Generalsanierte HSG-Sporthallen offiziell übergeben
Rund 7,9 Millionen Euro hat der Landkreis Miltenberg als Sachaufwandsträger des Erlenbacher Hermann-Staudinger-Gymnasiums in die Generalsanierung der Doppelsporthalle investiert. Dass sich das gelohnt hat, zeigte sich bei der offiziellen Einweihung am Montag, 28. September, vor geladenen Gästen: Die Schulfamilie, so ließ sich mehreren Wortmeldungen entnehmen, ist absolut glücklich damit.
Die generalsanierte Doppelsporthalle bietet den Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten für den Sport: Die Spielfelder sind farblich klar markiert, Basketballkörbe sind vorhanden, auch Bouldern ist möglich. Die Hallen sind über den Geräteraum miteinander verbunden und die geöffneten Fenster sorgen für effektiven Luftaustausch. Von 1.500 Quadratmetern Nettonutzfläche sprach Landrat Björn Bartels bei der Begrüßung, dazu kommen 1.600 Quadratmeter Außenfläche.
Die vorhandene Betonstruktur wurde weitgehend erhalten und zugleich technisch für die Zukunft gerüstet. Aus dem bisherigen Flachdach wurde ein geneigtes Dach, die Fassade wurde erneuert und vorhandene Materialien im Inneren wurden, wo es sinnvoll war, weiter genutzt. Dazu kamen zusätzliche Umkleiden und Sanitärbereiche, ein neuer Mehrzweckraum und ein Kraftraum für Schule und Sportvereine. Die Technik befindet sich auf dem Dach zwischen den beiden Hallen. An der Sanierung waren zahlreiche Unternehmen beteiligt, darunter erfreulich viele aus dem Landkreis Miltenberg. Bartels dankte ebenso den Planungs- und Fachplanungsbüros sowie den beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landkreisverwaltung. Besonders hob er die Zusammenarbeit des Kreisbauamts mit der Schule selbst hervor, die während der gesamten Planungs- und Bauzeit von gegenseitigem Verständnis und einem offenen Austausch geprägt war. Das bestätigte auch Corinna Pangerl von der Fachschaft Sport, die beim Rundgang von vielen „Zuckerln“ sprach, die man den Schülerinnen und Schülern bieten könne. Auch die Landkreisverwaltung mit der Kämmerei und dem Kreisbauamt habe einen großen Teil zum gelungenen Werk beigetragen, sagte Bartels und sprach dem Kreistag seinen Dank aus, der seit 2019 hinter dem Projekt gestanden habe. Auch dem TV Erlenbach sei zu danken, der während der Bauzeit unkompliziert bei der Interimslösung unterstützt habe. Erfreulich sei zudem, dass der Landkreis für das Bauprojekt einen Zuschuss von 2,4 Millionen Euro erwarten könne.
Schulleiter Michael Lummel zeigte sich dankbar für die Generalsanierung der Schule mit Turnhalle, Bibliothek und Hauptgebäude, für den Dialog während des Planungsprozesses auf Augenhöhe, für die Neugestaltung der Außenanlage, für die großen Lüfter für die Nachtauskühlung und nicht zuletzt für den Ausbau des alten Wasserboilers der alten Turnhalle und den Genuss von fließend warmem Wasser. Er hob den Einsatz der Sportlehrerinnen und Sportlehrer für die Mitgestaltung der Turnhalle hervor und wünschte allen Schülerinnen und Schülern viel Spaß bei der Bewegung. Insgesamt, so Lummel, sei das HSG eine Wohlfühlschule, an der auch messbar bemerkenswerte Lernerfolge erzielt würden. Die Renovierung habe hierzu sicher einen wichtigen Beitrag geleistet. Für die Stadt Erlenbach verwies Bürgermeister Christoph Becker auf die enge Verbindung der Stadt mit ihrem Gymnasium. Es sei schön zu sehen, wie aus den alten Hallen etwas Neues und Modernes entstanden sei, sagte er. Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken, Dr. Robert Christoph, überbrachte Grüße von Kulturministerin Anna Stolz. Sport vermittele Werte wie etwa Fairness, Teamgeist und Zusammenhalt, so Christoph. Er dankte den politisch Verantwortlichen für die Investition in Bildung, denn das sei eine Investition in die Zukunft. Zu den Schülerinnen und Schülern sagte er, dass sie die Investition als Zeichen der Gesellschaft sehen sollten, „dass ihr uns wichtig seid.“
Beim Gang durch die Halle wurde den Gästen auch der neue Kraftraum gezeigt, der dank Mithilfe von Lehrer Benedikt Gogolin entstanden ist. Ihm war bei der Vorführung die Freude anzumerken, mit welchen Geräten hier etwas für die Fitness getan werden kann. Aus einem Abstellraum ist zudem ein Gymnastikraum mit Spiegel entstanden, zeigte Corinna Pangerl.
Bevor die Geistlichen Gregor Kreile und Pastoralreferent Thomas Schmitt das neue Gebäude und ein Kreuz segneten, das Architekt Wilfried Stendel gespendet hatte, ergriff der Architekt selbst das Wort und stellte die Gedanken vor, die ihm bei der Planung durch den Kopf gegangen waren. Seinerzeit sei das HSG ein Gebäude des Beton-Brutalismus gewesen – einer Baurichtung, bei der die verwendeten Materialien nicht versteckt, sondern als Oberflächen gezeigt wurden. Damals habe man das Gebäude als „Bunker“ bezeichnet. Bei der Neugestaltung sei man einen ganz anderen Weg gegangen mit der
Auswahl von Materialien, die eine Wohlfühlatmosphäre vermitteln. Viel Gedanken habe man sich im Innern unter anderem durch die Gestaltung einer Sichtachse vom Haupteingang zum Sportplatz gemacht, sagte er. Stendel, der selbst die Schule besucht hatte, übergab als Zeichen der Inbetriebnahme einen Transponderschlüssel an Landrat Björn Bartels und Schulleiter Michael Lummel, für die Schülerinnen und Schüler gab es einen großen Schlüssel als Backwerk.
Umrahmt wurde die Einweihung von zwei Tanzvorführungen der Schülerinnen des Wahlfachs Tanz sowie dem Vortrag „The Entertainer“, dargeboten vom Streichquartett der Musikschule Erlenbach, dessen Mitglieder allesamt das HSG besuchen.