Kreisbauamt denkt über Änderungen im Reinigungsmanagement nach
Das Kreisbauamt überlegt derzeit Änderungen beim Reinigungsmanagement der eigenen Liegenschaften, wie Kreisbaumeister Andreas Wosnik und Melanie Fritz (Kreisbauamt) in der Sitzung des Ausschusses für Energie, Bau und Verkehr am Mittwoch, 26. November, sagten.
Rund 1,5 Millionen Euro gibt der Landkreis durchschnittlich pro Jahr dafür aus, so Wosnik. Das sei im Vergleich zu den Empfehlungen des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands zwar unterdurchschnittlich, allerdings hätten die Einsparungen der letzten Jahre auch andere Effekte gehabt: Der Aufwand sei höher, besonders im Hinblick auf die Koordination der externen Reinigungsdienstleister. Leider sei zudem festzustellen, dass die Unzufriedenheit der Schulleitungen mit der Qualität der Reinigungsleistungen gestiegen sei. Nun wolle die Verwaltung gegensteuern, so Wosnik und Fritz. Im Kern gehe es darum, vermehrt auf eigenes Personal zu setzen. So könne man an jeder Schule mindestens eine eigene Reinigungskraft einsetzen. Diese Maßnahme sei beispielsweise im Landratsamt Miltenberg sehr wirksam, da Menschen, die sich mit dem Arbeitgeber Landratsamt identifizieren, motivierter sind und mangelhafte Reinigungsleistungen externer Anbieter sofort ansprechen könnten.
Zum Reinigungsmanagement gehöre aber mehr, so Andreas Wosnik, etwa die Anstellung eines Meisters/einer Meisterin der Gebäudereinigung. Die Aufgabe dieser Person sei es unter anderem, das eigene Reinigungspersonal zu koordinieren, die Qualität zu sichern, die Reinigungsleistungen abzurechnen, die Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu gewährleisten sowie die Beschaffung von Reinigungsmitteln zu organisieren. Nachdem eine im Stellenplan hinterlegte Stelle für Vergaben der Gemeinden nicht benötigt werde, könne diese ohne Mehrkosten umgewidmet werden, schlug Wosnik vor. Der Ausschuss nahm die Ausführungen zur Kenntnis.
Einstimmig empfahl das Gremium dem Kreistag, Ja zur Sanierung der Sporthallen am Miltenberger Johannes-Butzbach-Gymnasium zu sagen und den Ausschuss für Energie, Bau und Verkehr mit der weiteren Behandlung zu beauftragen. Seit der Kreistag die Notwendigkeit einer Sanierung im Jahr 2019 im Rahmen des Schulbauprogramms III anerkannt hatte, sind die Kosten für die Generalsanierung deutlich gestiegen. Statt geplanter 4 Millionen Euro – bei einer Kostenunschärfe von 30 Prozent – wurden daraus, Stand Ende September 2025, rund 6,7 Millionen Euro. Nachdem das Kreisbauamt nach Einsparpotenzialen gesucht und diese auch gefunden hatte, wurde im FAG-Antrag eine Gesamtsumme von etwas weniger als 6,6 Millionen Euro angegeben. Die höheren Kosten begründete der Kreisbaumeister mit dem Baukostenindex, der um knapp 48 Prozent gestiegen sei. Der Bauantrag sei nun gestellt worden, so Wosnik. Die Ausschreibungen sollen vermutlich in drei Pakete aufgeteilt werden, so dass die einzelnen Pakete im Januar, im März und im Mai 2026 ausgeschrieben werden sollen.
Zum Stand der Sanierung der Sporthallen am Erlenbacher Hermann-Staudinger-Gymnasium erklärte der Kreisbaumeister, dass das Flachdach auf dem Zwischenbau im laufenden Monat angebracht wird, die Fassaden im oberen Bereich größtenteils fertig sind und mit der vorgehängten Fassade im Erdgeschoss begonnen werde. Im Inneren sei der Schlämmputz der Innenwände aufgebracht, die Unterkonstruktion für den Sportboden sei eingebaut und die Prallwände würden derzeit montiert. Die Arbeiten sollen in den Osterferien 2026 vollendet werden.
