Ehrenamtliches Engagement mit Bürgerpreisen gewürdigt
Beim gemeinsam vom Landkreis Miltenberg und der gemeinnützigen Stiftung der Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg ausgeschriebenen Bürgerpreis haben Sparkassen-Vorstandsmitglied Simon Eifert und stellvertretender Landrat Ralf Reichwein sieben Vorzeigeprojekte ausgezeichnet: Es gab fünf Bürgerpreise und zwei Sonderpreise „Demografischen Wandel gestalten“, darüber hinaus den Publikumspreis.
Im Panoramasaal der Sparkasse in Miltenberg bestätigte Simon Eifert am Montag, 28. September, den zahlreichen Ehrenamtlichen, dass sie nicht auf andere gezeigt hätten, sondern selbst aktiv geworden seien. Sie hätten ihre Zeit, ihre Ideen, ihre Kraft und oft auch ihre Geduld investiert, ohne dafür eine Rechnung zu schreiben. Aus Sicht der Jury, der neben Eifert und Reichwein auch Susanne Seidel und Hanna Rosel (Büro des Landrats), Ulrike Werner-Paulus (Ehrenamtsbeauftragte des Landkreises), Petra Münzel (Mitglied des Kuratoriums der Gemeinnützigen Stiftung der Sparkasse) und Konrad Weis (Vorstandsstab der Sparkasse) angehörten, könne er sagen: „Der Bürgerpreis-Jahrgang 2026 war ein besonders guter – sowohl in punkto Qualität als auch Quantität.“ Schon die Anzahl von 29 digital eingereichten Bewerbungen habe die Jury begeistert, die Auswahl der Siegerprojekte sei „alles andere als leicht“ gewesen. Die sieben ausgewählten Projekte reflektierten ein breites Spektrum ehrenamtlichen Engagements und zeigten: Ehrenamt sei nicht immer bequem, aber unglaublich wertvoll. Denn, so das Vorstandsmitglied weiter: „Eine Region lebt nicht allein von guter Infrastruktur, von Straßen, Schulen oder wirtschaftlicher Stärke. Sie lebt vor allem von Menschen, die hier wohnen und bereit sind, sich für andere einzusetzen.“ Dafür sage man von Herzen Dank.
Die Sparkasse wisse, dass es mit einer guten Idee, viel Herzblut und Einsatzbereitschaft oft nicht getan und ohne finanzielle Unterstützung so manches Projekt nicht zu realisieren sei. Daher sei der Bürgerpreis mit Mitteln aus der Gemeinnützigen Stiftung der Sparkasse dotiert, sagte Eifert und führte aus, dass sich die Sparkasse schon immer als wichtiger Förderer von Sport, Kultur, Bildung, Umwelt und Sozialem engagiere. So habe man alleine 2025 über 900.000 Euro an Spenden und Sponsoring für Projekte in der Region bereitgestellt habe. Kürzlich habe man zudem an über 130 Projekte, in denen Kolleginnen und Kollegen engagiert sind, Spenden in Höhe von rund 66.000 Euro ausgeschüttet. Eiferts Dank galt aber allen, die sich in Vereinen, Initiativen, Hilfsorganisationen, Nachbarschaften, Projekten und an vielen anderen Stellen engagieren – auch wenn viele vielleicht keine Auszeichnung erhalten.
Stellvertretender Landrat Ralf Reichwein, der Grüße von Landrat Björn Bartels überbrachte, stieß ins gleiche Horn: Es sei wunderbar zu sehen, was bürgerschaftliches Engagement in Städten und Gemeinden leistet, sagte Reichwein. Er zeigte sich beeindruckt von den ehrenamtlich erbrachten Leistungen, die in unterschiedlichsten Bereichen erbracht werden und lobte vor allem das nachhaltige Wirken in den Projekten. Diese Vielfalt der Projekte sei ein Spiegelbild des Landkreises, stellte er fest und bedauerte, dass man nicht jedem Projekt einen Preis habe zuerkennen können. Allen sei gemeinsam, dass dahinter viel Herzblut und Engagement stehen, so Reichwein, daher habe man die „Qual der Wahl“ gehabt.
Anschließend stellten sich die Projekte selbst vor. Laut Harald Müller und Lena Giegerich hat das Kulturkollektiv Obernburg mit 101 Mitgliedern das Ziel, das kulturelle Angebot in Obernburg zu vergrößern. Er will für mehr Leben, Veranstaltungen, Spaß und Kultur sorgen. Man sammelt Ideen für Projekte und setzt diese dann mit Partnern und Sponsoren um. Finanziert wird der Verein sowie seine Projekte durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Förder- oder Sponsorengelder.
