LAG-Steuerkreis vergibt 20.000 Euro für Kleinprojekte

Main4eck

Der Steuerkreis der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Main4Eck hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 16. Juli, 20.000 Euro für Vorhaben aus dem Kleinprojektefonds vergeben. Die Entscheidung fiel einstimmig, die LAG wird aber nach Anregungen aus dem Gremium die Bewertungskriterien unter die Lupe nehmen und bei Bedarf anpassen.

In der Geschäftsstelle der LAG in Eschau leitete stellvertretender Vorsitzender Gerhard Rüth in die Sitzung. LAG-Manager Philipp Wollbeck gab einen Überblick der elf eingegangenen Anträge und stellte fest, dass dies eine ungewöhnlich niedrige Zahl sei. Zum Vergleich: In den bisherigen vier Jahren des Kleinprojektefonds waren es meistens etwa 20 Anträge, die niedrigschwellig und ohne großen Aufwand eingereicht werden können. Mit dem Fonds unterstützt die LAG regionales bürgerschaftliches Engagement mit insgesamt 20.000 Euro pro Jahr, begrenzt auf höchstens 2.500 Euro pro Vorhaben. Bewerben können sich kleine Vereine, Projektgruppen sowie Einzelpersonen; kommunale Träger sind ausgeschlossen. Der Steuerkreis bewertet die Projekte nach diversen Kriterien und vergibt dafür Punkte. Dazu gehören beispielsweise der Nutzen für das LAG-Gebiet, die Bürger- beziehungsweise Akteursbeteiligung, die Vernetzung, Lebensqualität, sozialer Zusammenhalt, Umwelt-, Ressourcen- und Naturschutz, Öffentlichkeitsarbeit sowie Inklusion und Barrierefreiheit. Der Steuerkreis vergibt danach die Mittel für die am höchsten bepunkteten Projekte.

In diesem Jahr werden bedacht (in der Reihenfolge der Bewertungen): Das Projekt „Botschafter:in Neues Ehrenamt“ des KAB-Kreisverbands (18 Punkte), „Erwachsenenbildung über den Tellerrand – gemeinsam die Welt hinterfragen“ des Bürgertreffs Soden (18 Punkte), „Der Klang des Odenwalds – Natur erleben, hören und verstehen“ der Joachim-und-Susanne-Schulz-Stiftung (16 Punkte), „Burgenleuchten – Geschichte erleben im Schein der Dämmerung“ vom Verein Burglandschaft (16 Punkte), „Digitale Erlebnisplattform Wandern und Radfahren in der Qualitätsregion Wanderbares Deutschland Räuberland“ (15 Punkte), Ausstattung der Mistelwarte des Landschaftspflegeverbands mit Geräten zum Mistelschnitt (13 Punkte), „Außenfläche aktiv nutzen – Mobile Veranstaltungspavillons für das Museum Watterbachhaus (12 Punkte) sowie „Zusammen – für unsere Vereine und unsere Heimat“ des Vereinsrings Eschau/Sommerau (12 Punkte). Da ein Projekt statt 2.500 Euro nur 2.000 Euro veranschlagt hatte, wurden die verbleibenden 500 Euro dem Projekt „Kinderspielplatz am Tennisplatz“ des Tennisclubs Weilbach/Weckbach zuerkannt.

In der Diskussion war erkennbar, dass die Bewertungsansätze unterschiedlich beurteilt wurden. Auch wurde über die Höhe der Zuwendung diskutiert – ob man es bei 2.500 Euro belassen oder die Summe ändern soll. Hinterfragt wurde zudem, ob Ersatzbeschaffungen weiter gefördert werden soll und stattdessen mehr Projekte mit Nachhaltigkeitscharakter zum Zug kommen sollen. LAG-Manager Philipp Wollbeck könnte sich gut vorstellen, in jedem Jahr zwei „Leuchtturmprojekte“ mit mehr Geld zu bedenken. Man will das Thema der Bewertungen nun weiter diskutieren und die Richtlinie gegebenenfalls zur neuen Förderperiode anpassen.

Laut Wollbeck habe die LAG für die laufende Förderperiode bis Ende 2027 noch rund 16.000 Euro Restmittel zur Verfügung. Während in der Vergangenheit immer wieder zusätzliches Geld zur Verfügung stand, da andere LAGs ihre Mittel nicht verbraucht hatten, werde es in diesem Jahre wahrscheinlich nicht dazu kommen, befürchtet er.

Der LAG-Manager ging zudem auf die sogenannte KePol-Stelle ein – eine Personalstelle für entwicklungspolitische Arbeit, die attraktiv gefördert wird. Der oder die mögliche Stelleninhaberin soll die größtenteils ehrenamtlich getragenen Aktivitäten in den Bereichen Nachhaltigkeit, fairer Handel und regionale Wertschöpfung unterstützen und koordinieren. Die LAG werde das Projekt im Kreistag vorstellen, damit dieser darüber entscheiden könne.

Ebenfalls aufgeschlossen habe sich der Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus für eine Bewerbung des Landkreises als Öko-Modellregion gezeigt. Dieses Vorhaben unterstütze das Thema Öko-Landbau, sagte Wollbeck und berichtete vom Auftrag des Ausschusses, die LAG möge zusammen mit Experten ein Konzept erstellen und dieses im Oktober dem Kreistag vorstellen. Der werde über eine Bewerbung entscheiden, so Wollbeck. Eine solche Stelle wäre sehr gut mit der KePol-Stelle zu verknüpfen, stellte der LAG-Manager fest.

Weitere Informationen über die Arbeit der LAG Main4eck im Internet: www.main4eck.de

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