Landkreis unterstützt BSA und Flüchtlingsberatung auch weiterhin

Großer Sitzungssaal
Foto: Medienzentrum Landratsamt Miltenberg

Laut einstimmigem Votum des Ausschusses für Gesundheit, Bildung, Kultur und Soziales unterstützt der Landkreis Miltenberg die Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige e.V. (BSA) auch in den kommenden Jahren bis Ende 2032 finanziell. Die in dieser Form in Bayern besondere Beratungsstruktur bündelt mehrere Fachstellen unter einem Dach und ermöglicht eine trägerübergreifende und neutrale Beratung.

Pascal Nowak (Sozialamt) stellte die Struktur und Finanzierung der BSA vor. Unter dem Dach der Beratungsstelle arbeiten unter anderem die Fachstelle für pflegende Angehörige, die Wohnberatung und der Pflegestützpunkt zusammen. Finanziert wird die BSA durch Beiträge ihrer 16 Mitglieder, staatliche Zuschüsse sowie durch den Landkreises Miltenberg. Dieser übernimmt die Personalkosten für eine halbe Stelle in der Wohnberatung, den vertraglich geregelten Anteil von einem Sechstel der Kosten des Pflegestützpunktes, sowie die allgemeine Regelförderung.

Laut Beschluss wird der Kreis weiterhin bis 31. Dezember 2032 die nicht durch staatliche Förderung abgedeckten reinen angemessenen Personalkosten der Wohnberatung für eine halbe Stelle übernehmen. Die Regelförderung wird von bislang 60.000 (bei einem zehnprozentigen BSA-Eigenanteil) auf bis zu 70.000 Euro bis 31. Dezember 2032 (bei einem BSA-Anteil von fünf Prozent) erhöht. Grund für die Erhöhung ist die Tarif- und Kostenentwicklung, dazu kommen nur begrenzte eigene Einnahmemöglichkeiten. Die BSA sei aber bestrebt, mehr Mitglieder zu gewinnen, um die Lasten auf mehr Schultern zu verteilen, versicherte Pascal Nowak, zudem würden die Beiträge seit 2025 dynamisiert.

Zwar rechnet die BSA mit einem ungedeckten Bedarf von unter 60.000 Euro, die Erhöhung auf bis zu 70.000 Euro gebe aber mehr Planungssicherheit.

Weiter sagte der Ausschuss Ja zur Umwandlung einer Defizitdeckung von 2.427 Euro aus dem Jahr 2022 in eine einmalige, nicht rückzahlbare Beihilfe.

Wichtig für die BSA ist zudem die Übernahme eines rückzahlbaren, unverzinslichen Liquiditätsvorschusses, damit die Finanzsituation bei Bedarf überbrückt werden kann. Dieser Liquiditätsvorschuss, der aktuell bei 57.409 Euro liegt, soll weitergeführt werden. Auf Bitte des Sozialamts soll zudem für die Zeit vom 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2032 ein zusätzlicher Liquiditätsrahmen von bis zu 50.000 Euro eingeräumt werden. Dies dient Nowak zufolge der Liquiditätssicherung, sollte ein außergewöhnlicher Bedarf auftreten – etwa durch den verspäteten Eingang von Drittmitteln. Der Rahmen soll sofort zurückgeführt werden, sobald der Bedarf gedeckt ist. Auch dazu sagte das Gremium einstimmig Ja.

Mehrheitlich sprach sich der Ausschuss für die weitere Förderung der Flüchtlings- und Integrationsberatung durch den Landkreis-Caritasverband für das Jahr 2027 von bis zu 94.000 Euro aus. Der Landkreis ist laut Pascal Nowak heilfroh, dass der Caritasverband diese Aufgabe im Auftrag des Landkreises übernimmt. Denn, so Nowak, sollte dieses Angebot wegbrechen, müsste der Landkreis diese Aufgabe mit eigenem Personal sicherstellen – was deutlich teurer wäre als derzeit. Die Ansiedlung der Beratung bei der Caritas sei zudem sinnvoll, da die Caritas viele Beratungsangebote und Vernetzungen mit Ehrenamtlichen bietet. Die Caritas betreut im Auftrag des Kreises Menschen mit Fluchthintergrund mit allen Aufenthaltstiteln und zu allen Lebensbereichen und Lebenssachverhalten, übernimmt aber keine staatlichen Aufgaben. Sie wird bei ihrer Aufgabe zu 67,8 Prozent vom Freistaat finanziert, der Landkreis trägt 17 Prozent, die Caritas (Kreiscaritasverband und Diözesancaritasverband) übernimmt 15,2 Prozent. Nowak thematisierte in seinem Vortrag die hohe Arbeitsbelastung der Flüchtlingsberatung, obwohl die Flüchtlingszahlen sinken. So habe sich deren Zahl von 4.579 im Januar 2025 auf aktuell 4.022 verringert. Allerdings, so sagte er, hätten auch anerkannte Flüchtlinge noch über einen längeren Zeitraum hinweg einen hohen Beratungsbedarf. Jede Beratungsfachkraft habe im September 2025 rechnerisch 993 Menschen betreut (4,36 Vollzeitäquivalente), im September 2026 waren es rechnerisch 828 Personen (4,86 Vollzeitäquivalente). Der Freistaat habe aber angekündigt, die Zahl der geförderten Stellen im Jahr 2027 leicht auf 4,7 Vollzeitäquivalente abzuschmelzen. Trotz der gesunkenen Zahlen der zu Beratenden seien die Mitarbeitenden der Caritas aber nach wie vor voll ausgelastet, sagte er.

Als der Ausschuss für Bildung, Kultur und Soziales im September 2025 einen maximalen Förderbetrag von 86.900 Euro beschlossen habe (15,7 Prozent der Gesamtkosten), sei Nowak zufolge nicht bekannt gewesen, dass vom 1. März 2026 an eine zusätzliche halbe Stelle bewilligt worden sei. Um diesen nicht berücksichtigten Stellenzuwachs etwas auszugleichen, stimmte der Ausschuss für 2027 einem kommunalen Anteil von 17 Prozent, entsprechend maximal 94.000 Euro.

Ohne Diskussion sagte der Ausschuss Ja zum Kulturhaushalt 2027 mit Ausgaben von 201.000 Euro. Davon fließen 69.000 Euro in die Kulturwochen, 68.000 Euro in das Kunstnetz und 64.000 Euro in die sonstige Kulturarbeit. Mit der Gesamtsumme liege man unter dem Ausgabenansatz für das Jahr 2025 in Höhe von 220.000 Euro, sagte Kulturreferentin Juliana Fleischmann. Damit setze man Sparmaßnahmen um, die bereits 2024 in Workshops mit Mitgliedern des Kreistags erarbeitet worden waren. Auch im laufenden Jahr habe man Kosten einsparen können, so Fleischmann. Derzeit laufe die Planung für 2027, informierte sie. Wenn man Kunstschaffende frühzeitig verpflichte, sei das häufig günstiger, begründete sie das Vorgehen. Fleischmann stellte zudem ihr Sachgebiet vor, das sowohl für kulturelle wie auch nicht-kulturelle Veranstaltungen zuständig ist – unter anderem für die Organisation diverser Ehrenabende, Dienstjubiläen sowie Eröffnungen und Einweihungen. In Sachen Kultur veranstalte man unter anderem den Jugendkulturpreis Kunst und Musik, den Schaefler-Preis, die Ausstellung in der Kochsmühle Obernburg und diverse Ausstellungen im Foyer des Landratsamts. Dazu kommen Veranstaltungen im Rahmen der Kulturwochen des Landkreises und die Unterstützung des Kunstnetzes, das ganzjährig Workshops für Kinder und Jugendliche anbietet. Eine Vielzahl weiterer Aufgaben wie Programmentwicklung, Veranstaltungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Rechnungsstellungen und vieles mehr leiste das Sachgebiet darüber hinaus.

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