15.07.2015

Pressemitteilung Ergebnisse eines Probe-Benchmarkings vorgestellt

Die Ergebnisse eines Probelaufs am Benchmarking des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Bereich Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, hat Matthias Adloff den Mitgliedern des Ausschusses für Energie, Natur- und Umweltschutz am Montag vorgestellt.

Ziel des Testlaufs war es, Erfahrungen mit dem Benchmarking zu sammeln und herauszufinden, ob dieses Instrument für die Weiterentwicklung der kommunalen Abfallwirtschaft von Nutzen sein kann. Die nun vorgestellten Ergebnisse basieren Adloff zufolge auf den Zahlen von 2013. In die Untersuchung seien verschiedenste Fragen unter anderem zu Personal und Verwaltung eingeflossen, die Daten selbst würden online oder mit Hilfe eines Fragebogens erfasst. Die ermittelten Kennzahlen würden vergleichbaren Kennzahlen gegenüber gestellt und mit den Ampelfarben rot, gelb und grün bewertet.
Im Fall des Landkreises Miltenberg sei beispielsweise aufgefallen, dass die Quote von Mitarbeitern, die über 50 Jahre alt sind, deutlich über dem Durchschnitt liegt und auch die Personalkosten überdurchschnittlich seien. In der Verwaltung des Gesamtbetriebs seien überdurchschnittliche Krankentage je Mitarbeiter aufgefallen, bei den Mitarbeitern der Abfallwirtschaft dagegen unterdurchschnittliche. Auffällig war auch eine überdurchschnittliche Restabfallmenge pro Einwohner. Das Gutachten empfahl eine Analyse der krankheitsbedingten Fehlzeiten. Auch sollten Maßnahmen geprüft werden, den Anschlussgrad an die Biotonne zu erhöhen, um die Logistikkosten zu verbessern.

Auch das kommunale Netzwerk ForumZ hatte die Möglichkeit, sich in der Sitzung vorzustellen. Laut Geschäftsführer Werner Bauer ziele das Netzwerk darauf, kommunales Wissen optimal zu vernetzen. So könnten Partnerkommunen im Abgleich mit Kollegen Stärken und Schwächen des eigenen Betriebs erkennen, bessere Problemlösungen erreichen, belastbare Absicherungen für Entscheidungen erhalten, Zeit bei Recherche und Lösungsfindungen sparen und Geld sparen durch das rasche Erschließen von vorhandenen Einsparpotenzialen. Bauer erläuterte dies anhand von mehreren Beispielen.

Eine erfolgreiche Bilanz des ersten Jahres des Miltenberger Bürgerdienstes legte Erwin Grauschopf vor. Dieser Dienst, getragen von der Gesellschaft zur beruflichen Förderung (GbF), arbeitet seit 1. Juli 2014 mit dem Landkreis Miltenberg in einem Pilotprojekt zusammen. Dabei werden die Bürger des Landkreises bei Wohnungsentrümpelungen unterstützt; brauchbare Güter werden dem Kaufhaus MainSecond zum Verkauf zugeführt. Das Pilotprojekt, das auf zwei Jahre angelegt ist, ist laut Grauschopf erfolgreich gestartet. Zwei von drei eingestellten Langzeitarbeitslosen seien nach einem Jahr vermittelt worden. Man habe im ersten Jahr 135 Tonnen Müll aus Wohnungen geschafft, 70 Tonnen Möbel waren in so gutem Zustand, dass sie wiederverwendet werden konnten. Nun habe man wieder drei neue Langzeitarbeitslose eingestellt, so Grauschopf. Man werde versuchen, mit Werbung noch mehr Kunden zu gewinnen, kündigte er an. Allerdings, schränkte Grauschopf ein, beschäftigte man sogenannte Minderleister, so dass es unrealistisch sei, aus dem Projekt ein gewerbliches Modell zu entwickeln. Deshalb hoffe man auf dauerhafte Unterstützung durch den Landkreis Miltenberg.

Der Ausschuss beschloss zudem, dass die Landkreisverwaltung Stadt und Landkreis Aschaffenburg ein Angebot zur Annahme von 1500 Tonnen inerten Abfällen auf der Dk-II-Deponie des Landkreises Miltenberg für die Jahre 2016 bis 2018 unterbreiten soll. Diese Entsorgung, sollte sie zustandekommen, müsste umsatzsteuerpflichtig über den Betrieb gewerblicher Art des Landkreises Miltenberg abgewickelt werden. Zum Angebot kam es, da Stadt und Landkreis Aschaffenburg keine Dk-II-Deponie haben und dieser Abfall zur Beseitigung nur innerhalb Bayerns entsorgt werden darf. Bei erfolgreichem Abschluss einer Vereinbarung wäre dies ein Beitrag für den wirtschaftlichen Betrieb der Kreismülldeponie und eine erwünschte Zusammenarbeit am bayerischen Untermain.

Aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung wurde bekannt, dass die Arbeiten für Grundwasserpegelbohrungen im Bereich der ehemaligen Kreismülldeponie Großheubach für den Angebotspreis von 129.321 Euro vergeben wurden. Laut Wolfgang Röcklein, Leiter der Abfallwirtschaft am Landratsamt, habe ein unangekündigter Besuch des Landesamts für Umwelt Ende Juni auf der Kreismülldeponie Guggenberg keinerlei Beanstandungen bei der Abdeckung der Abfälle auf der Dk-II-Deponie ergeben.
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