23 junge Lehrkräfte starten in das Berufsleben

Gruppenfoto der jungen Lehrkräfte
Die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter stellten sich dem Fotografen mit (von links) den Seminarleiterinnen Claudia Dellert und Kristin Simon, Seminarleiter Eugen Goss, Schulamtsdirektor Ulrich Wohlmuth und dem Personalratsvorsitzenden Horst Kern sowie (von rechts) Landrats-Stellvertreter Günther Oettinger und Seminarleitersprecher Christoph Hartmann. Foto: Winfried Zang

23 junge Lehrkräfte starten mit Beginn des neuen Schuljahres in das Berufsleben. Nach zwei harten Referendariats-Jahren im Schulamtsbezirk Miltenberg war ihnen die Erleichterung anzumerken, als sie am Dienstag, 21. Juli, in der Aula der Kleinwallstädter Kardinal-Döpfner-Schule feierlich verabschiedet wurden. Wohin sie ihr Weg führt, werden sie in der nächsten Woche erfahren. Einige wissen es bereits, da sie sich erfolgreich auf offene Stellen beworben haben.

Günther Oettinger, weiterer Stellvertreter von Landrat Björn Bartels, bescheinigte den jungen Lehrkräften, die an Mittel-, Grund- sowie Fach- und Förderschulen gehen, eine anspruchsvolle Ausbildungszeit. Das zweite Dienstjahr habe nicht nur fachliche Sicherheit verlangt, sondern auch pädagogisches Feingefühl, organisatorisches Geschick und die Fähigkeit, auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen einzugehen. Die Zeit, angefüllt mit Prüfungen, Unterrichtsplanung und Unterricht halten, habe alle fachlich gestärkt und persönlich reifen lassen. Der Lehrerberuf sei weit mehr als Vermittlung von Lehrstoff, sagte er zu den jungen Leuten im Auditorium, die von Eltern sowie Freunden/Freundinnen begleitet wurden. „Sie werden Wegweiser, Motivatoren und Konfliktlöser, aber auch Lernende bleiben“, prophezeite er und machte klar: „Ihre Haltung, Ihre Geduld und Ihre Kreativität sind oft der Schlüssel, dass sich junge Menschen entfalten können.“ Der Beruf sei anspruchsvoll und voller Herausforderungen, wies Oettinger auf unterschiedliche Leistungsstände, soziale Schwierigkeiten, die Balance zwischen Arbeit und Erholung sowie die stetige Notwendigkeit der Fortbildung hin. Das Meistern all dieser Aufgaben lohne sich aber – spätestens dann, wenn man die Fortschritte der Schülerinnen und Schüler sehe. „Dort, wo Sie unterrichten, werden Sie Spuren hinterlassen“, schloss er.

Der fachliche Leiter des Schulamts, Schulamtsdirektor Ulrich Wohlmuth, befasste sich zunächst mit der Definition des Wortes „Vorbereitungsdienst“, ehe er in Zahlen darstellte, was die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in den vergangenen zwei Jahren geleistet haben. Die Jahre seien „eine besondere Zeit“ gewesen, die alle fachlich, pädagogisch und persönlich geprägt habe, stellte er fest. Vieles aus dieser Zeit werde man vergessen, aber so manches Gute werde in Erinnerung bleiben. Er wünschte allen für die Zukunft alles Gute und hoffte auf viele positive Erlebnisse, auf die richtige Balance zwischen Arbeitsleben und Entspannung. Er bat sie, hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen: „Mögen die Gläser immer halbvoll und nicht halbleer sein.“

Fünfköpfige Band spielt und singt
Mit rockigen Klängen der Civil Servants wurden die frischgebackenen Lehrkräfte in das Berufsleben entlassen. Foto: Winfried Zang

Der Sprecher der Seminarleitungen, Seminarrektor Christoph Hartmann, konnte gut nachvollziehen, was in den Köpfen der frischgebackenen Lehrkräfte nach zwei wirklich herausfordernden Jahren vorgeht. „Geschafft“ – dies hätten alle gedacht, als die letzten Prüfungen gemeistert waren. Für viele seien die beiden Jahre ein weiterer Schritt der Ablösung vom Elternhaus gewesen, glaubt er. Sie dürften stolz darauf sein, das Referendariat geschafft zu haben. Alle hätten eine sehr intensive Phase der Persönlichkeitsentwicklung durchlaufen, so Hartmann, der ihnen einen Satz des Individualpsychologen Theo Schoenacker mitgab: „Du bist gut. Und: So wie Du bist, bist Du gut genug.“

Die vier Seminarsprecherinnen gaben den Gästen einen Eindruck, was in ihnen in den vergangenen zwei Jahren vorgegangen ist. Etwa, dass 45 Minuten Unterricht kurz oder sehr lang sein können, dass vieles anders kam als geplant. Sie dankten den Seminarleitungen Christoph Hartmann und Kristin Simon (beide Mittelschule) sowie Eugen Goss und Claudia Dellert (beide Grundschule), dass sie ihre Schützlinge gefordert, aber nicht überfordert hätten. Die Seminargruppen seien in dieser Zeit zu echten Teams geworden, sagte eine Sprecherin. Sie dankte auch den Eltern für ihre Geduld und ihre Unterstützung. Nun gelte es, das Erlernte anzuwenden, „aber heute gehen wir mit einem guten Gefühl.“

„Sie haben Außergewöhnliches geleistet“, attestierte der scheidende Personalratsvorsitzende Horst Kern den Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern. Es seien, wie er damals bei seiner Begrüßung angekündigt hatte, zwei harte Jahre geworden. „Wir brauchen Sie alle dringend mit Ihrer vollen Kraft und mit neuen Ideen“, sagte er und hoffte, dass möglichst viele im Landkreis Miltenberg bleiben mögen. Er glaube, dass es mit den Lehrerstellen für das kommende Schuljahr gut aussieht, so Kern und zeigte sich überzeugt, dass der Lehrberuf der schönste Beruf sei, den es gibt. Mit Blumen wurden alle Referendarinnen und Referendare verabschiedet, ehe nach dem gemeinsamen Gruppenfoto gefeiert wurde.

Sehr gut kam bei den Gästen die Schulamtsbezirksband Civil Servants an – auf gut Deutsch „Beamte“. Der bis vor kurzem aktive Schulamtsdirektor Harald Frankenberger an den Keyboards, Michael Traut an der Gitarre, Sabine Bullemer-George und Kilian Lebert am Mikrofon und Gastschlagzeuger Michael Eckerlein heizten kräftig ein – unter anderem mit „Here I Go Again“, „Hold The Line“ und „Hotel California“. Dem etatmäßigen Bassisten Michael Brummer, der krankheitsbedingt fehlte, wünschten alle eine gute Genesung.

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