Bislang gute Erfahrungen mit Unterflur-Sammelsystem für Müll

Leerung der Unterflur-Container
Erster Schritt bei der Leerung der Unterflur-Container: Roland Grundmann hakt den Sammelbehälter ein. Foto: Winfried Zang

„Wir sind rundum zufrieden“ – dieses Fazit ihrer bisherigen Erfahrungen mit dem Unterflur-Sammelsystem für Müll in Miltenberg kann die kommunale Abfallwirtschaft ziehen. Zwei Monate lang lief das System im Parallelbetrieb – Mülltonnen und Sammelsystem –, seit 14 Tagen läuft es nach dem Einziehen der Mülltonnen störungsfrei im reinen Unterflurbetrieb.

Die kommunale Abfallwirtschaft habe, wie Leiter Tim Bohle erklärt, schon lange einen geeigneten Standort für eine solches Sammelsystem gesucht, um in einem Pilotprojekt dessen Betrieb zu testen. Ein Interessent ward schnell gefunden: Die Stadt Miltenberg in Person von Bürgermeister Bernd Kahlert und seine Mitarbeiterin und Werksstudentin Aylin Gökbulut suchte das Gespräch mit dem Landkreis und man wurde sich schnell einig.
Nachdem die Bewohner der Kaffeegasse und der Jägergasse bei einer Versammlung informiert wurden und die Resonanz positiv war, ging es los: Die Stadt Miltenberg verantwortete die Arbeitsleistungen zum Tiefbau (rund 40.000 Euro), der Landkreis übernahm die Behälterkosten (ebenfalls rund 40.000 Euro). So konnten im März 2026 auf dem Parkplatz hinter dem alten Krankenhaus vier Behälter für Papier, Restmüll, Biomüll und Verpackungen installiert werden, der Testbetrieb begann am 1. Mai. Die Behälter, die zwischen drei und fünf Kubikmeter Fassungsvermögen haben, sind seitdem oberirdisch zugänglich.

Jeder der insgesamt 46 angeschlossenen Haushalte bekam einen Chip, der eine Klappe für die Aufnahme des Abfalls öffnet. Schließt man den Behälter, fällt der Abfall nach unten durch. Das komplette System wird in Kürze noch um Geruchsfilter ergänzt, aber bereits jetzt ist von Müllgeruch fast nichts zu bemerken. Das war noch vor einem halben Jahr anders: Da standen die Mülltonnen in den engen Gassen direkt vor den Fenstern und vor allem im Sommer war der Gestank so stark, dass an reguläres Lüften der Wohnungen kaum zu denken war. Darüber hinaus mussten die schweren Mülltonnen über Kopfsteinpflaster teilweise über 100 Meter zum nächsten Sammelplatz gezogen werden.
Bislang habe es keine negative Resonanz gegeben, freuen sich Bohle und Bürgermeister Bernd Kahlert, auch Fehlwürfe seien nicht aufgefallen. Die Anwohnerinnen und Anwohner seien sehr aufmerksam, lobt Bohle, alle gäben sich viel Mühe beim korrekten Entsorgen ihres Abfalls.

Müllcontainer bei der Leerung
Der fünf Kubikmeter fassende Müllcontainer wird mit dem Kran hochgehoben und in den Abrollbehälter des Lastwagens entleert. Foto: Winfried Zang

Geleert werden die Unterflurbehälter von der kommunalen Abfallwirtschaft mit eigenem Personal und einem eigenen Fahrzeug, das mit einem Kran ausgestattet ist. Abgefahren wird nicht in festem Rhythmus, sondern immer dann, wenn die Sensoren in den Behältern gewisse Füllstände überschritten haben. Wie das funktioniert, führte Fahrer Roland Grundmann bei einem Ortstermin vor. Der parkte den Lastwagen problemlos ein, hob den Container in die Höhe, entleerte ihn durch Öffnen einer Bodenklappe und setzte ihn danach wieder ein. Sollte das Fahrzeug einmal nicht einsatzfähig sein, übernimmt ein externer Dienstleister die Entleerung.

Die kommunale Abfallwirtschaft will nun Erfahrungen mit dem Betrieb, der Leerung und der Funktionsweise sammeln, so Tim Bohle. Etwa in einem Jahr sollen auch belastbare Zahlen zu den Kosten vorliegen, erklärt der Leiter der Abfallwirtschaft. Das sei wichtig, um etwa bei künftigen Ausschreibungen der Müllabfuhr solche Systeme zu berücksichtigen und die Gebühren zu kalkulieren. Die angeschlossenen Haushalte zahlen weiterhin die regulären Gebühren, die von der Stadt Miltenberg und der Abfallwirtschaft übernommenen Investitionskosten sind darin nicht enthalten, der Betrieb wird dadurch aber abgedeckt. Bei möglichen künftigen Anlagen müsste aber geregelt werden, wie die Investitionskosten gedeckt werden.

Das Fazit fällt bislang positiv aus, betonen alle Beteiligten am Ende des Ortstermins: Die Stadt Miltenberg konnte ihr Ziel erreichen, das Quartier aufzuwerten und die Mülltonnen aus den engen Gassen zu verbannen. Die Haushalte freuen sich über mehr Lebensqualität in ihren Gassen und die Abfallwirtschaft kann wertvolle Erkenntnisse sammeln und neue Wege der Abfallentsorgung erkunden.

Zurück zur Newsübersicht

Einstellungen gespeichert
Datenschutzeinstellungen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

Technisch erforderliche Cookies werden immer geladen.
You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly.