Ein Füllhorn an Informationen für die Aktiven des Inklusionsnetzwerks

Landrat Björn Bartels stellte sich im Inklusionsnetzwerk vor und lobte den großen Einsatz der Aktiven für die Inklusion.
Landrat Björn Bartels (links) stellte sich im Inklusionsnetzwerk vor und lobte den großen Einsatz der Aktiven für die Inklusion. Foto: Winfried Zang

Das 2022 gegründete Inklusionsnetzwerk im Landkreis Miltenberg ist ein echtes Erfolgsmodell. Eindrucksvoll sehen kann man das bei den regelmäßig stattfindenden Zusammenkünften. Bei der mittlerweile neunten Zusammenkunft am Freitag, 8. Mai, konnte Leiterin Nadja Schillikowski im großen Sitzungssaal des Landratsamts auch Landrat Björn Bartels begrüßen.

Der machte keinen Hehl daraus, dass er den Einsatz so vieler Menschen für ein inklusives Miteinander sehr schätzt. Das habe er auch beim Inklusionstag in Miltenberg erlebt, blickte er zurück. Inklusion rücke gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt und echte Teilhabe immer mehr an Bedeutung gewinnen, in den Mittelpunkt. Dabei gehe es darum, allen Menschen die gleichen Chancen zu eröffnen, Barrieren abzubauen und Lebensräume so zu gestalten, dass Vielfalt selbstverständlich gelebt wird und jeder Einzelne dazugehört, stellte Bartels fest. Das betreffe zentrale Bereich wie Bildung, Arbeit, Gesundheit, Pflege, Kultur, Freizeit und Sport, sagte er und stellte klar, dass Barrierefreiheit hierfür ein zentraler Bestandteil sei. Inklusion verlange Offenheit, Respekt und die Bereitschaft, Unterschiede als Bereicherung zu sehen. Dass so viele Menschen zusammengekommen seien, um sich diesem Thema zu widmen, sei ein starkes Zeichen.

Dass es mit dem Inklusionsnetzwerk stetig bergauf geht, ließ sich im anschließenden Programmteil erkennen, in dem zahlreiche neue Mitglieder und wichtige Informationen zur Inklusion bekanntgegeben wurden. Die erste gute Nachricht: Der Förderverein Freibad Klingenberg hat im Freibad eine Toilette für Menschen mit Behinderung aufgestellt. Auf große Resonanz sei Schillikowski zufolge das Inklusionsfest in Miltenberg, das bereits zum dritten Mal anlässlich des jährlich stattfindenden Protesttages der Menschen mit Behinderung veranstaltet wurde, gestoßen. Karol Piotrowski (AWO), der maßgeblich an der Organisation beteiligt ist, dankte den vielen Menschen, die hinter den Kulissen mitgeholfen hätten. Mit 1.000 Besuchern sei man an der Kapazitätsgrenze, stellte er fest. Er freute sich, dass immer mehr Menschen mit Behinderungen daran teilnehmen. Das nächste Inklusionsfest ist am 9. Mai 2027 geplant.

Ebenfalls ein Erfolg sei das Informationstreffen für Sehbehinderte im Landratsamt gewesen, berichtete Nadia Schillikowski von einem vollen Sitzungssaal. Vor wenigen Tagen habe ein Team, bei dem auch Menschen mit Beeinträchtigungen dabei waren, den Markt Kleinwallstadt bei einer Ortsbegehung in Sachen Barrierefreiheit unter die Lupe genommen. Schon jetzt sei die Vorfreude groß auf die inklusive Disco der Lebenshilfe mit Modeschau am 28. Juni von 15 bis 19 Uhr im Erlenbacher Beavers-Club, am 13 Juni werde in Erlenbach ein Selbstbehauptungskurs für Frauen mit Beeinträchtigung stattfinden. Die Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber in Bayern, EAA, wird am 9. Juni von 16 bis 18.30 Uhr in den Räumen von DPD in Aschaffenburg eine Veranstaltung „Inklusion im Arbeitsleben“ anbieten und Arbeitgeber informieren, wie man Menschen mit Behinderung gut beschäftigen kann.

Vor zehn Jahren machte der Film der Lebenshilfe, „Mord im Schwarzviertel“, Schlagzeilen. Nun, eine Dekade später, wird das Werk am Donnerstag, 25. Juni, im Erlenbacher Kino Passage gefeiert und gezeigt, gefolgt vom Film „Open Ocean“. Christian Nutz (BSA) berichtete, dass die Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige sehr gut angelaufen sei. Es kämen bis zu zwölf Menschen zu den an jedem zweiten Dienstag im Monat im Bürgerhaus Obernburg stattfindenden Treffen, freute er sich. Gute Nachrichten hatte auch Almut Spahr (Teampark/Schullandheim Hobbach) im Gepäck: Der Niedrigseilgarten, der künftig auch für Menschen im Rollstuhl nutzbar sein wird, werde gerade saniert. Erst seit Februar im Amt, stellte sich die neue Verfahrenslotsin Stefanie Charrier vor. Ihre Stelle ist zwar im Landratsamt im Sachbereich Kinder, Jugend und Familien angesiedelt, ist aber unabhängig. Sie begleitet und unterstützt unter anderem junge Menschen mit (drohender) Behinderung und deren Eltern mit Beratung, wenn es um Leistungen der Eingliederungshilfe geht.

Sabine Lenk von der Beratungsstelle für internationalen Austausch (BIA), die an der LAG Main4Eck angedockt ist, stellte ihre Unterstützung für Organisationen und Einzelpersonen vor, wenn diese den Austausch mit Menschen aus anderen Ländern suchen. Lenk hat den Überblick, welche Förderungen aus welchen Töpfen möglich sind und hilft auch bei der Antragstellung. Besonders interessant sei das Programm Erasmus+, das auch hohe Förderungen für inklusive Maßnahmen bereitstelle. Das Bürgerhaus Obernburg, kurz B-OBB, stellte Lena Giegerich vor. Das Haus diene der Begegnung verschiedener Personengruppen unabhängig von Alter, Geschlecht, Einkommen, Herkunft und Religion, erklärte sie. Interessenten, die Veranstaltungen in den Bereichen Soziales, Kultur und Bildung anbieten wollen, fänden im Haus dazu Möglichkeiten – und das sogar kostenfrei.

Stefanie Kruse stellte das Haus Bickenbach in Klingenberg vor, das der sozialen Rehabilitation von Menschen dient, die Suchtprobleme haben und psychisch krank sind. Angeboten werden betreutes Wohnen in Wohngemeinschaften und im eigenen Wohnraum, eine Tagesstätte für die Begegnung sowie eine Wohntrainingshilfe zur Förderung eines selbstständigen Lebens.

In drei Arbeitsgruppen ging es später um das Engagement für und von Menschen mit Behinderung – sowohl Erwachsene wie auch Kinder und Jugendliche – sowie um Arbeit und Beschäftigung.

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