11.11.2015

Pressemitteilung Bildungsausschuss empfiehlt Einführung der Ehrenamtskarte

Wenn es nach der einstimmigen Empfehlung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Soziales an den Kreistag geht, soll dieser in seiner nächsten Sitzung der Einführung der Ehrenamtskarte für den Landkreis Miltenberg zustimmen.

Wie Helmut Platz, im Landratsamt zuständig für Fragen rund um das Ehrenamt, im Ausschuss erklärte, sei die Karte ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für besonderes bürgerschaftliches Engagement. Aktuell beteiligten sich 75 von 99 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städte an dieser Karte, in Kürze erwarte man die Ausgabe der 100.000sten Karte. Die Idee dahinter: Die Inhaber der Karte erhalten bei zahlreichen Partnern Angebote und Vergünstigungen im Landkreis; Angebote bestimmter Anbieter gelten auch darüber hinaus. Die Ehrenamtskarte erhalten Ehrenamtliche in den Farben blau oder gold – je nach Erreichen der Voraussetzungen.

Die Ehrenamtskarte soll im Landratsamt bei der Fachstelle für Bürgerschaftliches Engagement beantragt werden können. Damit sie ein Erfolg werden kann, müssen Helmut Platz und Landrat Jens Marco Scherf zufolge genügend Akzeptanzstellen gefunden werden. Vor allem in der Anfangsphase, im ersten Jahr, brauche es dafür eine Vollzeitstelle, sagte Helmut Platz und verwies auf Erfahrungen aus anderen Landkreisen. Im ersten Jahr müsse man ausreichend Partner für die Idee gewinnen und entsprechende Vergünstigungen akquirieren, die Ehrenamtlichen und alle Vereine und Organisationen informieren und Öffentlichkeitsarbeit leisten. Wenn diese Initialarbeit geleistet sei, reduziere sich der Aufwand deutlich, wies Platz auf die Befristung einer Vollzeitstelle auf ein Jahr hin. Im laufenden Betrieb reiche für die Fachkraft in der Landratsamtsfachstelle ein Stundenanteil pro Woche von rund drei Stunden, dazu eine Verwaltungsstelle mit zehn Wochenstunden. Klar wurde aus mehreren Wortmeldungen, dass vor allem die Bürgermeister wichtige Türöffner in den örtlichen Firmen sein könnten. Der Abschluss der Verträge sei dann Angelegenheit des Landratsamts. Der Beschluss erfolgte einstimmig, im Jahr 2016 mit der Einführung der Ehrenamtskarte im Landkreis Miltenberg entsprechend dem vorliegenden Konzept zu beginnen.

Landrat Jens Marco Scherf gab die Ergebnisse des Zielvereinbarungsprozesses Kultur bekannt. Unter anderem habe man beschlossen, keine kommerziellen Musicals mehr zu veranstalten und den Kulturherbst mit drei knackigen Veranstaltungen pro Herbstmonat neu aufzustellen – insgesamt neun an der Zahl. Geplant seien unter anderem ein runder Tisch Kultur zur Vernetzung der Kulturakteure, Schwerpunkt aktuell sei die Umsetzung des nächsten Internationalen Chorwettbewerbs im Juli 2016. Die Idee eines landkreisweiten, digitalen Kulturkalenders will man prüfen, das Kabarettfestival „Sommerrausch“ in Amorbach weiterentwickeln und auch finanziell will der Landkreis reagieren: Nachdem im Zielvereinbarungsprozess die finanzielle Ausstattung des Kulturreferats als nicht ausreichend bewertet wurde, soll dessen Etat für Sachkosten und direkte Kosten im nächsten Jahr um 5000 Euro erhöht werden. Auch die Unterstützung des Kunstnetzes mit seinem vielfältigen Angebot für Kinder und Jugendliche muss im Haushalt verankert werden.

Landratsamtsjurist Stefan Pache gab einen Überblick aller erfolgreich beschiedenen Zuschussanträge für denkmalpflegerische Maßnahmen. So wurden im vergangenen Jahr insgesamt 14 Maßnahmen mit Beträgen zwischen 476 und 2500 Euro im gesamten Landkreis Miltenberg gefördert.

Gerald Hodapp, zuständig für die integrierte Sozialplanung, informierte das Gremium über den aktuellen Sachstand der Bildungsregion. Er berichtete vom ersten Dialogforum und den anschließenden Sitzungen von insgesamt fünf Arbeitskreisen. Dabei seien mehrere Projektideen entstanden. Die Ergebnisse dieser Arbeitskreise sollen in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Februar 2016 vorgestellt werden, kündigte Hodapp an. In einem zweiten Dialogforum, geplant im April 2016, soll die Öffentlichkeit über die wesentlichen Ergebnisse informiert werden. „Die richtig harte Arbeit beginnt erst, wenn die Ergebnisse feststehen“, kommentierte Landrat Jens Marco Scherf die bisherigen Arbeiten. Es gehe darum, konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln und Prioritätenlisten zu erstellen, sagte er. „Anschließend liegt es an uns, zu sagen, was wir umsetzen wollen“, so Scherf.

Zur Ausbildungsinitiative für junge Flüchtlinge sagte Scherf, dass zurzeit acht Flüchtlinge in beruflicher Ausbildung seien und betreut würden, zwei Flüchtlinge würden ohne Begleitkonzept ausgebildet. Am 1. November seien über die Agentur für Arbeit zudem Sprachkurse angelaufen, so Scherf. Im September habe die erste Klasse zur Berufsausbildungsvorbereitung für Flüchtlinge an der Berufsschule Miltenberg den Betrieb aufgenommen und man hoffe auf eine zweite Klasse im Frühjahr 2016. „Wir brauchen mehr Kapazität an den Berufsschulen“, steht für den Landrat fest. Handwerkskammer und IHK hätten zudem bei den Landkreisen Miltenberg und Aschaffenburg sowie der Stadt Aschaffenburg angeregt, eine Vereinbarung zur Förderung von Flüchtlingen in der beruflichen Ausbildung zu schließen, berichtete Jens Marco Scherf. Dem stehe er sehr positiv gegenüber und man plane, diese Vereinbarung gemeinsam mit Stadt und Landkreis Aschaffenburg für die gesamte Region Bayerischer Untermain zu unterzeichnen.

Kurz stellte der Landrat den Sachstand zum geplanten Studienzentrum der Hochschule Aschaffenburg in Miltenberg vor. Dieses soll an der Berufsschule in Miltenberg entstehen und Studenten ermöglichen, in zehn Semestern einen Bachelor-Abschluss im Fach „Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen“ zu erlangen. Das Angebot richte sich an Personen, für die ein Präsenzstudium nicht in Frage kommt, so Scherf. Diese Studenten, die einen großen Teil ihres Studiums online absolvieren, würden aber regelmäßig in Miltenberg unterrichtet. Das Grundkonzept stehe bereits, werde aber im Dialog mit den Unternehmen der Region noch in den Details ausgearbeitet, sagte der Landrat. Genaueres über notwendige Umbauarbeiten an der Berufsschule zur Etablierung des Studienzentrums werde man in der nächsten Sitzung des Bauausschusses im Dezember erfahren.
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