09.02.2017

Pressemitteilung Qualitativ hochwertige Bauvorhaben ausgezeichnet

Auch in diesem Jahr hat sich die Jury des von der gemeinnützigen Stiftung der Sparkasse Miltenberg-Obernburg ausgelobten Baupreises schwer getan, aus der Vielzahl qualitativ hochwertiger Bewerbungen die besten Beispiele für gelungene Umbauten und Sanierungen von Gebäuden zu finden. Auch um den erstmals ausgelobten Publikumspreis entspann sich ein enges Rennen, das nur mit einer einzigen Stimme Vorsprung entschieden wurde.

Sparkassen-Vorstandsmitglied Philipp Ehni zitierte Schlagworte wie Bauboom, explodierende Immobilienpreise in den Großstädten und bezahlbarer Wohnraum, gleichzeitig aber Leerstände in vielen Ortskernen in den ländlichen Regionen. Für die Sparkasse sei das Baugeld nach wie vor ein wichtiger Posten in der Bilanz, erklärte Ehni, denn in den im vergangenen Jahr neu ausgegebenen Sparkassenkrediten in Höhe von 200 Millionen Euro stecke viel Baugeld. Die Sparkasse sei daran interessiert, Baudenkmäler zu erhalten, beim Bauen den Klimaschutz und das Energiesparen zu fördern und das Leben in den Altorten zu erhalten. Dabei hoffe man auf pfiffige und nachhaltige Lösungen, die die Region lebenswert erhalten und zukunftsfähig gestalten. Er dankte der Jury mit Stephen Knapp, Karlheinz Paulus, Klaus Wolf, Andreas Wosnik und Dr. Martin Brandl sowie Konrad Weis (Sparkasse) mit seinem Team für die Organisation.

Landrat Jens Marco Scherf, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, freute sich, dass Geld zum Bauen vorhanden sei. Das zeige sich an der Vielzahl eingereichter Bewerbungen, erkannte der Landrat und stellte fest, dass ein Großteil des ausgegebenen Geldes bei den Firmen in der Region verbleibt. Er appellierte an die Bauherren, nicht nur auf die Finanzen und wirtschaftliches Bauen zu achten, sondern auch auf eine hohe gestalterische Qualität der Bauten. Scherf freute sich nicht nur auf Projekte, die den hochwertigen Umgang mit der Baugeschichte zeigen, sondern auch auf Bauten, die das Neue und das Alte miteinander verbinden. Er hoffte zudem, dass der Publikumspreis die Bekanntheit und Akzeptanz des Baupreises erhöhen möge, sagte Scherf am Ende seiner Rede.

Die Laudatio auf die Preisträger hielt Dr. Martin Brandl vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Zunächst zeichnete er die Stadt Stadtprozelten in Person von Bürgermeisterin Claudia Kappes und Verwaltungsleiterin Regina Wolz für die energetische Sanierung des historischen Rathauses Stadtprozelten aus. Dieses Vorhaben, für das die Stadt zahlreiche Fördermittel einwarb, sei fünf Jahre lang unter schwierigen Rahmenbedingungen erfolgt, wusste Brandl. Die Statik sei stark reparaturbedürftig gewesen, sagte er und lobte die sensible Planung. Kappes und Wolz hätten sich als hervorragende Bauherren erwiesen, indem sie schlechte Nachrichten verdaut, Wellen geglättet, ihr Umfeld motiviert, Kritiker pariert und nie die Nerven verloren hätten. Sie hätten sich über eine weitgehende Sanierung eingesetzt und die notwendigen Maßnahmen gegenüber der Stadt und dem Stadtrat vorbildlich vertreten, für die Denkmalpflege geworben und etliche Skeptiker überzeugt.

Betina und Peter Rohmann haben mit dem Umbau und der Erweiterung eines Altbaus in der Schmalzgasse 5 in Niedernberg zu einem Gästehaus einen wichtigen Beitrag zur Altortpflege und Altortbelebung geleistet. In dem ehemals schmucklosen und stark sanierungsbedürftigen Haus, das sie 2009 gekauft haben, hätten sie das in ihm schlummernde Potenzial erkannt, lobte Brandl. Nach einer ausgiebigen Sanierung, bei der unter anderem die Fassade freigelegt wurde, entstand ein behagliches Gästehaus. „Sie haben damit einen Beitrag zur Belebung des Ortes geleistet“, lobte der Fachmann.

Tatjana und Markus Techet haben Brandl zufolge mit dem Umbau ihres Hauses in der Bahnhofstraße 4 in Klingenberg einen „wegweisenden Beitrag zum Umgang mit der Bausubstanz aus den 1960-er Jahren“ geleistet. Sie hätten die Qualitäten des Gebäudes mit seiner reizvollen Lage erkannt, obwohl die Bausubstanz angegriffen gewesen sei. Die ursprüngliche Klinkerfassade verschwand unter einem Wärmedämmsystem, das Dach wurde ausgetauscht, Fensterflächen überarbeitet sowie ein Hochwasserschutz konzipiert. So sei aus der ehemaligen Energieschleuder ein Musterbeispiel für Energieeffizienz geworden.

Eine lobende Erwähnung fanden die Fassadengestaltung von Udo Meisenzahls Gasthaus „Zum Goldenen Engel“ in Laudenbach und die von Eberhard Heider verantwortete und neu in Szene gesetzte Fassade seines Gasthauses „Zum Goldenen Rad“ in Mönchberg.

Den Publikumspreis sicherte sich das Ehepaar Rohmann für Umbau und Erweiterung ihres Altbaus in der Schmalzgasse 5 in Niedernberg. Lediglich mit einer Stimme Vorsprung vor dem „Goldenen Rad“ in Mönchberg ging dieses Vorhaben als Sieger über die Ziellinie. Die ausgezeichneten Bauherren erhielten Urkunden und Plaketten, die sie an ihren Häusern anbringen können, die beiden privaten Bauherren bekamen zudem einen Geldpreis.

2017-02-09_Landkreis Miltenberg - Pressearchiv
Auszeichnung der Sieger beim Baupreis der gemeinnützigen Stiftung der Sparkasse Miltenberg-Obernburg mit (von links) Philipp Ehni (Vorstandsmitglied der Sparkasse), Landrat Jens Marco Scherf (Vorsitzender des Stiftungskuratoriums), Bürgermeisterin Claudia Kappes und Regina Wolz (beide Stadtprozelten), das Ehepaar Tatjana und Markus Techet (beide Klingenberg), das Ehepaar Betina und Peter Rohmann (beide Niedernberg) und Thomas Feußner, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse.

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