Buntes Programm zum 75-jährigen Bestehen der Main-Limes-Realschule Obernburg

Landrat Björn Bartels hält eine Rede vor den Gästen
Mit hohen Investitionen habe der Landkreis Miltenberg seinen Beitrag geleistet, um der Main-Limes-Realschule beste Bildungsbedingungen bereitzustellen, so Landrat Björn Bartels. Foto: Winfried Zang

Mit einem über zwei Stunden dauernden, kurzweiligen Festakt hat die Obernburger Main-Limes-Realschule mit der Schulfamilie am Montag, 12. Oktober, ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert. Dazu gratulierte neben mehreren Rednern sogar ein Handball-Weltmeister.

Rektorin Katja Wehner-Theinert verlas in der vollgepackten Aula eine lange Liste von Gästen aus Politik und Schule, die alle gekommen waren, um der Main-Limes-Realschule ihre Aufwartung zu machen. Stillstand habe es an der Schule nur selten gegeben, so Wehner-Theinert, hier habe man stets gelernt, gelacht, geglänzt – „und manchmal auch gespickt.“ In dieser Schule „steckt jede Menge Leben drin“, stellte sie fest und verwies auf viele besondere Begegnungen und Erlebnisse in ihrer Zeit als Schulleiterin.

Landrat Björn Bartels, der für den Landkreis Miltenberg als Sachaufwandsträger sprach, verwies auf Generationen von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und viele Menschen, die die Schule geprägt, begleitet und weiterentwickelt haben. Hervorgegangen aus der Schule mit Mittel- und Hauptklasse in Klingenberg, habe die Schule 1963 ein neues Gebäude in Obernburg bezogen, ab Juli 1965 lautete die offizielle Bezeichnung „Staatliche Realschule für Knaben und Mädchen“. Viele Entwicklungen folgten – etwa die Namensgebung „Main-Limes-Realschule Obernburg“ im Jahr 2008. Der Landkreis habe mit der Generalsanierung und Erweiterung im Jahr 2016 wichtige Voraussetzungen für eine moderne und zukunftsfähige Schule geschaffen, 2024 sei die neue Zweifach-Sporthalle hinzugekommen. Mehrere Millionen Euro man in die Schule und somit in die Schülerinnen und Schüler investiert – und damit in die Zukunft der Region.

Ministerialbeauftragter Marcus Ramsteiner überreicht eine Urkunde
Ministerialbeauftragter Marcus Ramsteiner überreichte Schulleiterin Katja Wehner-Theinert sowie drei Vertreterinnen und Vertreter aus der Schülerschaft eine Urkunde für besondere außerunterrichtliche Leistungen im Schuljahr 2025/2026 Foto: Winfried Zang

Denn, so der Landrat, „gute Bildung braucht gute Rahmenbedingungen.“ In nächster Zeit wolle man die Außenanlagen neugestalten, kündigte er einen neuen Schulhof mit Außensportplatz an. Die Main-Limes-Realschule habe sich zum festen und unverzichtbaren Bestandteil der Bildungslandschaft im Landkreis Miltenberg entwickelt, stellte Bartels fest. Er lobte zudem die hier praktizierte kulturelle Bildung, die europäische Zusammenarbeit, digitale Innovation und ein starkes Miteinander. Als Ankerschule nehme die Main-Limes-Realschule bei der Digitalisierung im Landkreis eine Vorreiterrolle ein, verwies er unter anderem auf die hervorragende digitale Ausstattung. Mit 640 Schülerinnen und Schülern in 25 Klassen sowie einer schulartunabhängigen Deutschklasse biete die Schule eine überschaubare Größe, in der Gemeinschaft und gegenseitige Wertschätzung ihren Platz haben. Sein Dank galt allen, die diese Schule aufgebaut, begleitet und weiterentwickelt haben.

Bürgermeister Nikolaus Volland zeigte sich stolz auf die Schule, die essenzieller Bestandteil des Bildungsstandorts Obernburg sei. Schule sei mehr als Stundenplan und Lehrstoff, es brauche auch Lehrkräfte, um jungen Menschen Orientierung zu geben und Befähigungen zu vermitteln. Auch sei es nötig, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern den Schülerinnen und Schülern auch beizubringen, die wichtigen Fragen zu stellen. Er zeigte sich überzeugt, dass die Schule mit ihrem Team auch in Zukunft die erfolgreiche Arbeit fortsetzen werde.