Da der Baukostenindex seit September 2023 um 6,3 Prozent gestiegen sei, hätten sich Wosnik zufolge auch die Kosten erhöht: Statt 7.084.200 Euro rechne man mit 7.614.200 Euro – 7,5 Prozent mehr als gedacht.
Im Zusammenhang mit der Generalsanierung/dem Neubau der Berufsschule am Standort Miltenberg erklärte der Kreisbaumeister, dass die Werkstattplanungen mit allen Fachschaften besprochen worden seien. Mit Ausnahme der Holztechnik hätten sich die Lehrkräfte zufrieden mit den Planungen gezeigt. Die Fachplanungen seien weit fortgeschritten, stellte er fest, auch eine städtebauliche Vereinbarung mit dem Markt Bürgstadt sei abgeschlossen worden. Die Vereinbarung mit Miltenberg fehle noch, diese sei nach Auffassung des Kreisbauamts aber vermutlich gar nicht notwendig.
Vergabe: In der letzten nichtöffentlichen Sitzung des Ausschusses wurde die Sanierung der Innenbeleuchtung der Beruflichen Oberschule Obernburg für 115.700 Euro vergeben.
Im letzten Tagesordnungspunkt ging der Kreisbaumeister auf drei Anfragen aus dem Gremium ein, die in der letzten Sitzung gestellt worden waren.
So legte Andreas Wosnik ausführlich dar, mit welchen Instrumenten das Staatliche Bauamt Aschaffenburg die Zustände von Straßen bewertet. Demnach befährt ein Ingenieurbüro mit speziellen Messfahrzeugen die Straßen. Dabei werden zahlreiche Daten erhoben, etwa die Spurrinnentiefe, die fiktive Wassertiefe, die Griffigkeit, der Anteil der Risse und die Schadensfläche im Asphalt. Diese Werte werden in ein Notensystem überführt, das dann den Zustand mit Noten zwischen 1 (idealer Straßenzustand) und 4,5 (Einleitung baulicher oder verkehrsbeschränkender Maßnahmen notwendig) darstellt. Am Ende steht die sogenannte verbesserte Erhaltungsplanung, die automatisiert Erhaltungsabschnitte generiert und unter Einbeziehung der Verkehrsdaten eine Dringlichkeitsreihung vornimmt.
Zur Anfrage wegen eines Überblicks der abgeschlossenen Schulbauprogramme und dem laufenden Schulbauprogramm legte der Kreisbaumeiste anhand der bisherigen Maßnahmen mit Zahlen dar, dass Sanierungen deutlich kostengünstiger als Neubauten sind: Hier stünden Sanierungen mit durchschnittlich 2.200 Euro pro Quadratmeter den Neubauten mit durchschnittlich 3.700 Euro pro Quadratmeter gegenüber. Im Landkreis seien die Sanierung nochmals deutlich günstiger: So habe der Kennwert etwa beim Julius-Echter-Gymnasium bei 1.779 Euro pro Quadratmeter gelegen (Schulbauprogramm I), am Hermann-Staudinger-Gymnasium (Schulbauprogramm II) bei 1.678 Euro pro Quadratmeter. Bei den aktuellen Sporthallensanierungen in Miltenberg und Erlenbach liege der Wert etwa in Erlenbach mit 5.005 Euro höher aufgrund einer Asbestsanierung und des schwierigen Untergrunds. Prinzipiell seien bei Sporthallen die Werte höher, da man hier von Raumhöhen von 5,5 Metern ausgehen müsse.
Zur Anfrage wegen der Heizung am Schulzentrum Elsenfeld sagte Wosnik, dass laut Beschluss des Ausschusses die Variante Nahwärmeversorgung durch Mainsite stufenweise weiterverfolgt werde. Das ICO habe angeboten, Planung und Umsetzung dieser Variante in Eigenregie zu erledigen, da der größte Abschnitt der Leitungen auf dem Gelände des ICO liegt. Nun liege ein Umsetzungsvorschlag mit Baukostenzuschuss vor, den man noch prüfen müsse. Die Umstellung der Heizung müsse bis 2027 erfolgen.