26.07.2017

Pressemitteilung Greifvögel sollen Wühlmäusen den Garaus machen

Greifvögel sollen von nun an den Wühlmäusen auf der Altdeponie in Großheubach den Garaus machen. Damit Bussard & Co die kleinen Nager erspähen können, hat der Landkreis Miltenberg von der THW-Jugend Miltenberg mehrere Ansitze für Greifvögel errichten lassen.

Landrat Jens Marco Scherf und Wolfgang Röcklein, Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft, schauten am Dienstagabend interessiert zu, wie drei THW-Jugendliche bei strömendem Regen mit Unterstützung des THW-Ortsbeauftragten Stefan Wolf und THW-Schirrmeister Simon Schuldt die Ansitze aufstellten und einige Nistkästen installierten.

Auf dem Grundstück waren viele Jahre lang Abfälle der Stadt Miltenberg, dem Markt Großheubach und von 1980 bis 1984 auch vom Landkreis Miltenberg abgelagert worden. Der Landkreis hatte die ehemalige Kreismülldeponie danach in den Jahren von 1999 bis 2001 mit einer Oberflächenabdichtung versehen: mit Bentonitmatten, Entwässerungsmatten und einer 1,25 Meter dicken Rekultivierungs- oder Wasserhaushaltsschicht. Das anfallende Oberflächenwasser läuft im Gefälle in ein Grabensystem, ein Teil des Regenwassers befeuchtet die Rekultivierungsschicht, um den Bewuchs darauf zu gewährleisten. Allerdings darf nicht zu viel Wasser in diese Schicht eindringen, da sonst das Entwässerungssystem überlastet und die Bentonitdichtung belastet wird.

So weit, so gut – dann allerdings kamen die Wühlmäuse und legten weitverzweigte Gangsysteme in der Rekultivierungsschicht an. Damit bringen sie Wolfgang Röcklein zufolge große Wassermengen in diese Schicht, was aber nicht gewollt sei. Ziel müsse es sein, eine Schädigung des Deponieabdichtungssystems zu vermeiden, damit die Umwelt von Beeinträchtigungen verschont bleibt. Um die Wühlmäuse zu dezimieren, habe sich der Landkreis laut Landrat überlegt, mehr natürliche Feinde der Wühlmäuse „anzustellen“. Da sich die Greifvögel auf dem Busigberg mit seinen großen Freiflächen bereits jetzt sehr wohl fühlen, wolle man Bussarde mit mehreren Ansitzen dazu animieren, auf der ehemaligen Kreismülldeponie zu jagen und sich an diesem „gedeckten Tisch“ zu bedienen. Bislang hatten Greifvögel, die von einem Ansitz aus jagen, keine Möglichkeit, auf dieser großen Fläche Wühlmäuse zu erlegen.

Wie der Landrat sagte, habe man daher das Technische Hilfswerk Miltenberg angesprochen, Greifvogelansitze zu bauen. Dankbarerweise habe die THW-Jugend Miltenberg diese Aufgabe übernommen, freute sich Scherf und sah zu, wie die Jugendlichen zunächst schwere Ständer anbrachten, ehe darauf die rund drei Meter hohen Ansitzstangen befestigt wurden. Nun will der Landkreis beobachten, ob sich diese Maßnahmen als effektiv erweisen.

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Trotz strömenden Regens installierten die THW-Jugend mehrere Ansitzstangen für Greifvögel auf dem Gelände der ehemaligen Kreismülldeponie in Großheubach. Landrat Jens Marco Scherf und der Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft, Wolfgang Röcklein, schauten interessiert zu.

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