05.11.2015

Pressemitteilung Polizeipräsident bespricht mit Landrat die Sicherheitslage

Der seit März 2015 an der Spitze des Polizeipräsidiums Unterfranken stehende Polizeipräsident Gerhard Kallert hat am Dienstag seinen Antrittsbesuch bei Landrat Jens Marco Scherf absolviert. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Sicherheitslage im Landkreis Miltenberg.

„Es ist gut, wenn man sich kennt“ – mit dieser Aussage stieß Kallert beim Landrat auf Gegenliebe, denn beide Seiten waren sich einig: Das sehr gute Miteinander von Polizei und Landkreis in der Vergangenheit soll auch künftig weitergeführt werden. Der 56-jährige Kallert, der zuvor Polizeivizepräsident der bayerischen Bereitschaftspolizei war, konnte Landrat Jens Marco Scherf beruhigen: die Sicherheitslage im Landkreis Miltenberg ist gut, was eine laut Kallert „traumhaft niedrige“ Kriminalitätsrate von 3250 Delikten pro 100.000 Einwohner im vergangenen Jahr belegt. Zum Vergleich: Unterfrankenweit liegt dieser Wert bei 4150, womit der Regierungsbezirk der sicherste in ganz Bayern ist. Für Gesamtbayern nannte Kallert einen Wert von 5100, womit der Freistaat das sicherste Bundesland in Deutschland ist.

Sowohl der Landrat als auch der Polizeipräsident waren sich in der Einschätzung einig, dass man auch weiterhin die Wohnungseinbrüche im Blick behalten muss, auch wenn deren Zahl am Jahresende vermutlich unter den Werten des Vorjahres liegen wird. Die Zahlen von Ende September ließen diesen Schluss zu, sagte Kallert, allerdings seien es noch einige Wochen bis zum Jahresende. Die Polizei arbeite dabei auch eng mit den Kollegen im benachbarten Baden-Württemberg zusammen, so der Polizeipräsident. Mut mache die Tatsache, dass 40 Prozent der Taten bereits im Stadium des Einbruchsversuchs abgebrochen würden. Denn die Erfahrung zeige, dass Einbrecher nach kurzer Zeit vom Vorhaben abließen, wenn das Eindringen zu schwierig sei. Das, so Kallert, „zeigt deutlich, dass sich das Nachrüsten lohnt.“ Wichtig wäre es, wenn die Bauämter den Bauherren bereits beim Bau auf die Sinnhaftigkeit sicherer Türen und Fenster hinwiesen, denn die Erstausstattung sei günstiger als das Nachrüsten. In jüngster Zeit seien zudem einige Einbrecher gefasst worden – auch weil die Nachbarn gut aufgepasst und gute Beschreibungen der Täter geliefert hätten.

Sorgen machen der Polizei auch die sogenannten Enkeltrickbetrüger. Trotz umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit habe die Zahl der Delikte zugenommen, bei denen Senioren um ihr Geld gebracht werden. Die Täter gingen dabei äußerst geschickt vor, erläuterte Kallert an einigen Beispielen. Die Polizei werde in diesem Feld auch weiterhin verstärkt Aufklärungsarbeit leisten, sagte er und wies auf bislang zehn erfolgreiche Betrügereien in diesem Jahr in Unterfranken hin, bei denen zum Teil sehr hohe Summen ergaunert worden seien.

Kallert trat auch Gerüchten entgegen, Flüchtlinge und Asylbewerber begingen zahlreiche Straftaten. Die Zahl dieser Delikte sei statistisch nicht auffällig, nannte er einen aktuellen Wert von tausend Delikten in Unterfranken im Vergleich zur Gesamtzahl von über 44.000, was in Relation zum Anteil an der Gesamtbevölkerung unauffällig sei.

Zur Tempobegrenzung auf der Bundesstraße 469 sagte er, dass die Verantwortlichen gut vorgegangen wären. Es sei wichtig, dass dieser Versuch über fünf Jahre verläuft, denn aussagekräftige Zahlen zur Erhöhung der Sicherheit bekomme man erst nach längerer Zeit. Auffällig sei dennoch, dass die Beanstandungsquote bei Geschwindigkeitsmessungen auf der B469 mit vier Prozent über dem Durchschnitt liege – mit „durchaus starken Ausreißern nach oben.“

Bei seinen Gesprächen mit den örtlichen Polizeidienststellenleitern sei ihm versichert worden, dass die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Landratsamt in allen Bereichen sehr gut und problemlos sei, freute sich Kallert. Das bestätigte auch Landrat Jens Marco Scherf, als er unter anderem auf die gute Kooperation in Sicherheitsfragen rund um die Verkehrssicherheit und die Flüchtlingsunterkunft verwies.

Einen Punkt allerdings möchte Gerhard Kallert im Auge behalten: Zwar sei im Landkreis Miltenberg der Anteil von Jugendlichen und Heranwachsenden an Straftaten von 28,9 (2013) auf 25,2 Prozent im vergangenen Jahr gesunken, dennoch liege diese Zahl über dem Durchschnitt. Landrat Jens Marco Scherf verwies darauf, dass der Landkreis unter anderem mit der flächendeckenden Jugendsozialarbeit niedrigschwellige Angebote aufgebaut habe, mit denen den Jugendlichen und ihren Eltern geholfen werden soll.

Beim Antrittsbesuch von Polizeipräsident Gerhard Kallert (rechts) bei Landrat Jens Marco Scherf standen die Sicherheitslagen im Landkreis Miltenberg und in Unterfranken im Mittelpunkt des Gesprächs.
Beim Antrittsbesuch von Polizeipräsident Gerhard Kallert (rechts) bei Landrat Jens Marco Scherf standen die Sicherheitslagen im Landkreis Miltenberg und in Unterfranken im Mittelpunkt des Gesprächs.

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