Feldgeschworene leisten wertvollen Beitrag für die Heimat

Trotz zunehmender Technisierung und dem Einsatz moderner GPS-Geräte bleiben die Feldgeschworenen auch in Zeiten der Digitalisierung unersetzlich. Darüber waren sich alle Redner beim Feldgeschworenentag für den Nordlandkreis am Samstag, 9. Mai, in der voll besetzten Turnhalle des TV Trennfurt einig.

Die Feldgeschworenen seien ein wichtiger Teil der Gesellschaft, steht für Kreisobmann Christian Schüßler fest. Er hob die lange Tradition des ältesten kommunalen Ehrenamtes hervor, das vielfältige Unterstützung bei der Vermessung und somit der Sicherung der Grenzen leiste. Die örtlichen Feldgeschworenen hatten zudem ein originelles Präsent für die Gäste: Sie stellten für jede Gemeinde einen kleinen Grenzstein aus Sandstein mit Inschrift bereit.

Der Vertreter des Ortsobmanns Klaus Amrhein, Michael Heger, wünschte den Gästen eine interessante Tagung, ehe Klingenbergs neu gewählter Bürgermeister René Wolf den Ortsteil Trennfurt vorstellte. Für die 2.031 Einwohner zählende Gemeinde sei die Ausrichtung des Jahrtags – letztmals 1993 – ein besonderes Ereignis, versicherte er. Er zählte mehrere Meilensteine der letzten Jahre auf – unter anderem die Einweihung der B469, die Ausweisung des Baugebiets „Zum Müller“, die Sanierung der Konrad-Wiegand-Schule und die Einweihung des Kindergartens –, lobte das vielfältige Ehrenamt und
Vorzeige-Wirtschaftsunternehmen wie WIKA. Er blickte auf die Flurbereinigung zurück, die sich von 1999 bis 2025 hingezogen habe. Die Feldgeschworenen hätten in diesem Zeitraum 5.000 Grenzsteine gesetzt, lobte er.

Die Siebener stünden für Klarheit, Ordnung und Miteinander, stellte Wolf unter Beifall der Halle fest, „sie leisten einen wertvollen Beitrag für die Heimat von unschätzbarem Wert.“

Bei seinem ersten Feldgeschworenen-Jahrtag als Landrat sei es ihm eine ehrenvolle Aufgabe, Ehrungen und Vereidigungen vorzunehmen, begrüßte Björn Bartels die Gäste. Der Festzug, der feierliche Gottesdienst und der geschmückte Saal zeigten, dass es den Feldgeschworenen in Trennfurt gelungen sei, zusammen mit der Stadt, der Kirche und den Vereinen ein würdiger Gastgeber für die hohe und wertvolle Tradition des Jahrtags zu sein. Das Feldgeschworenenwesen sei einer der ältesten Pfeiler des gesellschaftlichen Miteinanders im fränkischen Kulturraum. Sie wirkten bei der Abmarkung mit, suchten und deckten Grenzzeichen auf und sicherten als Hüter der Grenzen Grenzsteine durch ein altes, geheimes Zeichen. Als Vermittler bei Streitigkeiten wirkten sie oft vermittelnd und ortskundig. „Sie sind mit Ihrem Engagement als Feldgeschworene für ein friedliches Miteinander in unserer freiheitlichen Gesellschaft wichtige Vorbilder und Aktive für Frieden und Freiheit“, zeigte Bartels seinen Respekt für das ehrenamtliche Engagement. Alle Siebener trügen dazu bei, Eigentum, Recht und Ordnung zu schützen.

Anschließend überreichte Bartels Ehrenurkunden des Staatsministers für Heimat und Finanzen, Albert Füracker, für langjährige Zugehörigkeit zu den Feldgeschworenen. Geehrt wurden für 25 Jahre Kurt Martin (Eschau-Wildensee), Günther Weinkötz (Klingenberg-Röllfeld), Klaus Amrhein (Klingenberg-Trennfurt), Bernhard Hirsch (Sulzbach-Dornau) und Josef Stark (Wörth). Die Urkunde für 50-jährige Zugehörigkeit nahm Matthias Frieß, stellvertretender Ortsobmann von Eschau-Sommerau, für den verhinderten Johann Lippert entgegen.

Björn Bartels vereidigte anschließend sieben neue Feldgeschworene: Petra Bahmer (Kleinwallstadt), Peter Mechler (Klingenberg-Trennfurt), Rigobert Roth (Eschau-Hobbach), Roland Spielmann (Eschau-Hobbach), Tobias Stauder (Mönchberg) sowie Christian Schaab und Reiner Ott (beide Wörth).

Seinen letzten Jahrtag als Leiter des Vermessungsamt Aschaffenburg mit Außenstelle Klingenberg absolvierte Wolfgang Reindl. Er geht zum 1. Juli 2026 in den Ruhestand und verabschiedete sich unter langem Applaus der Halle. Er sei vor 30 Jahren aus Oberbayern an den Untermain gekommen, berichtete er, 17 Jahre lang sei er Amtsleiter gewesen.

Die Digitalisierung sei auch im Vermessungsamt angekommen, belegte er mit Beispielen, aber auch die Feldgeschworenen könnten mittlerweile auf Digitaltechnik zurückgreifen. Die Feldgeschworenen seien nach wie vor wichtige Mittler zwischen Behörde und Bürgerschaft und genössen hohes Ansehen in der Bevölkerung. Im Übrigen legten die Feldgeschworenen in Franken viel mehr Wert auf ihre Jahrtage als in Oberbayern, berichtete er von eigenen Erfahrungen und ließ die Gäste mit einer Anekdote an der Teilnahme an seinem ersten Jahrtag vor 30 Jahren in einer Spessartgemeinde teilhaben. Die Zusammenarbeit mit Reindl sei immer „gut und unkompliziert“ gewesen, versicherte Kreisobmann Schüßler dem scheidenden Amtsleiter.

Mit dem Rückblick auf den letzten Jahrtag im Jahr 1993 und den üblichen Regularien sowie dem anschließenden gemeinsamen Mittagessen endete der Jahrtag, der musikalisch von Musikverein und Musikzug Trennfurt gestaltet wurde.

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