Bauausschuss empfiehlt Umbau des Straßenknotens in Weilbach
Die Zustimmung des Kreistags vorausgesetzt, wird sich der Landkreis Miltenberg am Umbau der Kreuzung der Bundesstraße 469 und der Kreisstraße 6 in Weilbach beteiligen. Das Vorhaben, das in Kooperation mit dem Bund erfolgt und den Ersatzneubau der Mudbrücke vorsieht, dürfte rund 9,2 Millionen Euro kosten. Für den Landkreis bedeutet dies aktuellen Kostenschätzungen zufolge einen Aufwand von rund 2,5 Millionen Euro, der aber durch Fördergelder auf etwa 1,25 Millionen Euro sinken könnte.
In der Sitzung des Ausschusses für Energie, Bau und Verkehr am Dienstag, 21. Juli, erläuterten der Leiter des Staatlichen Bauamts, Klaus Schwab, und seine Stellvertreterin Martina Eisert die Sachlage. An der Kreuzung wurden im Mai 2025 binnen 24 Stunden 12.720 beziehungsweise 13.948 Fahrzeuge in beiden Richtungen der Bundesstraße gemessen, dazu kommen 3.081 auf der Kreisstraße MIL 6. Während diese Mengen für Linksabbieger aus Weilbach in Richtung Amorbach in den Spitzenzeiten am Morgen noch die Verkehrsqualitätsstufe C (maximal ist F – sehr schlecht – möglich) erreichen, wird dies in den Spitzenzeiten am Abend mit Stufe E deutlich schlechter. Der Schluss des Bauamts: Die vorfahrtsgeregelte Einmündung ist nicht leistungsfähig genug.
An der kritischen Kreuzung sind zudem mehrere Verkehrssicherheitsdefizite zu vermelden: Die Gehwege entsprechen nicht der Mindestbreite, entlang der MIL 6 gibt es keine Querungshilfen, die provisorische Querungshilfe auf der B469 ist für Mobilitätseingeschränkte nur eingeschränkt nutzbar. Zudem wird der Radverkehr auf der MIL 6 von Weilbach nach Weckbach über den Kreisverkehr der B469 geleitet, was laut aktueller Richtlinien nicht der Fall sein sollte. Dazu kommt, dass der aktuelle Bauzustand der Mudbrücke deren Befahrung gerade noch zulässt: Sie wird mit der Note 3,5 eingestuft, bei Erreichen der Note 4 müsste sie komplett gesperrt werden. So aber kann das Bauamt die Brücke derzeit mit einigen baulichen Maßnahmen offenhalten. Die Stützwände an der Brücke sind ebenfalls in sanierungsbedürftigem Zustand, die hydraulische Situation der Konstruktionsunterkante ist bei Hochwasser unzureichend.
Dazu kommen laut Bauamtsleiter umwelttechnische Aspekte wie etwa die Lage im Landschaftsschutzgebiet, dem Naturpark und dem FFH-Gebiet, auch siedeln Fledermäuse in den angrenzenden Felsenkellern. Das, so Schwab, mache umfangreiche Arbeiten – etwa für die Anlage eines weiteren Kreisverkehrs – unmöglich. Auch bräuchte man hierfür größere Eingriffe in die Felswand sowie in die Stützwände zur Mud.
Das Staatliche Bauamt plant nun die Umgestaltung der Einmündung der Kreisstraße in die Bundesstraße, wobei die Brücke komplett erneuert und das Bauwerk mit seinen Gehwegen optimiert werden soll. Eine sensorgesteuerte Ampelanlage, die die Gefahren von Rückstaus auf den Kreisverkehr ausschalten soll, könnte den Verkehrsfluss regeln, so der Bauamtsleiter. Der komplette Knotenpunkt werde nach dem Umbau auch barrierefrei zugänglich sein. Mit dieser Lösung halte man die Eingriffe in die Landschaft gering, wichtige Biotope und Habitate würden nur gering betroffen und auch die Gewässermorphologie des dort einmündenden Weilbachs werde nur während der Bauzeit beeinträchtigt.
Wenn Bund und Landkreis gemeinsam bauen, werde der Bund Schwab zufolge 73,13 Prozent der Kosten tragen (6,7 Millionen Euro), der Landkreis 2,5 Millionen Euro. In diesem Fall würde es sogar noch eine Förderung von 50 Prozent für den Kreis geben, stellte Schwab in Aussicht. Sollte der Landkreis nur die in seiner Baulast liegende Brücke sanieren, würde dies rund 2,3 Millionen Euro kosten, Förderung gebe es dafür nicht. Die Arbeiten in Kooperation mit dem Bund seien daher anzuraten, so Klaus Schwab.
Während der Bauzeit – vermutlich in den Jahren 2028 und 2029 – wird die Brücke in Weilbach nicht befahrbar sein, sodass der komplette Verkehr über die Weilbacher Straße in Amorbach abgewickelt werden muss. Diesbezüglich werde man auch Gespräche mit dem Rettungsdienst führen, kündigte Schwab an.
Der Ausschuss empfahl dem Kreistag nach kurzer Diskussion einstimmig den Umbau des Knotenpunkts einschließlich des Ersatzneubaus der Brücke über die Mud mit der Kostenbeteiligung des Landkreises in Höhe von derzeit geschätzten 2,5 Millionen Euro.
Das Staatliche Bauamt soll in Abstimmung mit dem Landkreis die Maßnahme planen und die Unterlagen für den Zuwendungsantrag erstellen. Der Landrat soll laut Empfehlung notwendige Vereinbarungen unterzeichnen und erforderliche Anträge stellen.
Bauarbeiten MIL14: Laut dem Leiter des Staatlichen Bauamts wird der zweite Bauabschnitt der Sanierung der Kreisstraße MIL 14 bei Windischbuchen voraussichtlich am 31. Juli beendet sein. Das Projekt liege im Zeit- und Kostenrahmen von rund 1,35 Millionen Euro. Die Fahrbahn werde erneuert und um etwa 50 Zentimeter verbreitert, was der Verkehrssicherheit und der Tragfähigkeit diene, so Klaus Schwab.
Bauarbeiten MIL31: Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Kreistag, die Verwaltung nach erfolgter Ausschreibung mit der Vergabe der Bauleistungen an der Kreisstraße MIL31 bei Sulzbach-Dornau zu ermächtigen. Im aktuellen Haushaltsjahr sind für die Erneuerung des Asphalt-Oberbaus sowie der Verbesserung der Standfestigkeit der Bankette 500.000 Euro eingeplant; die Arbeiten sollen im Herbst 2025 beginnen.
Auftragsvergaben: Kreisbaumeister Andreas Wosnik informierte über eine Eilvergabe in Höhe von 369.217 Euro für die Abbrucharbeiten an den Sporthallen des Miltenberger Gymnasiums. Für die Sanierung des Allwetterplatzes an der Johannes-Hartung-Realschule Miltenberg vergab der dazu ermächtigte Landrat die Kunststoffbelags-, Wegebau-, Landschaftsbau- und Zaunarbeiten für 144.989 Euro. Weitere Aufträge vergab der Ausschuss in nichtöffentlicher Sitzung für die Dachsanierung an der Realschule Elsenfeld (201.861 Euro), die Rohbauarbeiten am Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg (672.345 Euro) und die Dachabdichtungsarbeiten am Hermann-Staudinger-Gymnasium Erlenbach (210.921 Euro).