Im Einsatz für die Kreisheimatpflege
Kreisheimatpfleger Bernhard Springer hat im Ausschuss für Gesundheit, Bildung, Kultur und Soziales am Mittwoch, 7. Oktober, über die vielfältigen Tätigkeitsfelder der Kreisheimatpflege informiert. Diese Aufgabe ist in der Heimatpflegerichtlinie in Bayern verankert.
Hedwig Eckert, zuständig unter anderem für fränkische Volksmusik, geistliches Volkslied, Trachten, Bräuche, Mundart und vieles mehr sei laut Springer „eine absolute Koryphäe“ im Bereich der fränkischen Volksmusik. Selbst aktive Musikerin, hält sie zudem viele thematische Vorträge. Sie war aktiv im Projekt „MundArt – Ortsnamen in Bayern“ der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, ebenso im Projekt „Mundartweg von Tauberbischofsheim bis Miltenberg und Mosbach“. Einmal im Monat hält sie einen Sing- und Musiziernachmittag für Senioren ab, auch umrahmt sie unter anderem Gottesdienste mit ihrer Musikgruppe Sameds.
Als „Urgestein“ bezeichnete Springer den für technischen Denkmalschutz zuständigen Kreisheimatpfleger Gerd Wolf, der bei vielen Bauvorhaben als Fachmann hinzugezogen wird – etwa bei Einzeldenkmälern und Gebäuden im Ensemble. Er berät auf Wunsch Bauherren im Hinblick auf Denkmalschutz, gibt Stellungnahmen ab und wird auch bei der Aufstellung von Bauleitplänen gehört. Das Jahr über ist er gut mit Besichtigungen und Stellungnahmen beschäftigt.
In Eric Erfurth habe man einen absoluten Fachmann für die Bereiche Archäologie und Museen gewinnen können, so Springer. Der Obernburger ist nicht nur Leiter des Römermuseums in Obernburg und Fachmann im Zusammenhang mit römischen Funden, er publiziert auch fleißig. Regelmäßig kommen Personen mit unterschiedlichsten historischen Gegenständen und archäologischen Funden auf ihn zu, so Springer. Dank seines riesigen Netzwerks versucht Erfurth, die Herkunft, den Wert und die Bedeutung der Gegenstände zu klären. Auch nimmt er Meldungen entgegen bei archäologisch relevanten Bodeneingriffen.
Bernhard Springer selbst ist im Bereich Heimat- und Kunstgeschichte tätig, betreut die Geschichtsvereine und ist im Bereich „Jugend und Heimat“ aktiv, wo er nicht nur Vorträge hält, sondern auch Tipps für zeitgemäße Jugendarbeit in der Zeitschrift „Heimat MIL“ gibt. Er betreut die Geschichtsvereine im Landkreis, gibt Vorträge und Führungen, hat diverse Bücher veröffentlicht und baut gemeinsam mit dem Medienzentrum des Landkreises eine Bibliothek mit Heimatliteratur auf.
Über die erfolgreiche Arbeit der Beratungsstelle Internationaler Austausch berichtete Stelleninhaberin Sabine Lenk dem Ausschuss. Die Stelle ist bei der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Main4Eck angesiedelt und wird noch bis Ende 2027 mit insgesamt 67.037 Euro gefördert. Aktuelles Arbeitsfeld ist die Umsetzung der European Youth Work Agenda, dem sogenannten Bonn-Prozess. Dabei geht es darum, die Jugendarbeit in Europa strukturell zu stärken, Angebote auszubauen und die Qualität zu entwickeln in Kooperation mit allen Organisationen, die mit Jugendlichen arbeiten. Lenk hält Vorträge, bietet Interessierten Unterstützung an und berät auch Einzelpersonen zu Auslandsaufenthalten. Über soziale Medien vermittelt sie ihre Informationen. Aufgrund ihrer Beratung konnten im Bereich der Jugendarbeit zahlreiche Fördermittel für Jugendbegegnungen bewilligt werden; Lenk nannte eine Gesamtsumme von fast 128.000 Euro. Weiteres Potenzial sieht Lenk in der Einbindung von Mittel- und Realschulen, sagte sie auf eine Anfrage aus dem Gremium.
Der neue Kreisgeschäftsführer des BRK-Kreisverbands Miltenberg-Obernburg, Uwe Eisner, hat sich dem Ausschuss vorgestellt. Er hat zum 1. Oktober die Nachfolge von Edwin Pfeifer übernommen. Landrat Björn Bartels begrüßte Eisner als jemanden, der sowohl den Verband als auch das Gesundheitswesen bestens kenne. Das BRK sei eine feste Größe im Landkreis Miltenberg und ein wichtiger Teil der Blaulichtfamilie. Eisner gab dem Ausschuss anschließend einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben und Strukturen des BRK. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts sei der Kreisverband nicht nur hauptamtlich breit aufgestellt, sondern könne auch auf ein starkes ehrenamtliches Engagement bauen. 300 aktive ehrenamtliche Einsatzkräfte engagierten sich unter anderem an 17 Helfer-vor-Ort-Standorten sowie auf drei ehrenamtlich besetzten Rettungswagen. Hinzu kämen 19 Fahrzeuge des Katastrophenschutzes. Das Aufgabenspektrum des Kreisverbands reicht von Pflege und Betreuung über Rettungs- und Einsatzdienst, Servicedienste und Bildung bis hin zu Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien sowie den zentralen Diensten. Bei aller Vielfalt stehe dabei eines im Mittelpunkt, machte Eisner deutlich: für die Menschen im Landkreis da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen.
Die Sitzung war auf Anregung aus dem Gremium mit einer Gedenkminute anlässlich des Jahrestags des Hamas-Massakers in Israel vor drei Jahren eröffnet worden.