Erste Sitzung des Ausschusses für Energie, Bau und Verkehr
Da einige Kreistagsmitglieder neu im Ausschuss sind, nutzte Kreisbaumeister Andreas Wosnik am Montag, 29. Juni, die Gelegenheit, um den Unternehmensbereich Immobilien und Gebäudewirtschaft vorzustellen.
Aufgabenfelder des Kreisbauamts seien die Betreuung und Projektsteuerung für landkreiseigenen Gebäude (Schulen, Ämter) sowie Straßen, Wege und Sportanlagen, das Energiemanagement mit Klimaschutzberatung, Planung und
Steuerung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und Förderung des
Radverkehrs, das Liegenschafts- und Fuhrparkmanagement sowie das Reinigungsmanagement der landkreiseigenen Liegenschaften. Als aktuelle Projekte erwähnte er beispielhaft die Generalsanierung der Sporthallen am Hermann-Staudinger-Gymnasium (HSG) Erlenbach, die Generalsanierung der Sporthallen am Johannes-Butzbach-Gymnasium (JBG) Miltenberg, die Flachdachsanierungen im Altbereich des HSG Erlenbach und der Realschule Elsenfeld (Bauabschnitt III), die Flachdachsanierung am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld, die Erneuerung der Wärmeerzeugung (Nahwärmenetz) am
Schulzentrum Elsenfeld, die Verbesserung der Verkehrssicherheit am Schulzentrum Elsenfeld (Bushaltestelle, Kiss-and-Ride-Zone), die Erneuerung der Kreisstraße 14 bei Windischbuchen und die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes.
Generalsanierung der HSG-Sporthallen: Die Generalsanierung des Sporthallenkomplexes befindet sich laut Kreisbaumeister auf der Zielgeraden. Geplant sei, die Arbeiten im Sommer 2026 zu beenden und die Hallen im September an die Schule zu übergeben. Während des Projekts habe man mehrere Hindernisse überwinden müssen, die jeweils Bauzeitverzögerungen zur Folge hatten – unter anderem durch Insolvenzen beteiligter Firmen. Die Gebäudehülle sei fertig, nun liefen die Innenausbau-, Technik- und Außenarbeiten. In den letzten Wochen vor der Übergabe stünden die technische Inbetriebnahme mit Testläufen und diverse Abnahmen an. Die Kosten seien mit 7.084.200 Euro berechnet worden, der aktuelle Kostenstand liege bei 7.774.400 Euro und damit um 690.200 Euro (9,74 Prozent) über dem ursprünglichen Kostenansatz vom September 2023. Der Baukostenindex habe sich seitdem um 6,9 Prozent erhöht.
Generalsanierung der JBG-Sporthallen: Die Arbeiten befinden sich in vollen Zügen, der Terminrahmen wird laut Kreisbaumeister eingehalten. Parallel zu den laufenden Abbrucharbeiten werden die Planungsleistungen weitergeführt. Der Auftrag für die Abbruch- und Rückbauarbeiten sei mittels Eilbeschluss vergeben worden, da aufgrund der Kommunalwahl noch keine Gremientermine feststanden und eine zeitnahe Vergabe erforderlich war. Derzeit würden die vorgehängten Fassadenplatten zurückgebaut, Anfang Juni sei das Fassadengerüst für weitere Arbeiten aufgestellt worden.
Generalsanierung/Neubau der Berufsschule Miltenberg: Dass die Berufsschule in Miltenberg und Obernburg sanierungsbedürftig ist, ist unstrittig. Die Gebäude in Miltenberg stammen teilweise aus dem Jahr 1958 und blieben im Wesentlichen unverändert, erklärte Kreisbaumeister Andreas Wosnik in der Sitzung. In Teilen der Gebäude seien gravierende Probleme beim Brandschutz und im Tragwerk vorhanden, die Flächen und Räume seien unzureichend in Bezug auf die Größen. Wosnik gab einen Rückblick auf die bisherigen Planungen, die im Jahr 2024 in einem flächensparenden Konzept mündeten, das mit der Schule abgestimmt wurde. 2025 erarbeitete das Kreisbauamt einen Vorentwurf für eine kompakte Lösung, im Mai 2025 sprach sich der Kreistag für das Festhalten am Standort aus. Die Prüfung, ob ein alternativer Standort auf dem Gelände des alten Bahnhofs Miltenberg machbar wäre, ergab einen deutlichen finanziellen Mehraufwand.
Das Kreisbauamt trieb nun die Planungen für Neubau/Generalsanierung gemäß Beschluss des Kreistags voran. Laut Kreisbaumeister Andreas Wosnik liege eine Vorentwurfsplanung vor, das Raumprogramm müsse von der Regierung von Unterfranken bestätigt werden.
Dass die Bauzeit kürzer werden könnte, liege nicht nur an der möglichen Verwendung vorgefertigter Bauelemente, sondern auch an der Idee, die komplette Berufsschule – eventuell mit Ausnahme der Körperpflege – während der Bauzeit auf das Gelände des ICO zu verlagern. Das ICO sei dazu bereit, habe die Modernisierung der derzeit leerstehenden Gebäude zugesagt und nur geringe Mietkosten in Aussicht gestellt. Wosnik zeigte, wie das neue Gebäude in Miltenberg aussehen könnte und welchen Wert man dabei auf Nachhaltigkeit legen will.
Die neuen Planungen bedeuteten aber organisatorische Herausforderungen für die Berufsschule, zeigte Schulleiter Alexander Eckert auf. Die Interimslösung sei baulich machbar, organisatorisch müsse das aber auch abbildbar sein. Björn Bartels machte deutlich, dass ein Projekt dieser Größenordnung eine klare Geschlossenheit aller Beteiligten erfordert. Er schlug vor, die offenen Fragen und Punkte zu diskutieren und in der nächsten Ausschusssitzung am 21. Juli vorzustellen. Dem stimmte das Gremium unisono zu.