21.12.2020

Pressemitteilung Sommerlicher Wassermangel setzt Tierwelt zu

Gewässer im Frammersbacher Wald angelegt. Die in Häufigkeit und Intensität zunehmende Sommertrockenheit stellt für viele heimische Tierarten ein ernsthaftes Problem dar. Christian Salomon, Biodiversitätsbeauftragter der Regierung von Unterfranken, und Stefan Gruber, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Main-Spessart West, haben deshalb im Frammersbacher Haurain mehrerer Kleingewässer anlegen lassen. Das in Weggräben abfließende Niederschlagswasser soll künftig in mehreren Gumpen und Teichen mit Lehmabdichtung zurückgehalten werden. Nach Abstimmung mit dem 1. Bürgermeister Christian Holzemer stellte der Markt Frammersbach dafür geeignete Flächen zur Verfügung und sicherte die Unterstützung der Maßnahme zu. Als bei den Baggerarbeiten unerwartet Bauschutt gefördert wurde, übernahm die Gemeinde die Mehrkosten für eine entsprechende Entsorgung. 

Wichtiges Reptiliengebiet
Der Haurain und das angrenzende Naturschutzgebiet Spessartwiesen sind laut Salomon ein herausragendes Reptiliengebiet im Spessart. Gleich sechs heimische Reptilienarten sind hier anzutreffen. Damit das so bleibt, haben der Markt Frammersbach und die Forstbetriebsgemeinschaft in den letzten Jahren bereits Teile der Böschungen aufgelichtet und den Strukturreichtum des Gebietes verbessert. Ein Teil des Haurains soll künftig als Ökofläche sogar gänzlich dem Naturschutz zur Verfügung stehen – durch Anreicherung von Altbäumen und Totholz sowie durch die gezielte Schaffung reptilienfreundlicher Strukturen. Allerdings fänden aufgrund der Klimaveränderungen gerade Amphibien wie der Grasfrosch immer seltener wassergefüllte Gräben in denen sie sich erfolgreich fortpflanzen könnten. Die Jungfrösche fehlten dann wiederum in der Nahrungskette – etwa für die heimischen Schlangenarten Ringelnatter und Kreuzotter. Zumindest kleinräumig könne man durch den Wasserrückhalt auch die Luftfeuchte etwas verbessern. 

Kleingewässer sinnvoll
Sehr viele Tiere verschiedenster Artengruppen brauchen im Sommer Trinkstellen – vom mächtigen Rotwild bis zur kleinen Wildbiene. In trocken-heißen Jahren werden solche Trinkstellen allerdings zum Mangelfaktor. Naturnahe Kleingewässer anzulegen, sei deshalb fast immer eine gute Option, wenn man etwas für die Natur tun wolle, so Salomon. Auf einen gutgemeinten Fischbesatz solle man bei solchen Gewässern allerdings zugunsten von sich selbst einfindenden Amphibien und Wasserinsekten verzichten. Außerdem müsse eine Gewässeranlage in der freien Natur immer mit den Naturschutzbehörden der jeweiligen Landratsämter abgestimmt werden.

2020-12-21_Landkreis Miltenberg 

Nun hoffen die Teichbauer auf ausreichend Niederschläge und dass die Lehmabdichtungen gut funktionieren. Im besten Falle hoffen sie auch auf weitere Nachahmer.

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