41 Feuerwehr-Auszeichnungen für langjährige aktive Dienstzeit

Fünf Männer in blauen Anzügen
Übergabe der Bayerischen Feuerwehr-Ehrenmedaille mit (von links) Landrat Björn Bartels, Kreisbrandinspektor Hauke Muders, Altlandrat Jens Marco Scherf, Kreisbrandrat Martin Spilger und Kreisbrandinspektor Albert Klug. Foto: Winfried Zang

Landrat Björn Bartels und die Kreisbrandinspektion in Person von Kreisbrandrat Martin Spilger haben 41 Feuerwehrleuten für 25-, 40- und 50-jährigen aktiven Feuerwehrdienst Staatliche Feuerwehr-Ehrenzeichen überreicht. Im Kleinheubacher Hofgarten hatten sich am Freitag, 16. Oktober, zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Feuerwehr eingefunden, um den Geehrten ihren Respekt und ihre Wertschätzung zu zeigen. Sie wurden auch Zeuge von zwei besonderen Ehrungen.

Für Björn Bartels war es der erste Ehrenabend, bei dem er in seiner Funktion als Landrat 41 Menschen Danke sagte, die über Jahrzehnte hinweg Verantwortung übernommen haben. Durch seinen eigenen beruflichen Hintergrund im Rettungsdienst wisse er genau, was es bedeutet, Teil einer Hilfsorganisation zu sein. Ehrenamt bedeute laut dem Landrat nicht nur Einsätze rund um die Uhr, sondern auch Ausbildung und Übungen an Wochenenden und Abenden. Dazu kämen Situationen, die einen noch lange beschäftigen.
Auf die Wehren sei stets Verlass, so Bartels, gleichzeitig stiegen die Anforderungen.
Extremwetterlagen und technisch immer anspruchsvollere Einsätze verlangten den Einsatzkräften viel ab. „Dass Sie diesen Herausforderungen mit Professionalität, Einsatzbereitschaft und Ausdauer begegnen, verdient höchste Anerkennung“, sagte er. Er zeigte er sich auch stolz auf die Kooperation innerhalb der Blaulichtfamilie mit Organisationen wie etwa Rettungsdienst, Polizei und THW.

„In der Feuerwehr werden Kameradschaft, Verlässlichkeit und Zusammenhalt ganz praktisch gelebt“, wusste Bartels. Die zu Ehrenden hätten über 25, 40 oder 50 Jahre ihre Zeit, ihre Kraft und ihr Können für die Sicherheit der Mitmenschen eingesetzt, was „alles andere als selbstverständlich“ sei. Sein Dank galt auch den Partnerinnen und Partnern der Wehrleute, denn ein Ehrenamt dieser Dimension sei in gewisser Weise immer eine Aufgabe für die ganze Familie. Einsätze, Übungen und Lehrgänge bedeuteten auch für Familien Verzicht, Flexibilität und manchmal auch Sorgen.

Als weitere Form der Anerkennung nannte er die Bayerische Ehrenamtskarte. Alle zu Ehrenden bekämen die unbefristete goldene Ehrenamtskarte. Die werde an alle Feuerwehrdienstleistenden vergeben, die eine entsprechende Dienstzeitauszeichnung erhalten. Bislang seien im Landkreis 5.210 Ehrenamtskarten ausgegeben worden – 3.095 blaue und 2.115 goldene. Hinzu kämen 198 Akzeptanzpartner. Eine weitere besondere Anerkennung gebe es für jene, die seit 40 Jahren aktiv Feuerwehrdienst leisten: Der Freistaat Bayern und die Gemeinden ermöglichten ihnen und ihren Partnerinnen und Partnern einen einwöchigen Aufenthalt im Feuerwehr-Erholungsheim Bayerisch Gmain.
Bartels dankte in diesem Zusammenhang den Landtagsabgeordneten sowie den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern für deren Unterstützung. Ein Wort des Dankes richtete er zudem an alle, die Verantwortung für die Wehren und den funktionierenden Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis tragen. Namentlich nannte er Kreisbrandrat Martin Spilger, die Kreisbrandinspektoren Hauke Muders und Albert Klug, die gesamte Kreisbrandinspektion, aber auch die Feuerwehr Kleinheubach. Diese gut ausgebildete, leistungsfähige Wehr übernehme seit vielen Jahren zuverlässig auch überörtliche Aufgaben. Auch in den Hilfeleistungskontingenten des Landkreises und des Regierungsbezirks Unterfranken wirkten Einsatzkräfte mit und übernähmen Verantwortung weit über die Gemeinde hinaus.

Zähle man die Dienstjahre der Geehrten zusammen, komme man auf über 1.400 Jahre, rechnete Kreisbrandrat Martin Spilger vor. Ihn freute, dass auch viele Führungskräfte der Feuerwehren dem Ehrenabend beiwohnten, denn es brauche auch Menschen, die Verantwortung übernehmen. Dass insgesamt 160 Menschen beim Ehrenabend waren, zeige die Wertschätzung für die Geehrten aus Reihen von Feuerwehr- und Gemeindeführungen.

