16.10.2013

Pressemitteilung „Ovationen“ bei der Talentschau der Extraklasse

Die „Talks“ Christoph Medinas mit den jungen Musikern zählten vor allem wegen der schlagfertigen Antworten zu den Höhepunkten: Hier das Gespräch mit dem jungen Harfenisten Ansgar Deuschel.Elsenfeld. Gut 200 Besucher im Bürgerzentrum am frühen Sonntagabend hätten mit ihrem Jubel nach dem knapp dreistündigen Konzert jedem Popkonzert Ehre gemacht. Der Grund: Sieben Musik-Solisten aus der Region Untermain im Alter zwischen 15 bis 26 Jahren hatten mit ihren Leistungen auf der Bühne eine Mi-schung aus ungläubigem Staunen, verklärten Gesichtern und Beifallsstürmen ausgelöst. Der Titel „Ovatio-nen“ war gut gewählt, als das Kulturreferat Miltenberg diese Veranstaltung in seinen „Kulturherbst“ auf-nahm, denn Ovationen gab es tatsächlich immer wieder zu hören, wenn Francisco Medina die jungen Künst-ler von der Bühne verabschiedete.

Am Ende nahmen die sieben jungen Solisten den minutenlangen Beifall des Publikums entgegen,
Am Ende nahmen die sieben jungen Solisten den minutenlangen Beifall des Publikums entgegen,
v.l.n.r. Christopher Hans, Ansgar Deuschel, Moderator Francisco Medina, Christoph Nonnweiler, Richard Gläser, Lukas Katter, Samantha Geis und Florian Brettschneider. 

Medina, als Schauspieler und Sänger, vor allem aber als Star in 1420 Folgen der RTL-Soap „Alles, was zählt“ mit durchschnittlich 2,5 Millionen Fernsehzuschauern deutschlandweit bekannt geworden, hat sein Engagement bei RTL beendet und will nun als Moderator junge Musiker mit seinem Charme und seiner Bühnenpräsenz einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Sein Motto: „Ich habe einen Gegenentwurf zum Starkult vor Augen.“

Dieses erfreuliche Motto bestätigte sich im Elsenfelder Konzert von der ersten Minute an, wenn auch viel-leicht anders als geplant. Tatsächlich trat Francisco Medina nie als Star auf, der die jungen Talente über-strahlte – eher im Gegenteil. Die sieben Musikerinnen und Musiker brillierten auf der Bühne, „sahnten“ immer wieder den größten Beifall des Publikums ab, während Medina vor allem anfangs mit seinen Ge-sangseinlagen wie „Eine kleine Sehnsucht“ verdientermaßen höchstens freundlichen Beifall erntete. Nach jahrelangem Auftreten in TV-Soaps muss man sich offensichtlich erst wieder an die Bühne gewöhnen, auch wenn man so viele Fähigkeiten besitzt wie der 36jährige Sohn des chilenischen Regisseurs Carlos Medina und der deutschen Schauspielerin Teresa Polle. Viel überzeugender wirkte er, wenn er spanische Lieder interpretierte oder im „Funkverkehr“ pointierte Texte rezitierte. Das Schöne an diesem „Nicht-Starkult“: Im Zentrum standen bei Medinas Moderation tatsächlich die jungen Musiker und die hatten mehr als genug zu bieten.  

Großen Beifall erhielten für ihren Duo-Auftritt mit Mandoline und Gitarre
Großen Beifall erhielten für ihren Duo-Auftritt mit Mandoline und Gitarre Samantha Geis und Florian Brettschneider.

Christopher Hans aus Niedernberg überzeugte am Flügel und mit seinem glasklaren lyrischen Tenor, zauberte mit seiner Interpretation des „Neugierigen“ echten Schubert-Sound ins Bürgerzentrum, bevor er mit einem Jamie-Cullums-Song bewies, dass man gefühlvoll singen kann, ohne ein Spur von Pathos zu hinterlassen. Immer wieder ein Genuss: Seine Begleitung der Auftritte von Francisco Medina und auch von Richard Gläser. Der Marimbavirtuose aus Obernau ist tatsächlich der beste Botschafter für dieses Instrument, den man sich denken kann. Er zelebrierte als Solist alle Facetten und Stimmungsvarianten und brachte zusammen mit dem Gitarristen Christoph Nonnweiler aus Niedernberg als „Duo Cosmic Constellation“ den Saal zum Brodeln, als sie brillant und voller Leidenschaft alle Tiefen der Tangos des Astor Piazzolla ausloteten. 

