Tagesordnungspunkt

TOP Ö 1: Empfehlungsbeschluss: Kinder-, Jugend- und Familienpolitische Leitlinien

BezeichnungInhalt
Sitzung:23.01.2017   JHA/001/2017 
Beschluss:einstimmig beschlossen
DokumenttypBezeichnungAktionen

Der Jugendhilfeausschuss empfiehlt dem Kreistag einstimmig,

 

die in seiner Sitzung am 23.01.2017 beschlossenen Kinder-, Jugend- und Familienpolitischen Leitlinien für die laufende Wahlperiode 2014 - 2020 zu verabschieden.


Herr Rätz trägt vor, dass im Jugendhilfeausschuss am 28.05.2014 beschlossen wurde, für die Wahlperiode 2014 bis 2020 einen beratenden und begleitenden Ausschuss zur Jugendhilfeplanung (BBA JHP) einzusetzen. Aus diversen Gründen (Einbindung in eine integrierte Sozialplanung, andere vordringliche Aufgaben, Jugendamtsleiterwechsel) kam es danach zu einer Startverzögerung. Am 04.05.2016 hat dann der Jugendhilfeausschuss das Rahmenkonzept einer dynamischen, bedarfsorientierten Jugendhilfeplanung verabschiedet. Dieses Konzept sieht grundlegende und durch den Kreistag zu verabschiedende

 

Kinder-, Jugend- und Familienpolitischen Leitlinien

 

vor.

 

Der beratende und begleitende Ausschuss zur Jugendhilfeplanung, der im Jahre 2016 zweimal getagt hat, empfiehlt dem Jugendhilfeausschuss, sich hierbei auf folgende drei strategische Schwerpunktthemen zu konzentrieren:

 

  1. Partizipation

 

  1. Landkreis zukunftsfähig gestalten

 

  1. Bildung in der Region stärken

 

 

Herr Rätz stellt die beiliegenden Leitlinien vor und gibt anhand beiliegender Präsentation einen Überblick über das weitere Vorgehen des beratenden und begleitenden Ausschusses zur Jugendhilfeplanung.

 

 

Kreisrat Dr. Fahn findet bei dem Punkt Partizipation sehr wichtig, dass parallel Partizipationsforen stattfinden. Er verweist auf das 2. Partizipationsforum am 4. März 2017, das von der kommunalen und präventiven Jugendarbeit des Landratsamtes Miltenberg und des Kreisjugendrings Miltenberg veranstaltet werde.

Der Landkreis Miltenberg sei auf dem Weg zur Bildungsregion, so dass man den Punkt Bildung in der Region stärken gut damit verbinden könne. Bildung in der Region stärken heiße aber auch, dass die Schüler gute Lehrer aus der Region hätten.

 

Landrat Scherf weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass aus München grünes Licht gekommen sei, dass das Konzept des Landkreises Miltenberg zur Bildungsregion stimmig sei. Kultusminister Spaenle habe sich für den Freitag, 3. März 2017 angekündigt, um dem Landkreis Miltenberg das Qualitätssiegel „Bildungsregion in Bayern“ zu überreichen.

Für die angesprochene Lehrerversorgung sei der Landkreis kommunalerseits leider nicht zuständig.

Ein Baustein sei zum Beispiel, Berufsorientierung in unseren Gymnasien und Realschulen zu implementieren, damit verdeutlicht werde, welche beruflichen Möglichkeiten gerade hier im Landkreis Miltenberg bestünden. Dies habe direkten Rückgriff auf Punkt 2 der Leitlinien, nämlich die Demographie, damit man den jungen Menschen aufzeige, dass der Landkreis beruflich aufgrund der mittelständisch strukturierten Unternehmenslandschaft hervorragende Möglichkeiten biete oder Partizipationsmodelle an den Schulen anzubieten.

 

Kreisrat Dr. Herrmann vermisst im Rahmen der Jugendhilfeplanung die Gesundheitserziehung und möchte wissen, ob dies vorgesehen sei. Für die Jugendhilfe könne man dieses Thema andenken.

 

Landrat Scherf stimmt zu, dass dieses Thema sehr wichtig sei. Der Landkreis Miltenberg befasse sich damit. Auch im Rahmen der Gesundheitsregionplus habe man eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Gesundheitsvorsorge beschäftige.

 

Herr Dr. Dittmeier ergänzt, dass bei den Gesundheitstagen im Landkreis Miltenberg 2015 das Thema "Kindergesundheit – Ich.Mach.Mit. Alles, was gesund ist." und 2016 das Thema „Psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen“ behandelt worden sei.

Es gebe in der Gesundheitsregionplus eine Arbeitsgruppe Gesundheitsförderung und Prävention. In diesem Bereich sei Kindergesundheit TOP 1 auf der Agenda gewesen. Der Kreistag habe auch den Beschluss gefasst, dass man sich bei der AOK um die finanzielle Förderung einer Präventionsfachkraft bewerbe, die verstärkt in dem Bereich tätig werde. Die Gesundheitsregionplus werde sich sicherlich mit diesem Bereich beschäftigen, wenn entsprechende Überlappungen gebe, werde man im Hause gut zusammenarbeiten. Das Thema Kindergesundheit sei auch im Gesundheitsamt eines der Topthemen.

 

Landrat Scherf führt aus, dass Erziehung nicht wirkungsvoll sei, indem man ständig erzähle, sondern die Erziehung müsse sich von innen heraus aus der aktiven Erfahrung und Auseinandersetzung entwickeln. Gelernt sei etwas schnell, aber es sei auch schnell wieder weg. Von daher funktioniere Gesundheitserziehung nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern es muss gemeinsam mit den Kindern erarbeitet, erlebt und erfahren werden.

Er regt an, in den Arbeitsgruppen der Gesundheitsregionplus mitzuwirken und sich einzubringen, da nicht nur die jeweiligen Partner im Landkreis Miltenberg, sondern auch immer alle sieben Kreistagsfraktionen eingeladen seien.

 

Kreisrat Dr. Fahn erklärt, dass der BBA JHP sich bewusst nur drei Schwerpunktthemen gesetzt habe. Unter diesen Oberpunkten könne man noch andere Themen mit einbeziehen.

Bei dem ersten Partizipationsforum habe Herr Winfried Pletzer, Abteilungsleiter beim Bayerischen Jugendring, gesagt, dass der demographische Wandel momentan nur von Senioren spreche. Der damit verbundene Rückgang der jungen Menschen erfordere nicht weniger, sondern mehr Engagement und Investition in Kinder und Jugendliche. Deswegen sei es wichtig, junge Menschen voran zu bringen.

 

Kreisrat Stich sagt, mit den neuen kompetenzorientierten Lehrplänen für alle Schularten werde im schulischen Bereich der Kompetenzerwerb im Bereich der Gesundheit gefördert. Auch die sogenannten Lebenskompetenzen, auf Initiative des Bayerischen Landfrauenverbandes, die stark in diese Bereiche hineingehen, hätten in alle Lehrpläne aller Schulformen Einzug gehalten.

 

Herr Keller merkt an, ohne dem Klausurtag im März vorgreifen zu wollen, dass die Leitlinie 3 lebenslanges Lernen mit einbeziehe. Auch werde man Schnittstellen zwischen Jugendhilfeplan und Gesundheitsregionplus berücksichtigen.

 

Für Kreisrat Paulus sei die Verabschiedung des Haushalts im Kreistag passend. Er weist darauf hin, dass für gute Jugendarbeit und Umsetzung der Leitlinien die notwendigen finanziellen Mittel von politischer Seite zur Verfügung gestellt werden müssten.

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