Kleinheubachs Bürgermeister Thomas Münig überbrachte den Dank aller Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Landkreis. Die Gemeinden investierten Mittel in beträchtlicher Höhe für die Feuerwehren, was finanziell herausfordernd sei. Aber, so Münig, Ausrüstung könne nicht die Menschen ersetzen, die oft eigene Pläne zurückstellen, um für andere da zu sein. Für eine Gemeinde sei eine verlässliche Wehr wichtig, stellte Münig fest. Er sei immer in Gedanken bei den Wehrleuten, wenn sie ausrücken und er hoffe, dass alle gesund von ihren Einsätzen zurückkehren und das Erlebte gut verarbeiten.
Allen Aktiven sprach er seine Anerkennung, seinen Respekt und seinen Dank aus.

Moderiert wurden die Ehrungen erneut vom Kreisbrandinspektoren-Duo Hauke Muders und Albert Klug, die das seit vielen Jahren in unterhaltsamer Form tun. In diesem Jahr gab es zwei besondere Ehrungen. Kreisbrandrat Martin Spilger rief zunächst Altlandrat Jens Marco Scherf nach vorne. Dieser habe in seiner Amtszeit viele Verbindungen mit den Feuerwehren gehabt und diese stets unterstützt: mit der Umsetzung des Wechselladerkonzepts, der Anmietung der Katastrophenschutzhalle, der Ertüchtigung der Kreiseinsatzzentrale im Landratsamt sowie der personellen Neuausrichtung der Kreisbrandinspektion nach dem Tod von Kreisbrandrat Meinrad Lebold. Dazu seien Themen wie die hohen Flüchtlingszahlen, die Pandemie, die Energiekrise, die neue Bedrohungslage in Europa und die angespannte Haushaltslage der Kommunen dazugekommen. Scherf habe immer um die Bedeutung der Gefahrenabwehr im Landkreis gewusst, die größtenteils auf ehrenamtlichen Schultern ruht, würdigte Spilger Scherfs Verdienste um das Feuerwehrwesen und die Gefahrenabwehr und überreichte ihm unter langem Applaus die Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille.

Eine weitere Ehrung bekam die langjährige Büroleiterin der Landräte Jens Marco Scherf und Björn Bartels, Susanne Seidel. Laut Spilger seien in Gemeinschaftsveranstaltungen wie Ehrenabende mehrere Stellen involviert. Die Organisation sei komplex und daher brauche man jemanden, „der den Hut aufhaben und koordinieren muss“, sagte Spilger.
Seidel habe maßgeblichen Anteil daran, dass die Ehrenabende so erfolgreich waren, würdigte er ihre Leistungen. Der Ehrenabend in Kleinheubach sei ihr letzter, bevor sie in Rente geht, so Spilger. Er überreichte ihr für ihren Einsatz im Namen des Bereichs „Kultur und Veranstaltungen“, des Landratsamts-Sachgebiets 35 und der Kreisbrandinspektion einen großen Blumenstrauß. Er sagte ihr unter großem Applaus herzlichen Dank für alles und wünschte alles Gute für den nächsten Lebensabschnitt.

Bevor sich alle Geehrten zu Gruppenfotos nach vorn begaben, dankte Landrat Björn Bartels dem Kommunalen Gebläse mit Thomas Köhler (Leitung), Andreas Freiburg, Matthias Luxem, Gerhard Rüth, Rudi Schreck, Michael Schwing, Günther Winkler, Thomas Zöller, Joachim Bieber und Franz Josef Fried für die musikalische Umrahmung.
Ein weiteres Dankeschön ging an die Feuerwehr Kleinheubach mit ihren vielen fleißigen Helferinnen und Helfern, allen an der Organisation Beteiligten sowie den Firmen, die den Ehrenabend belieferten.

Geehrt wurden:
50 Jahre: Gerald Berberich (Amorbach), Karlheinz Zöller (Erlenbach), Gerhard Stegmann (Mömlingen), Raimund Ackermann (Mönchberg-Schmachtenberg) und Roland Nebauer (Stadtprozelten).
40 Jahre: Martin Ott (Eichenbühl-Heppdiel), Volker Ebert (Erlenbach), Patrick Englert und Matthias Frieß (beide Eschau-Sommerau), Christa Adrian, Eva-Maria Schwarzkopf, Florian Völker und Udo Zerkler (alle Großwallstadt), Nikolas Hentschel, Holger Neef und Volker Jäger (alle Kleinheubach), Michael Schönert (Klingenberg-Trennfurt), Karl-Heinz Schmitt (Schneeberg-Zittenfelden) sowie Rainer Richter, Frank Schmitt und Jürgen Zeller (alle Weilbach).
25 Jahre: Christian Berberich (Amorbach), Thomas Herkert und Jürgen Hitzfeld (beide Amorbach-Beuchen), Kasmi Hoti-Schulz und Juri Schlegel (beide Eichenbühl-Heppdiel), Matthias Becker und Stephan Müller (beide Erlenbach), Melanie Hein und Kilian Giegerich (beide Großwallstadt), Sascha Rupp (Leidersbach), Stefan Rüttiger und Johannes Stier (beide Miltenberg-Wenschdorf), Ralf Wölfelschneider (Mömlingen), Steffen Hintersehr (Röllbach), Manuel Pfister (Rüdenau), Katharina Schwarz und Thomas Breunig (beide Schneeberg-Zittenfelden), Hüsamettin Arslan (Stadtprozelten) sowie Thomas Büttner und Christian Henker (beide Sulzbach-Soden).

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