16.12.2015

Pressemitteilung Lob für Hilfsorganisationen

Ein großes Lob haben Landrat Jens Marco Scherf und Kreisrat Jürgen Reinhard im Namen aller Fraktionen am Montag im Rahmen der Kreisausschusssitzung den Hilfsorganisationen Bayerisches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, Freiwilliger Feuerwehr und Caritas für ihr Engagement – besonders im Rahmen der Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge –abgestattet.

Der Landrat gab zunächst einen Überblick über die aktuelle Flüchtlingssituation im Landkreis. Scherf zufolge sind zurzeit 892 Flüchtlinge in 46 dezentralen Unterkünften untergebracht. Darunter befänden sich auch 58 sogenannte Fehlbeleger, die auf dem Wohnungsmarkt keine eigene Wohnung finden. In der Erstaufnahme in Kleinheubach seien zurzeit 149 von 300 Plätzen belegt. Das führte der Landrat darauf zurück, dass die Erstaufnahme Schweinfurt ihre Kapazität erhöht habe. „Das gibt uns etwas Luft zum Atmen und zur Konsolidierung“, so Scherf. Zurzeit sei man zur Aufnahme von 38 Flüchtlingen pro Woche verpflichtet. Insgesamt habe der Landkreis seit dem 17. August 605 Flüchtlinge erstaufgenommen. 71 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge seien in fünf Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht. Auch hier habe man etwas Luft, da zurzeit keine unbegleiteten Minderjährigen vermittelt würden.

Für das Rote Kreuz berichtete der Eichenbühler Bereitschaftsleiter Dieter Fleckenstein, dass das Rote Kreuz sowohl am Aufbau der Erstaufnahme in Miltenberg als auch in Kleinheubach beteiligt gewesen sei. Weitere Leistungen hätten die Unterstützung bei der Registrierung, den medizinischen Untersuchungen und bei Fahrtdiensten ins Krankenhaus beinhaltet. In den ersten drei Tagen habe man in Miltenberg zudem die komplette Verpflegung übernommen und seit dem 20. August sei man täglich in drei Schichten von 6 bis 20 Uhr im Einsatz. Vom 10. August bis zum 21. November hätten über 200 Ehrenamtliche über 6000 Stunden geleistet, so Fleckenstein, der vom längsten und größten Einsatz in der Geschichte des BRK-Kreisverbands sprach. Ab Oktober habe man größtenteils ehrenamtlich die Fahrdienste koordiniert. Beim Umzug der Erstaufnahme sei man mit 60 Helfern im Einsatz gewesen. In Kleinheubach sei man nun mit Hauptamtlichen für die Essensversorgung zuständig, sagte Fleckenstein. 32 Ehrenamtliche nähmen in Obernburg auch Kleiderspenden entgegen und sortierten diese. Bislang habe man rund 18.000 Kleidungsstücke in die Notunterkünfte gebracht, rechnete der BRK-Bereitschaftsleiter vor. Auch habe man einen Arbeitskreis gegründet, der sich mit Integrationsmaßnahmen für Flüchtlinge auseinandersetze. Für unbegleitete Minderjährige habe man eine Unterkunft für drei bis fünf Personen bereitgestellt.

Joachim Stark, THW-Ortsbeauftragter des Obernburger THW, berichtete auch im Namen seines Miltenberger Kollegen Stefan Wolf vom zu 100 Prozent ehrenamtlichen Einsatz der Hilfsorganisation. Beim Aufbau der Notunterkünfte in Miltenberg und Kleinheubach sei man im Einsatz gewesen, sagte Stark und lobte dabei die tolle, nahtlose Zusammenarbeit aller Organisationen. Die Einsatzbedingungen seien vor allem in den ersten zwei Tagen in Miltenberg bei tropischen Temperaturen nicht einfach gewesen, dennoch sei die Hilfeleistung dem THW ein großes Anliegen gewesen. Am Tag des Umzugs habe man auch die Bewohner kennengelernt und über deren Schicksal nachgedacht, erzählte der Ortsbeauftragte. „Da geht man abends nicht nur müde ins Bett, sondern auch froh, dass man etwas Gutes getan hat“, sagte Stark unter Beifall des Gremiums.

Kreisbrandrat Meinrad Lebold berichtete von 99 Feuerwehrleuten beim Aufbau der Erstaufnahme in Miltenberg, die 15 Tonnen Spanplatten verlegt hätten. Er hob die Unterstützung von Firmen aus der Region hervor – etwa die der Firma Rauch. Man habe Betten und Schränke aufgebaut, den Umzug der Speisenausgabe in die Aula geleistet und weitere Betten bis zur Kapazität von 300 Plätzen aufgebaut. Auch beim Aufbau der Erstaufnahme Kleinheubach habe man Hilfe geleistet: Man habe Fahrzeuge zur Verfügung gestellt, Schränke repariert und aufgestellt, Trennwände aufgebaut. Mittags um 16 Uhr sei am Umzugstag der Einsatz für die Feuerwehr beendet gewesen.

Laut Wolfgang Härtel, bei der Caritas zuständig für die Flüchtlingsberatung, gebe es in allen Orten mit dezentralen Unterkünften auch ehrenamtliche Helferkreise. Die Caritas helfe bei der Gründung solcher Helferkreise, sagte er. Die Helfer suchten sich selbst die Tätigkeiten aus, die sie leisten wollen. Das seien unter anderem das Abhalten von Deutschkursen in verschiedensten Facetten, die Begleitung zu Ärzten und Behörden, Nachhilfe oder die Organisation von Freizeitaktivitäten. „Die Ehrenamtlichen sind absolut unverzichtbar“, befand er und stellte heraus, dass die Caritas auch Fortbildungen anbiete. Härtel wies auch darauf hin, dass man die Einheimischen mit Problemen nicht vergessen dürfe, um sozialem Unfrieden entgegen zu treten. In der Erstaufnahme biete die Caritas auch Kinderbetreuung an, um den Eltern etwas Stress abzunehmen. In Miltenberg habe man bis zu fünf Betreuer eingesetzt und die Kinder seien begeistert gewesen, erinnerte er sich. In diesem Umfang könne man die Betreuung aber nicht mehr aufrechterhalten, bedauerte er. Aber man versuche, an zwei bis drei Tagen pro Woche etwas anzubieten.

Kreisbrandrat Meinrad Lebold stellte im Anschluss die 2015 getätigten Anschaffungen für den überörtlichen Feuerwehreinsatz vor, darunter eine Sandsackfüllanlage. Ein Abrollbehälter mit Abstützmaterial sei im Zulauf. Ein Mehrzweckboot für den Südspessart mit einer Rumpflänge von 6,10 Meter sei angeschafft worden, wohingegen der geplante Versorgungslastwagen erst 2016 geliefert werde. Der Beschaffungsantrag für das Jahr 2016 weise eine Summe von 580.000 Euro aus, sagte Lebold. Enthalten sei unter anderem ein Hochleistungslüfter für den Einsatz in Gewerbebetrieben und Hochregallagern.
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