erläuterte das einheitliche Konzept zur Bereitstellung und Nutzung von Atemschutz-Leihgeräten, mit dem landkreisweit Engpässe kurzfristig überbrückt werden können. Er wies auf neue Lehrgänge für Atemschutzgeräteträger hin, mit denen Geräteträger ihr Wissen vertiefen und an moderne Standards anpassen können. Für den Fachbereich Gefahrgut ging Kreisbrandmeister Helge Killinger auf die Neuaufstellung des Messzugs und den Löschzug Gefahrgut ein.

Über das Personal und die Arbeit des Teams für die psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) informierte Kreisbrandrat Martin Spilger. Das zwölfköpfige Team werde organisatorisch von Kreisbrandmeister Hüsamettin Arslan und fachlich von Lukas Hartmann geleitet, sagte er und verwies unter anderem auf vier Auffrischungsschulungen, 15 Ersthelferschulungen, je zwei Einsatzbegleitungen und Einsatznachbesprechungen sowie sechs Einzelgespräche im letzten Jahr. Für die PSNV gebe es ein weiteres Team, in dem auch Landratsamt, Polizei, Notfallseelsorge und Feuerwehr aktiv seien. „Das Thema wird immer wichtiger“, befand der Kreisbrandrat, „Gerät ist reparierbar, aber am wichtigsten sind die Menschen, die ehrenamtlich im Einsatz sind.“

Kreisbrandmeister Wolfgang Schmitt berichtete aus dem Fachbereich Katastrophenschutz von einer neuen Flächenlagensoftware und stellte das ehrenamtliche Team der Kreiseinsatzzentrale vor, das aus Mitgliedern der Feuerwehren, dem Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk besteht. Dieses werde bei Flächenlagen alarmiert, man übe zudem regelmäßig zusammen mit den Feuerwehren. Die Unterstützungsgruppe der Örtlichen Einsatzleitung (UG ÖEL) sei mit 27 Mitgliedern an den Standorten Großheubach und Obernburg aktiv, sagte er und verwies auf mehrere Übungen im Jahr 2025.

Den aktuellen Stand der Hilfeleistungskontingente stellte Kreisbrandrat Martin Spilger vor. Neben lokalen Kontingenten – etwa für Ölwehr, Hochwasser, Wasserförderung, ABC-Abwehr, Waldbrand – gebe es auch das Hilfeleistungskontingent Ölwehr Unterfranken, das bei Bedarf bereitstehe. Um die Verpflegung bei Einsätzen zu sichern, habe man mit dem Roten Kreuz eine Vereinbarung geschlossen. Daniel Muschik (BRK) verwies darauf, dass das BRK nicht nur den Sanitätsdienst für alle Einsatzkräfte absichere, sondern nun auch alle beteiligten Helfenden versorge. Dafür nutze man ein Führungsfahrzeug, das einen Verpflegungsanhänger ziehen könne. Ein weiteres Fahrzeug könne einen Kühlanhänger zum Einsatzort transportieren. Dazu komme ein Notfall-Krankentransportwagen. Er verwies darauf, dass diese Fahrzeuge jederzeit zur Verfügung stünden.

Dem umfangreichen Bericht über die Kinder- und Jugendfeuerwehren von Kreisbrandmeister Nico Kirchgessner ließ sich entnehmen, wie sehr die Wehren daran arbeiten, die Struktur von der Kinder- über die Jugendfeuerwehr zu den Aktiven zu sichern und zu stärken. Davon künden 44 Kinderfeuerwehren (+ 4, 568 Kinder) und 54 Jugendfeuerwehren (588 Jugendliche). Die Betreuer hätten im Jahr 2025 beeindruckende 7.954 Stunden geleistet, lobte er. Viele Wettbewerbe seien absolviert worden, erstmals habe man 400 Kinderflämmchen erreicht. 3.150 Stunden habe man in die Kreisjugendfeuerwehr investiert, zeigte Kirchgessner auf und nannte unter anderem ein Zeltlager in Dorfprozelten sowie Aus- und Weiterbildungen für Kreisjugendwarte.

Im Kreisfeuerwehrverband hat man in Laura Schachner und Luisa Kirchgessner eine Doppelspitze in der Frauenvertretung, wurde aus der anschließenden Verbandsversammlung bekannt. Ziel ist laut Laura Schachner die Stärkung, Entlastung und zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Vertretung der Feuerwehrfrauen. Die Feuerwehrfrauen tauschen sich bei Stammtischen aus, haben ein eigenes Logo entwickelt und zeigen bei Veranstaltungen Präsenz. Nach einer Satzungsänderung gibt es nun infolge der Umbenennung des Fachbereichs im Verband eine Gleichstellungsstelle.

Die Versammlung wurde musikalisch von der Feuerwehrkapelle Bürgstadt unter Leitung von Bernd Hofmann umrahmt.

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