Krisenvorsorge für pflegende Angehörige Thema beim Seniorennetzwerktreffen

Um im Krisenfall für das Erste gewappnet zu sein, erhielten Haupt- und Ehrenamtliche aus der Seniorenarbeit hilfreiche Tipps und Anregungen. Foto: Winfried Zang

„Jede und jeder kann und sollte persönlich für einen Krisenfall vorsorgen. Dann können auch kommunale und gesamtgesellschaftliche Hilfen besser greifen“, so lautete ein Fazit des jüngsten Treffens des Seniorennetzwerks. Gerade für Menschen, die selbst Unterstützungsbedarf haben oder für Angehörige sorgen, ist dies von Bedeutung. Angesichts der klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen sind Vorsorgen für den Katastrophen- oder Krisenfall auf mehreren Ebenen sinnvoll. Daher hatte Christina Jung, Fachstelle Altenhilfeplanung, dies zum Schwerpunktthema des Seniorennetzwerktreffens gemacht.

Haupt- und Ehrenamtliche aus verschiedensten Bereichen der Seniorenarbeit im Landkreis verfolgten interessiert die Ausführungen von Marcel Fleckenstein und Christopher Braun vom Bevölkerungsschutz des Landratsamtes Miltenberg. Hochwasserereignisse, längere Stromausfälle und Angriffe auf digitale Infrastruktur – anhand anschaulicher Beispiele auch aus dem Landkreis stellten die Fachleute sinnvolle Vorsorgemöglichkeiten vor. Dabei seien selbst Kleinigkeiten besser als nichts: Zum Beispiel ein paar Flaschen Wasser, haltbare Lebensmittel und wichtige Medikamente für ein paar Tage. Für Menschen, die auf technische Hilfsmittel angewiesen sind, seien Ersatzbatterien und geladene Ersatzakkus in Griffweite wichtig – etwa für Hörgeräte und Heimbeatmungsgeräte. Auch Mobilitätshilfen sollten immer in Reichweite sein. Eine Liste mit Telefonnummern von Vertrauenspersonen sei bei Bedarf auch für Rettungskräfte wichtig.

Im Austausch wurde klar, dass neben einer individuellen Vorsorge auch der Kontakt zur Nachbarschaft unerlässlich sei. So könne man sich bei Bedarf gegenseitig unterstützen und entlaste dadurch Einsatzkräfte. In dem Zusammenhang wies Braun auf die Anlaufstellen in den Kommunen hin: In der Regel seien die Feuerwehrgerätehäuser in Krisensituationen besetzt. Es sei wichtig, diese „Leuchttürme“ zu kennen, denn Hilfe komme nicht automatisch.

Für alle, die ein Smartphone nutzen können, werde die Warn-App NINA empfohlen: Darüber werde nicht nur in einem Krisenfall gewarnt, sondern auch Informationen zum richtigen Verhalten und Tipps zur Bewältigung der Krise weitergegeben. Sie enthält auch die Inhalte des Ratgebers „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“. Er ist wie viele weitere Info-Angebote zum Thema über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auch in Leichter Sprache kostenfrei erhältlich. Bezugsquelle: www.bbk.bund.de

Wichtige Notfall-Telefonnummern sowie Infos zur Notruf-App nora finden sich auch im aktuell vom Landratsamt Miltenberg veröffentlichten Wegweiser „Älter werden im Landkreis Miltenberg“. Er ist unter anderem im Landratsamt Miltenberg oder auf den Rathäusern erhältlich.

Das abschließende Fazit lautete: Durch die eigene Vorsorge erlebt man sich selbst als wirksam und nicht hilflos den Gegebenheiten ausgeliefert. Dadurch können wir einzeln und als Gesellschaft besser krisenhafte Situationen bewältigen.

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