Jens Marco Scherf zum Altlandrat ernannt

Landrat Björn Bartels (links) überreichte Jens Marco Scherf eine Urkunde als sichtbares Zeichen der Ernennung zum Altlandrat. Foto: Winfried Zang

Mit stehenden Ovationen ist der Jens Marco Scherf, von 2014 bis 2026 Landrat des Landkreises Miltenberg, am Freitag, 12. Juni, im Bürgerzentrum Elsenfeld verabschiedet worden. Landrat Björn Bartels überreichte Scherf als Zeichen der Wertschätzung die Ernennungsurkunde zum Altlandrat. Das hatte der Kreistag in seiner konstituierenden Sitzung beschlossen.

Bartels fand in seiner Laudatio die passenden Worte für Scherf, den ersten grünen Landrat Deutschlands. Er bescheinigte Scherf, dass es ihm immer um die Menschen im Landkreis gegangen sei. Diese Nähe sei ein Grundprinzip seiner Arbeit gewesen, attestierte er ihm. Mit großem Einsatz, klarer Haltung und viel Leidenschaft habe Jens Marco Scherf den Landkreis geführt, Themen angestoßen, Debatten geführt und Projekte vorangebracht, die den Landkreis bis heute beschäftigen. Als Landrat sei er immer ein Teamplayer gewesen, blickte Bartels zurück. Als eines der großen Herzensprojekte Scherfs hob Bartels die Elektrifizierung der Maintalbahn hervor. Dabei sei es nicht allein um eine Bahnstrecke gegangen, sondern um Mobilität, Klimaschutz, eine bessere Anbindung des Landkreises und die Zukunftsfähigkeit der Region. Scherf habe dieses Thema mit Ausdauer, Überzeugung und Nachdruck vertreten. Ein besonderer Moment sei der Eintrag von Staatsminister Christian Bernreiter ins Goldene Buch des Landkreises im Mai 2023 gewesen. Auch das Thema Bildung habe Scherf begleitet: Als ehemaliger Lehrer und Schulleiter habe er um die Bedeutung guter Bildung gewusst. Dass der Landkreis in seiner Amtszeit Bildungsregion wurde, sei dafür ein starkes Zeichen.

Scherfs Amtszeit sei eine Zeit großer Herausforderungen gewesen, verwies Björn Bartels auf das Jahr 2015 mit dem Zuzug vieler Geflüchteter und die Corona-Pandemie, die von den politisch Verantwortlichen Entscheidungen unter großem Druck verlangt hätten. Das habe er, Bartels, bei der engen Zusammenarbeit mit ihm in dieser Zeit immer wieder gespürt. Auch der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine habe den Landkreis vor neue Aufgaben gestellt mit der Aufnahme Geflüchteter und den Sorgen um Energieversorgung, Preissteigerungen und Auswirkungen auf die Gesellschaft. All das habe Scherf viel abverlangt. Er habe aber dennoch kein Blatt vor den Mund genommen, Missstände benannt – auch im Fernsehen –, Position bezogen und sich für die Belange des Landkreises eingesetzt – auch wenn es unbequem war. Mit seinem Auftritt bei Markus Lanz habe er bundesweit Aufmerksamkeit bekommen und dem Landkreis eine Stimme gegeben mit der Aussage, dass Kommunen nicht die letzte Reihe der Politik sind, sondern dass sie dort sind, wo Politik im Alltag ankommt.

Im Juli 2025 habe Scherf aus den Händen von Ministerpräsident Markus Söder den Bayerischen Verdienstorden verliehen bekommen. Diese Auszeichnung zeige, „dass Dein Einsatz für unseren Landkreis, für die kommunale Ebene und für die Menschen vor Ort weit über die Grenzen des Landkreises hinaus wahrgenommen und gewürdigt wurde.“

Hinter Scherf lägen viele schwierige Diskussionen mit unterschiedlichen Meinungen, unterschiedlichen Sichtweisen und Auseinandersetzungen – aber das gehöre zur Demokratie. Jens Marco Scherf habe zwölf Jahre Verantwortung getragen – und zwar mit Leidenschaft und Haltung. Dafür gebühre ihm der Dank für den Einsatz und seine klare Stimme. Als Scherf die Amtsgeschäfte rund ein Jahr vor Ende der Wahlperiode aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste, sei das für viele bewegend gewesen. Und es habe gezeigt, wie viel dieses Amt einem Menschen abverlangen kann. Davor, so Bartels, „habe ich den größten Respekt.“ Der Landrat vergaß auch nicht, Scherfs Familie zu danken, die Termine am Abend, Sitzungen, Wochenenden, schwierige Entscheidungen und Phasen mit hoher Belastung mitgetragen habe.

Scherfs Wirken bleibe sichtbar – in Projekten, in Entwicklungen, in Begegnungen und in vielen Erinnerungen der Menschen, die ihn in diesen Jahren erlebt haben, schloss Bartels. Er wünschte ihm für die kommende Zeit von Herzen alles Gute, Gesundheit, Ruhe, neue Kraft und viele schöne Momente mit der Familie. Neben der Urkunde zur Ernennung zum Altlandrat übergab Bartels eine Revers-Nadel, einen Glaspokal und einen Wandergutschein. Mit langen stehenden Ovationen würdigten die Gäste den ehemaligen Landrat.

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