Jakobskreuzkraut: Ausbreitung frühzeitig eindämmen
Das Jakobskreuzkraut ist eine heimische Wildpflanze, die vor allem in der Nähe landwirtschaftlich genutzter Flächen zum Problem werden kann. Besonders gefährlich ist sie für Weidetiere wie Pferde, Rinder und Schafe. Pferde reagieren dabei besonders empfindlich, gefolgt von Rindern. Schafe und Ziegen gelten als etwas toleranter.
Die Pflanze enthält giftige Alkaloide, die sich im Körper der Tiere anreichern und zu chronischen Leberschäden bis hin zum Tod führen können. Besonders kritisch ist Jakobskreuzkraut in Heu oder Silage: Frische Pflanzen werden wegen ihres bitteren Geschmacks von Weidetieren meist gemieden. Getrocknet verlieren sie jedoch diesen bitteren Geschmack und können dann mitgefressen werden.
Die gelb blühende Pflanze ist in der Regel von Juni bis September zu sehen. Sie verbreitet sich stark über Samen. Eine ausgewachsene Pflanze kann bis zu 150.000 Samen bilden, die bis zu 20 Jahre keimfähig bleiben können. Die Samen werden ähnlich wie beim Löwenzahn durch Wind verbreitet, können aber auch über landwirtschaftliche Geräte oder Weidetiere verschleppt werden. Deshalb kann Jakobskreuzkraut auch dann zum Problem werden, wenn Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter ihre eigenen Flächen bereits sorgfältig kontrollieren.
Das Veterinäramt und die untere Naturschutzbehörde weisen darauf hin, dass einzelne Pflanzen möglichst frühzeitig entfernt werden sollten. Wichtig ist dabei, die gesamte Pflanze samt Wurzel auszustechen oder auszureißen. Zum Schutz vor Pflanzensaft sollten wasserfeste Arbeitshandschuhe getragen werden.
Besonders blühende Pflanzen dürfen nach dem Entfernen nicht auf der Fläche liegen bleiben, da sich die Samen sonst weiterverbreiten können. Sie sollten über den Restmüll und keinesfalls im Biomüll entsorgt werden. Nicht blühende Pflanzen können an unkritischen Stellen, etwa in Heckenbereichen oder auf dem Kompost, verrotten, sofern eine weitere Ausbreitung ausgeschlossen ist.
Bei größeren Beständen reicht das Ausstechen einzelner Pflanzen meist nicht aus. Hier können gezieltes Mähen, Nachsaat und eine gute Pflege der Grasnarbe notwendig sein. Besonders wichtig ist eine dichte, stabile Grasnarbe, da sich Jakobskreuzkraut vor allem an kahlen, trockenen oder überweideten Stellen ausbreitet.
Für den Menschen stellt Jakobskreuzkraut in der Regel keine direkte Gefahr dar, da die frische Pflanze sehr bitter schmeckt und normalerweise nicht verzehrt wird. Indirekte Risiken können jedoch bestehen, wenn belastete Lebensmittel wie Kräutertees, Gewürze oder Honig in größeren Mengen aufgenommen werden.
Ziel ist es deshalb, die Ausbreitung der Pflanze insbesondere in der Nähe von Weiden, Wiesen und Flächen zur Futtergewinnung frühzeitig einzudämmen. Gleichzeitig ist zu beachten: Jakobskreuzkraut ist Teil der heimischen Pflanzenwelt und kann an unkritischen Standorten auch eine Bedeutung für Insekten haben. Problematisch wird es vor allem dort, wo es sich auf landwirtschaftlich genutzte Grünlandflächen ausbreitet.