Landrat Björn Bartels übernimmt Vorsitz des Landschaftspflegeverbands Miltenberg
Landrat Björn Bartels ist neuer Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands Miltenberg. Die Mitgliederversammlung im Landratsamt wählte ihn am Dienstag einstimmig. Er folgt auf seinen Amtsvorgänger Jens Marco Scherf. Weil auch Andreas Freiburg und Eberhard Heider ausschieden, wurde der gesamte Vorstand vorzeitig und einstimmig neu gewählt.
Stellvertretende Vorsitzende sind Eugen Reinhardt (Bayerischer Bauernverband) und Steffen Scharrer (Bund Naturschutz), Schatzmeister bleibt Bürgermeister Michael Bein. Dem Vorstand gehören außerdem Christoph Becker, Thorsten Nitschke, Robert Schmitt, Klaus Kobold, Anja Stritzinger, Gerhard Andres, Winfried Korn und Ralph Keller an. Kassenprüfer sind Katharina Hotz und Markus Krebs.
Dank an drei scheidende Vorstände
Steffen Scharrer verabschiedete die ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Jens Marco Scherf hatte den Verband seit 2014 geführt. Er habe den kompletten Teamwechsel Ende 2021 umsichtig begleitet, den Verband finanziell auf eine solide Grundlage gestellt und auch beim Förderstopp Ende 2024 wohlüberlegt gehandelt.
„Vor allem warst Du ein hervorragender Mediator zwischen Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz“, lobte Scharrer. Eberhard Heider, seit 2014 im Vorstand und bis 2021 stellvertretender Vorsitzender, würdigte er als Vermittler, der bei Konflikten zwischen Naturschutz und Landwirtschaft stets das Gespräch gesucht habe. Der Collenberger Bürgermeister Andreas Freiburg ist zum Vorsitzenden des Bayerischen Gemeindetags gewählt worden und gibt deshalb sein Vorstandsamt ab.
Bei Projekten im südlichen Landkreis sei er ein wichtiger Partner gewesen.
Schwieriges Förderjahr
Geschäftsführerin Teresa Bachmann blickte auf ein Jahr der Unsicherheit zurück.
Wegen des Förderstopps Ende 2024 konnten mehrere Projekte nicht wie geplant umgesetzt werden. Dennoch pflegte der Verband Streuobstwiesen, Orchideenflächen und Weinbergsterrassen im ganzen Landkreis und betreute wieder den Amphibienschutz an drei Straßenabschnitten, unterstützt von Ehrenamtlichen der Bergwacht und des Bund Naturschutz. Ein Erfolgsmodell ist „Work after work“, das der LPV gemeinsam mit dem Bund Naturschutz anbietet: Jeden letzten Dienstag im Monat treffen sich 15 bis 20 Freiwillige nach Feierabend zu einem Pflegeeinsatz.
Das Projekt wurde im September mit dem Bürgerpreis 2026 ausgezeichnet.
Streuobst: Pflanzen allein reicht nicht
Geschäftsführer Manfred Knippel berichtete über den Schwerpunkt Streuobst. 2025 wurden 26 neue zertifizierte Landschaftsobstbaumpfleger ausgebildet und 200 hochstämmige Obstbäume an Privatleute und Organisationen ausgegeben. Zum 40-jährigen Vereinsjubiläum wurden in der Streuobstanlage Amerika 40 Apfel- und Birnbäume gepflanzt. Eine wachsende Aufgabe ist die Mistelbekämpfung. Über 25 neu ausgebildete Mistelbeauftragte sollen künftig in ihren Gemeinden beraten und Aktionen organisieren. Im November findet ein weiterer Ausbildungstag statt.
Wie drängend das Thema ist, zeigte die Rückmeldung aus dem Publikum. Ein Teilnehmer berichtete von starkem Mistelbefall und mahnte, es reiche nicht, Obstbäume zu pflanzen, wenn man sie danach nicht pflege. Knippel stimmte zu:
Genau das sei der Ansatz des Verbands, deshalb sei man bereits mit verschiedenen Akteuren im Gespräch. Gefragt wurde außerdem, ob Ehrenamtliche bei Pflegeaktionen versichert sind. Bisher sei das nur über den Bund Naturschutz bei gemeinsamen Aktionen der Fall, so die Antwort, aber man arbeite daran.
Solide Finanzen
Schatzmeister Michael Bein legte für 2025 den Kassenbericht dar, der einen leichten Überschuss aufweist. Die Rücklagen würden dringend gebraucht, weil der Verband alle Pflegemaßnahmen vorfinanzieren müsse. Die Kassenprüfung ergab keine Beanstandungen, der Vorstand wurde entlastet.