04.05.2015

Pressemitteilung Kultur und Kunstnetz Thema im Ausschuss

Anke Bachmann, seit 1. April Nachfolgerin der langjährigen Kulturreferentin Gabriele Schmidt, hat sich den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung, Kultur und Soziales am Mittwoch vorgestellt. Die Bankkauffrau, Betriebswirtin und Sozialpädagogin, die im Laufe ihres Berufslebens umfangreiche Erfahrungen in Werbung und Marketing sammelte, gab dem Ausschuss auch einen Überblick der Veranstaltungen des Kulturwochenherbsts.

Die neue Beauftragte für Kunst und Kultur listete zahlreiche Veranstaltungen auf, die nicht nur klassische Musik, sondern auch die Show „The Big Soul of Africa“, den Auftritt von Konstantin Wecker, die Kabarettisten Herbert & Schnipsi (Hanns Meilhamer und Claudia Schlenger) und Thomas Freitag sowie das Kindermusical „Die Schneekönigin“ vorsehen, sondern auch eine Ausstellung von Otmar Alt in der Kochsmühle sowie das Neujahrskonzert am 3. Januar im Bürgerzentrum. Zahlreiche weitere Veranstaltungen komplettieren die Veranstaltungsreihe, die im Oktober beginnt.

Christiane Leuner stellte die Arbeit des Kunstnetzes vor, den Zusammenschluss von Künstlern im Landkreis, der Kindern und Jugendlichen von vier bis 19 Jahren kulturelle und ästhetische Bildung ermöglicht. Umgesetzt wird dies in Form von Einzelförderung, in Workshops sowie in Kunstprojekten. Seit dem Jahr 2000 gibt es das Kunstnetz und in den bisher 15 Jahren haben die Künstler bereits unzählige Kinder an die Kultur herangeführt. Finanziert wird das Kunstnetz über den Landkreis Miltenberg und den Bezirk Unterfranken, die Referenten finanzieren sich über die Gebühren der Workshops. Das Kunstnetz sei aber auch auf Unterstützung durch Spenden und Sponsoren angewiesen, so Leuner. Geleitet wird der Künstlerzusammenschluss von Christiane Leuner, die Geschäftsführung hat Kulturreferentin Anke Bachmann. Im Leitungsteam bringen sich neun Mitglieder ein. Leuner stellte eine Auswahl von Projekten vor – unter anderem an der Ganztagsschule in Großheubach, an der Künstler des Kunstnetzes seit 2004 aktiv sind.

Mit gezieltem Marketing mache man das Kunstnetz bekannt, zeigte Leuner an Beispielen auf und kündigte an, verstärkt auf den „Kulturkompetenznachweis“ zu setzen. Dieser Bildungspass dient als Nachweis für Schlüsselkompetenzen für Jugendliche und kann etwa bei Bewerbungsgesprächen von Vorteil sein. Besonders freute sich Leuner, dass das Kunstnetz demnächst eine Kunstgrundschule anbieten kann – die einzige in Unterfranken. Dabei beschäftigen sich die Schüler fächerübergreifend verstärkt mit Kunst und Kultur. Zurzeit plane man die Umsetzung dieses zweijährigen Projekts an der Grundschule Großheubach, so Leuner. Wünschenswert wäre für sie auch, an jeder Schule einen Ansprechpartner für Kunst zu bekommen. Für Landrat Jens Marco Scherf steht fest, dass es sich beim Kunstnetz um eine „flächendeckende Kunstschule“ handelt. Dies müsse man mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen. „Zu einem Bildungslandkreis gehören auch Kunst und Kultur“, so Scherf abschließend.

Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, eine pro-aktive Beratungsstelle für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen für die Region I mit jährlich bis zu 1000 Euro zu fördern. Sozialamtsleiter Manfred Vill erläuterte das Konzept, das darauf basiert, dass die Polizei nach einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt gegen Frauen die Beratungsstelle informiert, soweit die betroffenen Frauen das wünschen. Die Stelle nimmt dann Kontakt zu den Betroffenen auf und berät diese. Sowohl der AWO-Kreisverband, der Träger des Frauenhauses, als auch der Verein SEFRA, Träger des Beratungszentrums für Frauen), haben bei Stadt und Landkreis Aschaffenburg sowie dem Landkreis Miltenberg beantragt, eine Förderung für eine solche Stelle zu bekommen. Eine solche Stelle würde auf Kosten von rund 48.000 Euro pro Jahr kommen und vom Freistaat mit 80 Prozent der Kosten gefördert. Zehn Prozent der Kosten müsste der Träger übernehmen, die anderen zehn Prozent würden unter den drei Gebietskörperschaften aufgeteilt. Bei einer Stelle im Umfang von 15 Wochenstunden fielen 18.000 Euro an, von denen Stadt und Landkreis Aschaffenburg sowie der Landkreis Miltenberg 1800 Euro – also jeweils 600 Euro – aufbringen müssten. Der Landkreis würde diesen Anteil leisten, wenn alle restlichen Kosten gedeckt sind.

Die wichtige Arbeit des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Aschaffenburg/Miltenberg hat Claudia Bauer-Herzog vorgestellt. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Dienstes begleiten Familien von Kindern mit lebensverkürzender Erkrankung von Stellung der Diagnose bis über den Tod der Kinder hinaus. Ehrenamtliche würden in einem 100 Stunden umfassenden Kurs auf ihre Aufgabe vorbereitet, erläuterte sie. Zurzeit betreuten 50 Ehrenamtliche insgesamt 22 Familien mit 24 Kindern und Jugendlichen. Pro Kind wolle man möglichst zwei ehrenamtliche Helfer einsetzen, um Urlaubs- oder Krankheitszeiten überbrücken zu können. Dieser Dienst sei für Familien kostenlos, 120.000 Euro pro Jahr für Sachkosten (Miete, Fahrzeug etc.) decke man durch Mitgliedsbeiträge, staatliche Förderung (Paragraph 39a SGB) sowie größtenteils durch Spenden. Die Ehrenamtlichen wünschen sich laut Bauer-Herzog, dass auch ein Palliativteam für Kinder aufgebaut werden kann. Die Finanzierung wäre gesichert, sagte Bauer-Herzog, allerdings suche man noch einen Träger für das Vorhaben. Landrat Jens Marco Scherf lobte die segensreiche Arbeit dieses Hospizdienstes. Alle weiteren Informationen sind im Internet unter www.deutscher-kinderhospizverein.de einzusehen, telefonisch ist der Dienst unter 06021 4591677 zu erreichen, E-Mail: aschaffenburg-miltenberg@deutscher-kinderhospizverein.de 

Zum Thema Gesundheitsregion plus erläuterte der Leiter der Abteilung Gesundheit und Soziales, Dr. Erwin Dittmeier, dass Staatsministerin Melanie Huml mittlerweile den Förderbescheid an den stellvertretenden Landrat Thomas Zöller übergeben hat. Somit werde die Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus mit bis zu 70 Prozent der förderfähigen Ausgaben und maximal 50.000 Euro pro Jahr bis Ende 2019 gefördert. Für die Leitung der Geschäftsstelle seien insgesamt 28 Bewerbungen eingegangen, so Dittmeier, derzeit liefen die Vorstellungsgespräche. Für den 20. Mai kündigte er die konstituierende Sitzung des Gesundheitsforums unter Vorsitz von Landrat Jens Marco Scherf an. Eine der ersten Aufgaben werde es sein, für die Arbeit der Gremien eine Geschäftsordnung zu verabschieden sowie die beiden Pflichtarbeitsgruppen einzusetzen. Die Arbeitsgruppen sollen Dittmeier zufolge noch im ersten Halbjahr mit ihrer Arbeit beginnen.

Am Ende der Sitzung gab Landrat Jens Marco Scherf bekannt, dass er in einer Eilentscheidung dem Miltenberger Gymnasium die Zustimmung des Landkreises Miltenberg am Pilotprogramm „Mittelstufe Plus“ erteilt habe. Für das Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld hatte der Ausschuss die Zustimmung bereits erteilt. Mittlerweile, so Scherf, seien beide Gymnasien in das Programm aufgenommen worden. In Miltenberg werde es für das kommende Schuljahr vermutlich eine Klasse G8 sowie zwei Klassen G8 plus geben, in Elsenfeld eine traditionelle G8-Klasse sowie drei G8-Plus-Klassen.
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