Christoph Medina bei einer seiner Gesangseinlagen, sensibel auf der Gitarre von Christoph Nonnweiler begleitet.
Christoph Medina bei einer seiner Gesangseinlagen, sensibel auf der Gitarre von Christoph Nonnweiler begleitet.

Einer der vielen Vorzüge des Konzerts: Immer wieder brachen die Solisten eine Lanze für ihr Instrumente und setzten beim Publikum verblüffende Erkenntnisprozesse in Gang. Spätestens seit Ansgar Deuschel aus Viernheim das Prokoffieff-Prelude auf seiner Harfe zelebriert hat, weiß man, welchen Reiz dieses Instru-ment entfalten kann, wenn es von so einem Könner gespielt wird. Begleitet wurde Deuschel am Flügel vom 16-jährigen Lukas Katter aus Obernau, einem Talent der Extraklasse, der mit seinem temperamentvollen und dynamischen Vortrag von Listzs „Tarantella“ die Zuhörer ebenso zum Beifallssturm hinriss wie mit seiner Eigenkomposition am E-Piano „The Journey and the Bloodhound“. Dass er von seinen Eltern vor vielen Jahren „ungefragt zum Klavierunterricht angemeldet“ worden ist, wie er Medina beim „Talk“ verriet, hat sich jedenfalls gelohnt.

Mit der Lautstärke der Instrumente hatte die Phonzahl des Beifalls jedenfalls nichts zu tun – eher im Gegen-teil. Mit den größten Beifall heimsten der 16jährige Florian Brettschneider aus Eschau mit der Gitarre und die noch ein Jahr jüngere Samantha Geis aus Mömlingen mit der Mandoline ein. Florian brillierte als Solist bei einer Schubert-Komposition genau so wie bei dem von ihm selbst arrangierten „Palladio“ des Karl Jenkins und als er zusammen mit Samantha Geis und ihrer Mandoline als Duo „Florian & Samantha“ virtuos, ausdrucksstark und in verblüffender Harmonie eine spannende Musikreise durch verschiedene Stile und Jahrhunderte antrat, gewannen die beiden die Herzen der Zuhörer wie im Flug. 

Die „Talks“ Christoph Medinas mit den jungen Musikern zählten vor allem wegen der schlagfertigen Antworten zu den Höhepunkten: Hier das Gespräch mit dem jungen Harfenisten Ansgar Deuschel.
Die „Talks“ Christoph Medinas mit den jungen Musikern zählten vor allem wegen der schlagfertigen Antworten zu den Höhepunkten: Hier das Gespräch mit dem jungen Harfenisten Ansgar Deuschel.

Es war ein rundum gelungenes Konzert, bei dessen Organisation auch der Agentur Armin Hupp ein großes Verdienst zukommt. Die „Talks“ von Christoph Medina mit den jungen Künstlern zählten sicher zu den Highlights des Abends, was meist an den ehrlichen und schlagfertigen Antworten lag. Wer glänzend musi-ziert, der ist eben meist auch nicht auf den Mund gefallen – auch das war eine schöne Erkenntnis von „Ova-tionen“. Der einzige Wunsch, der offen blieb: Hoffentlich bleibt es nicht bei dieser Erstauflage der Veran-staltung. Die jungen Künstler und das Publikum hätten eine Fortsetzung verdient. 

Riesenbeifall gab es für den Auftritt des Duos „Cosmic Constellation“:
Riesenbeifall gab es für den Auftritt des Duos „Cosmic Constellation“: links Christoph Nonnweiler, rechts Richard Gläser.

 



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