Simone Ingrisch informierte über das Malteser-Projekt Therapie-Begleithunde. Die Idee: Therapiebegleithunde-Teams besuchen Pflegeheime, Wohnheime für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, Kinderheime, Palliativstationen und Hospize. Sie integrieren Tiere in das Alltagsgeschehen oder die pädagogische Arbeit, ohne dass die jeweilige Einrichtung einen hohen organisatorischen, personellen oder kostenbeeinträchtigten Aufwand hat.
Den Inklusionsspielplatz des TV Trennfurt stellte Horst Heuß vor. Über die Jahre hat der Verein Geld gesammelt, um einen Spielplatz zu bauen, den jedes Kind benutzen kann – egal ob mit oder ohne Einschränkungen. Zwischen Mai und September 2026 wurde der Spielplatz mit vielen freiwilligen Helfern und der Mithilfe von Firmen und Sponsoren fast ausschließlich in Eigenleistung und 2.700 ehrenamtlichen Helferstunden gebaut. Von den Kosten von 130.000 Euro hat man 110.000 Euro über Spenden finanziert, 20.000 Euro erhofft man sich von der Stadt Klingenberg. Weitere Spenden sind gerne gesehen, denn man habe noch einige Ideen.
Dr. Christoph Parsch zeigte, wie Freiwillige im Projekt „Landschaftspflege After Work“ regelmäßig an jedem letzten Dienstag im Monat von März bis Oktober Wiesenflächen pflegen und so den Artenreichtum erhalten. Am Ende stehe stets eine gemeinsame Brotzeit mit Umtrunk. Jeder werde gerne gesehen, egal ob er einmal oder häufiger kommt, so Parsch.
Laut Alexandra Stockinger wurde der Verein Tiergehege Elsavapark in Elsenfeld im März 2024 gegründet, um den Fortbestand des Tiergeheges zu sichern. Dort leben unter anderem Kaninchen, Ziegen, Tauben, Legehühner, die dort eine Unterkunft haben und um die sich der Verein an 365 Tagen im Jahr kümmert. So wurden 2025 von den 100 Mitgliedern 3.696 Stunden Grundversorgung geleistet. Der Park dient auch als Lernort, um über die Tiere zu informieren.
Der 2013 gegründete Gute-Laune-Treff Großheubach bietet laut Brigitte Steiniger und Annette Wolz den Seniorinnen und Senioren mehrere Möglichkeiten zur Zusammenkunft: sei es bei den Mittwochstreffen im Gemeinschaftshaus, bei Qi-Gong oder „Bewegung in Harmonie“ im Luna-Park oder beim Tanzpicknick mit Line-Dance. 193 Ehrenamtliche sind dabei aktiv, die Hauptorganisation tragen neun Leute. Der Treff finanziert sich ausschließlich über Spenden, die Gemeinde stellt das Gemeinschaftshaus kostenfrei zur Verfügung.
Der Sozialkreis Sulzbach ist laut Andreas Bergmann eine soziale Bürgerinitiative, die Menschen in Not vielfältig Hilfe leistet, vor allem in Form von Nachbarschaftshilfe. Die Ehrenamtlichen stellen ihre Zeit, ihre Arbeitskraft und Geld für Hilfsbedürftige bereit – etwa mit Besuchsdiensten, der Unterstützung pflegender Angehöriger und einem Einkaufsdienst. Der Sozialkreis betreibt auch die Kleiderkiste, die allen Menschen offensteht – vor allem denen mit wenig Geld.
Simon Eifert und Ralf Reichwein übergaben anschließend fünf mit jeweils 1.000 Euro dotierte Bürgerpreise an das Kulturkollektiv Obernburg, das Projekt Malteser Therapiebegleithunde, das Projekt „Inklusiver Spielplatz“ des TV Trennfurt, „Landschaftspflege After Work“ und „Tiergehege Elsavapark“. Die mit jeweils 2.500 Euro dotierten Sonderpreise „Demografischen Wandel gestalten“ bekamen der Gute-Laune-Treff Großheubach und der Sozialkreis Sulzbach.
Ehrenamtsbeauftragte Ulrike Werner-Paulus machte die Bekanntgabe der Ergebnisse des Publikumspreises spannend. Am Ende aber ergab sich folgendes Bild: 1. „Tiergehege Elsavapark“ mit 39,86 Prozent, 2. Inklusionsspielplatz Trennfurt mit 36,62 Prozent, 3. „Landschaftspflege After Work“ mit 12,51 Prozent, Malteser Therapiebegleithunde mit 6,84 Prozent, 5. Kulturkollektiv Obernburg mit 4,17 Prozent. Der Publikumspreis, ebenfalls mit 1.000 Euro dotiert, ging somit an das Team des Tiergeheges Elsenfeld.
Mit den Worten „Wir brauchen mehr Menschen wie Sie, die sich uneigennützig für andere einsetzen“, leitete Simon Eifert zum anschließenden Austausch über und bat: „Machen Sie auch in Zukunft bitte weiter so!“