Für den Ministerialbeauftragten Marcus Ramsteiner erfüllt die Schule eine wichtige Funktion als Brückenbauer, indem sie Menschen, Ideen und Generationen verbindet. Die Schule baue die Brücke in die Zukunft, verwies er auf die gute digitale Ausstattung und die moderne Medienbildung. Die Brücke führe die Schülerinnen und Schüler in die Arbeitswelt – etwa mit der Kooperation mit der Firma Alcon. Er hob die Leistungen in der Musik hervor beispielhaft mit der Musical-Aufführung „Grease“ sowie im Sport mit den Weihnachtssporttagen, bei denen Fairness, Respekt und Teamgeist im Mittelpunkt stehen. In schwierigen Zeiten bilde die Schule Orientierung im Hinblick auf das Bild der Demokratie und mit Workshops gegen Extremismus. All das zeige, dass die Realschule Obernburg in herausragender Weise Brücken baue und ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und des Vertrauens sei. Ramsteiner hatte auch eine Überraschung im Gepäck: Er überreichte der Schulleiterin und drei Vertretern aus der Schülerschaft eine Urkunde, unterzeichnet von Kultusministerin Anna Stolz, für besondere außerunterrichtliche Leistungen im Schuljahr 2025/2026. Sie errang unter 45 Schulen in Unterfranken einen ausgezeichneten zweiten Platz.

Jürgen Reinhard, Günther Oettinger und Klaus Herzog sprechen über die Vergangenheit der Realschule
Wie war eigentlich die Realschule früher? Einblicke gaben auf dem Podium Jürgen Reinhard, Günther Oettinger und Klaus Herzog. Foto: Winfried Zang

Das zeige die herausragende Qualität dieser Schule, so Ramsteiner, sie leiste weit mehr als nur Unterricht und fördere die Entwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler außergewöhnlich gut.

Ein Volltreffer im Programm gelang der Schule mit der Talkrunde ehemaliger Schüler der Realschule. Dabei erfuhren die Gäste beispielsweise von Niedernbergs Altbürgermeister Jürgen Reinhard, dass er in seiner Schulzeit ein gutes Geschäftsmodell entwickelt hatte: Gegen eine Gebühr von 50 Pfennig ließ er die Mitschüler seine Hausaufgaben abschreiben. Großheubachs Altbürgermeister gab zu, „jede Menge Blödsinn“ gemacht zu haben, „das kann sich heute niemand vorstellen“. Aschaffenburgs Ex-Oberbürgermeister Klaus Herzog charakterisierte sich als „ganz braven Dorfjungen“, der noch heute dankbar sei, dass er nach einer Prüfung in die Realschule Obernburg gehen durfte. Beim Blick in die lachende Gästeschar lag die Vermutung nicht fern, dass die unterhaltsame Runde gerne hätte weitergehen dürfen.

Vorführung der Tanzgruppe
Viel Applaus bekam die Tanzgruppe für ihre Vorführung. Foto: Winfried Zang

Aber es gab ja noch viele weitere interessante Programmpunkte: Ein Dokumentarfilm entführte in die Geschichte der Main-Limes-Realschule und zur Überraschung der Gäste wurde der Obernburger Handball-Weltmeister Dominik Klein aus München live zugeschaltet. Im TuSpo-Trikot beantwortete er nicht nur Fragen, er zeigte auch Qualitäten als Stimmenimitator. Noch heute erinnere er sich an den überwältigenden Empfang in der Ballmann-Halle nach dem Gewinn der Handball-WM, blickte er zurück. Eine weitere Videobotschaft übermittelte Rafael Schork, der 2022 seinen Abschluss in der Realschule machte. Der 19-Jährige ist seit einem Jahr Offiziersanwärter bei der Marine und zurzeit auf dem Segelschulschiff Gorck Fock stationiert. Vor der Kulisse von New York, wo das Schiff zum Zeitpunkt der Aufnahme lag, übermittelte er Grüße und berichtete von ausnahmslos positiven Erinnerungen an seine Obernburger Schulzeit. Auch Kabarettistin Lisa-Marie Fritz, bekannt als Schlongonges, meldete sich per Video. Sie rief die Schülerinnen und Schüler auf, sich wegen schlechter Noten während des Schuljahres keinen Kopf zu machen, „nur beim Abschluss sind sie wichtig.“

Moderiert wurde der Festakt vortrefflich von der Schülerin Marie Wöber sowie den Schülern Daniel Ukic und Theo Bohlender. Musikalisch aktiv waren Elisa Gebele und Alena Zoll (Klavier, „Comptine d’un autre été“), Zoé Berninger („What’s Up“), die Tanzgruppe mit einem Song aus „Grease“, Fabian Müller auf dem Cello („Grave“) und Lisa Wright („A Million Dreams“). In einem Sketch zeigten Schülerinnen und Schüler ihre Sicht auf die Schule, lobten die „Wohlfühlschule“ und wünschten sich etwa ein Beachvolleyball-und ein Handballfeld, eine lehrerfreie Chill-Out-Zone mit Massagesessel, Schminkspiegel in den Mädchentoiletten und einen Dönerladen.

Zurück zur Newsübersicht

Einstellungen gespeichert
Datenschutzeinstellungen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

Technisch erforderliche Cookies werden immer geladen.
You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly.