Ausschuss empfiehlt 2,4 Millionen Euro für Klimaanpassungsmaßnahmen an Schulen
Einstimmig hat der Ausschuss für Energie, Bau und Verkehr am Montag, 28. September, dem Kreistag empfohlen, in den kommenden Haushaltsjahren und im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel Gesamtmittel von bis zu 2,4 Millionen Euro für Klimaanpassungsmaßnahmen in den Landkreisschulen bereitzustellen. Die Verwaltung soll mit Hilfe von Fachplanungsbüros Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel für die Schulen erstellen.
Laut Kreisbaumeister Andreas Wosnik sei auch in den kommenden Jahren mit Hitzerekorden zu rechnen. Schon in diesem Jahr sei es zu teilweise sehr hohen Innenraumtemperaturen in den Unterrichtsräumen gekommen. Die Schulen hätten bereits in den vergangenen Jahren immer wieder den Wunsch nach aktiven Kühlungsmaßnahmen geäußert, so Wosnik. Seit dem Förderprogramm „Coronagerechtes Lüften“ seien die meisten Landkreisschulen mit Lüftungsanlagen ausgestattet, die das nächtliche Lüften erlauben. Allerdings seien die internen Wärmelasten in den Klassenräumen groß, die meisten Schulhöfe seien versiegelt und nicht vollflächig verschattet.
Einige Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel habe man bereits umgesetzt, um Erfahrungen zu sammeln. Dazu gehörten etwa die Folierung von Fensterflächen, die Nachrüstung außenliegender Verschattungsanlage, Fassadenbegrünungen, Entsiegelungen, die Bereitstellung von Wasserspendern und vereinzelt der Einbau von Klima-Splitgeräten. Die Verwaltung stellte zudem zahlreiche Möglichkeiten von aktiven und passiven Maßnahmen im Außenbereich dar, an der Gebäudehülle und im Gebäudeinneren ermittelt, legte der Kreisbaumeister eine lange Liste vor. Darin enthalten
sind auch pädagogische Maßnahmen wie etwa die Bestellung von Lüftungsbeauftragten oder die Anpassung von Unterrichtszeiten und Ferienzeiten sowie die Verlagerung von Unterrichtsräumen. Patentlösungen für alle Schulen gebe es aber nicht, so der
Kreisbaumeister. Einige passive Maßnahmen würden bereits jetzt gefördert, das Kreisbauamt gehe aber davon aus, dass es zu weiteren Förderprogrammen kommen werde. Wosnik empfahl daher, ein Konzept oder Gutachten erstellen zu lassen als Grundlage dafür, um gegebenenfalls Fördermittel einwerben zu können. Dieses Klimaanpassungsprogramm solle ein maximales Investitionsvolumen von 2,4 Millionen Euro haben, so Wosnik.
Darin nicht enthalten sind Maßnahmen für Verwaltungen, ergänzte Landrat Björn Bartels, denn auch hier müsse man etwas tun – etwa, indem man zunächst Aufenthaltsbereiche klimatisiere, damit sich die Beschäftigten abkühlen können.
Sporthallen am JBG: Zum Stand der Sanierung der Sporthallen am Miltenberger Johannes-Butzbach-Gymnasium teilte der Kreisbaumeister mit, dass die Abbrucharbeiten abgeschlossen seien. Aktuell sei von Gesamtkosten von rund 6,6 Millionen Euro auszugehen. Im Bereich der Kostengruppen 200 bis 600 habe man knapp die Hälfte der Gesamtsumme von rund 5,3 Millionen Euro verausgabt – brutto rund 2,3 Millionen Euro, was aktuell 228.000 Euro unter den berechneten Kosten liegt. Bei den Baunebenkosten (Kostengruppe 700) seien derzeit keine Kostensteigerungen zu erwarten, so Wosnik.
Konkret vergeben worden seien Aufträge für Sanitärarbeiten (155.393 Euro), Heizung (251.187 Euro) und Lüftung (203.079 Euro). Die Sanierung liege zudem im Zeitplan, vermeldete der Kreisbaumeister.