Junge Medizinstudierende beginnen ihre vierwöchige Famulatur im Landkreis
Acht junge Medizinstudierende leisten in diesem Jahr ihre Famulatur im Landkreis Miltenberg ab. Von Montag, 31. August, bis Freitag, 30. September, werden sie ein abwechslungsreiches fachspezifisches Programm absolvieren, bei dem aber auch Angebote wie etwa ein Golf-Schnupperkurs nicht fehlen.
Unter Famulatur versteht man ein vorgeschriebenes 120-tägiges Praktikum im Medizinstudium, das üblicherweise in vier Abschnitten mit jeweils 30 Tagen geleistet werden muss. So müssen die Studierenden mindestens 30 Tage in einer Hausarztpraxis arbeiten, aber auch in Kliniken, ambulanten Praxen und dem öffentlichen Gesundheitswesen. Dabei machen sie wichtige Praxiserfahrungen in der ärztlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten. Um jungen Studierenden den Landkreis Miltenberg als attraktiven Wohnort mit interessanten beruflichen Perspektiven näher zu bringen, hat die am Gesundheitsamt angesiedelte Gesundheitsregion plus mit ihren beteiligten Partnern daher ein kostenloses 30-tägiges Programm konzipiert.
Für die praktische Umsetzung stellen niedergelassene Haus- und Kinderärztinnen und ärzte sowie die Helios Klinik Erlenbach Praktikumsplätze zur Verfügung. Der Ärztliche Kreisverband unterstützt die Studierenden mit einem Fahrtkostenzuschuss. Eine besondere Unterstützung erfährt das Programm durch die Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg und den Hartmannbund, die als Sponsoren einen wichtigen finanziellen Beitrag zur Umsetzung leisten.
Willkommen geheißen wurden die angehenden vier Mediziner und vier Medizinerinnen am Montag, 31. August, im Landratsamt von Isabella Zerritsch, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion Plus, der Leiterin des Gesundheitsamts Dr. Regina Roloff sowie dem weiteren Stellvertreter von Landrat Björn Bartels, Ralf Reichwein. Die jungen Leute befinden sich aktuell im fünften, sechsten, achten und 13. Semester, sie studieren in Heidelberg, Freiburg, Göttingen und Erlangen. Auf die Frage, wie sie vom Famulaturprogramm erfahren haben, antworteten einige, dass sie im Internet davon gelesen haben, andere wiederum haben die Teilnahme empfohlen bekommen von vorherigen Absolventinnen des Programms.
Ralf Reichwein stellte den Landkreis Miltenberg als Region vor, die einerseits wirtschaftlich stark ist und zur Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main gehört, andererseits mit hoher Lebensqualität punkten kann. Für Medizinerinnen und Mediziner gebe es hier attraktive Arbeitsmöglichkeiten in Arzt- und Facharztpraxen. Auch der Einstieg in eine eigene Praxis sei möglich, denn so mancher Arzt suche einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. Im Landkreis Miltenberg lasse sich aber auch die Freizeit perfekt gestalten, verwies Reichwein auf den nahen Odenwald und den Spessart, wo man sehr gut Wandern und Radfahren könne. Der Genuss komme in den vielen Häckerwirtschaften und Festen nicht zu kurz, wo man schnell Kontakt zu den Mitmenschen finde. Er warb für das reichhaltige Kulturangebot im Landkreis Miltenberg, wen es aber ins Theater oder die Oper zieht, der sei in knapp 50 Minuten auch in Frankfurt, machte Reichwein die Region schmackhaft.
Schnell gelange man im Landkreis vom Wohn- zum Arbeitsort, die Mieten und Bauplätze seien im Vergleich zu Großstädten erschwinglich, das Angebot an Kindergärten und Schulen sei groß und Arbeitsplätze für Familienmitglieder gebe es genügend. „Bei uns verbringen Sie nicht jeden Tag viel Zeit im Verkehr, hier haben Sie mehr Zeit zum Leben“, hob Reichwein die Vorzüge des Untermains hervor und fasste das Leben hier mit dem Schlagwort „Lebensqualität“ zusammen. Nicht zu vergessen sei, dass man hier nicht in der Anonymität arbeitet, vielmehr erfahre man persönliche Wertschätzung in einem überschaubaren Umfeld. Er hoffe, dass es den einen oder anderen jungen Arzt oder junge Ärztin später einmal zurück in den Landkreis Miltenberg zieht, schloss Reichwein.
Nachdem Isabella Zerritsch die Gesundheitsregion Plus vorgestellt hatte, besuchte die Gruppe das Gesundheitsamt Miltenberg, gefolgt von einer Stadtführung in Miltenberg und einem gemeinsamen Mittagessen, ehe die Studierenden in ihren jeweiligen Praxen starteten. Neben der Arbeit in den Praxen stehen jeweils die Mittwochnachmittage im Zeichen von Besuchen etwa in der BKK Akzo Nobel, wo die Arbeitsmedizin und der Austausch zu aktuellen gesundheitspolitischen Fragen im Mittelpunkt stehen wird. Bei der AOK Aschaffenburg steht gemeinsames Kochen mit Schwerpunkt mediterrane Küche auf dem Programm, die Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg informiert zum Thema Praxisgründung, beim BRK-Kreisverband wird ein Workshop zum Thema Atemwegssicherung angeboten. Einen Tag lang sind die Studierenden zu Gast in der Helios-Klinik Erlenbach, wo unter anderem die neurologische Elektrophysiologie, eine Naht- und Knüpfkurs sowie ein Besuch im Herzkatheter-Labor auf dem Programm stehen.
Eine gemeinsame Weinwanderung mit Abendessen beschließt am Freitag, 25. September, das Famulaturprogramm 2026.