Kreis geht Klimaschutzmaßnahmen an Landkreisschulen an

Großer Sitzungssaal
Foto: Medienzentrum Landratsamt Miltenberg

Mit großer Mehrheit hat der Kreistag am Montag, 19. Oktober, Klimaanpassungs-maßnahmen an den Landkreisschulen beschlossen. Dazu sollen Fachplanungsbüros Konzepte und einen Maßnahmenplan erstellen. Dieser Maßnahmenplan soll priorisiert werden nach Durchführbarkeit der Maßnahmen und optimalem Fördermitteleinsatz. In den Jahren 2027 bis 2029 sollen dafür Gesamtmittel in Höhe von 2,4 Millionen Euro im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Vorausgegangen war dem Tagesordnungspunkt ein Empfehlungsbeschluss des Ausschusses für Energie, Bau und Verkehr.

Laut Kreisbaumeister Andreas Wosnik gehen Fachleute von immer höheren Wahrscheinlichkeiten für Hitzewellen und Temperaturen aus. In den Landkreisschulen seien zwar im Zuge der Corona-Pandemie – mit Ausnahme der Berufsschulen und der Berufsoberschule/Fachoberschule – Lüftungsanlagen installiert worden, allerdings seien die internen Heizlasten in den Klassenzimmern mit etwa 100 Watt pro Schüler und Lehrer hoch, dazu kommen Heizlasten durch Technik.

Die Landkreisverwaltung habe sich bereits Gedanken gemacht, was möglich sei, verwies der Kreisbaumeister auf diverse passive und aktive Maßnahmen im Außenbereich, an der Gebäudehülle, im Gebäudeinneren sowie auf pädagogische Maßnahmen. Was eine nachträgliche Klimatisierung eines Klassenzimmers kostet, lasse eine entsprechende Petition erahnen, die im Bayerischen Landtag liegt, so Wosnik, der von 7.000 bis 8.500 Euro pro Zimmer ausgeht. Das aber, sagte er, könne der Landkreis derzeit nicht finanzieren.

Man präferiere daher passive Maßnahmen, die gegenwärtig schon von Bund und Land Bayern mit 30 bis 50 Prozent Zuschuss gefördert werden. Man gehe im Kreisbauamt zudem davon aus, dass es zu weiteren Förderprogrammen kommen werde. In der Vergangenheit hätten diejenigen Kommunen die besten Chancen gehabt, die bereits Konzepte vorweisen konnten. Daher empfehle das Kreisbaumt die Erstellung eines solchen Konzepts für jede Schule. Das könne dann jeweils im Ausschuss diskutiert werden. Nach mehreren Wortbeiträgen aus Reihen des Kreistags fiel der Beschluss mit deutlicher Mehrheit.

Einstimmig sagte das Gremium Ja zu personellen Änderungen im Jugendhilfeausschuss. Demnach rückt der neue Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands, Uwe Eisner, für den ausgeschiedenen Geschäftsführer Edwin Pfeifer als stimmberechtigtes Mitglied nach. Einstimmig wurde die Vertretungsregelung der CSU-Fraktion akzeptiert, wonach für die Ausschüsse eine festgelegte Vertretungsreihenfolge gewünscht wurde.

Miriam Zimmerling-Faulhaber (Landkreis-Kämmerei) legte den Beteiligungsbericht des Landkreises für das Jahr 2025 vor. Der Bericht ist vorzulegen, wenn der Kreis eine Beteiligung an Unternehmen in einer Rechtsform des Privatrechts mit mindestens fünf Prozent der Anteile hält. Demnach ist der Landkreis an der Aschaffenburg Miltenberg Nahverkehrs-GmbH (AMINA) mit einem Drittel beteiligt, umgerechnet 20.000 Euro Anteil am Stammkapital von 60.000 Euro. Die AMINA erwirtschaftete 2025 einen Gewinn in Höhe von 1.355 Euro. Mit 6,25 Prozent ist der Landkreis an der Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH beteiligt, was 1,02 Millionen Euro Anteil am Stammkapital von 16,4 Millionen Euro entspricht. 2025 lag das Jahresergebnis bei 1,493 Millionen Euro.

An der SQG (Strukturwandel und Qualifizierung gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung) hält der Landkreis 16 Prozent, was 4.400 Euro entspricht. Die GmbH erwirtschaftete 2025 ein Jahresergebnis von 266.989 Euro.

Am ZENTEC (Zentrum für Technologie, Existenzgründung und Cooperation GmbH) hält der Landkreis 17 Prozent, was 34.000 Euro von insgesamt 200.000 Euro entspricht. Unter dem Strich stand 2025 ein negatives Jahresergebnis von 222.530 Euro.

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