09.12.2015

Pressemitteilung Ja zur Kooperation mit der Hochschule Aschaffenburg

Einstimmig hat der Ausschuss für Bau und Verkehr dem Kreistag empfohlen, einen Kooperationsvertrag mit der Hochschule Aschaffenburg abzuschließen. Dieser umfasst die Vergabe von Planungsleistungen für das Projekt „Partnerschaft, Hochschule und Region“ an der Berufsschule Miltenberg und die Zusage des Landkreises, die benötigten Räume einschließlich der Betriebskosten für fünf Jahre kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Die Aschaffenburger Professorin Antje Wendler hatte dem Gremium zuvor den Studiengang „Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen“ vorgestellt, der im Rahmen des Projekts Regio-BWL in den Räumen der Berufsschule Miltenberg ab dem Wintersemester 2017 angeboten werden soll. Die Hochschule Aschaffenburg hatte zusammen mit den Hochschulen Ansbach und Weihenstephan-Triesdorf erfolgreich am Wettbewerb „Partnerschaft Hochschule und Region“ der bayerischen Staatsregierung teilgenommen und erhofft sich dadurch auch Synergieeffekte in einzelnen Studienfächern. Die Wahl Miltenbergs als Standort basiere auf Erkenntnissen einer Studie der Fakultät Wirtschaft und Recht, erläuterte die Professorin. Dabei sollen Studenten in einer Regelstudienzeit von zehn Semestern den Abschluss Bachelor erlangen können. Das Studium richte sich an Berufstätige, die neben dem Beruf studieren wollen sowie an Personen in besonderen Lebenslagen (Elternzeit, Pflegezeit), für die ein Präsenzstudium nicht möglich ist. Auch sollen junge Männer und Frauen aus nicht akademischem Elternhaus die Möglichkeit zum Studium bekommen. Im Januar werde sich die Hochschule mit der IHK und Unternehmen treffen, um weitere Einzelheiten zu klären, kündigte Wendler an.

Diese Studenten, die einen großen Teil ihres Studiums online absolvieren, würden aber regelmäßig in Miltenberg unterrichtet, sich hier treffen, gemeinsame Projekte bearbeiten und ohne Ablenkung lernen können, so Wendler, so dass hierfür Räume benötigt würden.

Diese Räume stünden in der Berufsschule Miltenberg zur Verfügung, sagte Kreisbaumeister Andreas Wosnik, der mit 400 Quadratmetern Raumbedarf rechnet. Darunter fallen Unterrichtsräume, Verwaltung und Nebenräume für bis zu 100 Studierende. Solche Räume, die zurzeit als Ausweichräume genutzt werden, stünden zur Verfügung, zeigte er am Grundriss der Berufsschule. Die Räume befänden sich allerdings in einem Zustand „nahe an einer Generalsanierung“, so dass eine Ertüchtigung notwendig sei. Dafür habe man Mittel im Haushalt 2016 vorgesehen, sagte der Kreisbaumeister, die genauen Kosten könne man zurzeit noch nicht benennen. „Die Bausubstanz müsste aber sowieso saniert werden“, stellte Wosnik fest. Bei einem Termin mit der Hochschule seien die Räume besichtigt worden und auf große Zustimmung gestoßen.

Im Gremium herrschte Einigkeit, dass dieses Projekt vor allem für die Betriebe der Region enorm wichtig ist. „Unsere Unternehmen brauchen junge, qualifizierte Menschen, die hier bleiben und nicht wegziehen“, sagte Landrat Jens Marco Scherf. Er verglich den Hochschulstandort Miltenberg mit einem Pflänzchen, das man hegen und pflegen werde. Ein Kreisrat berichtete von der jüngsten IHK-Versammlung, dass die Betriebe von der Idee begeistert gewesen seien. „Das ist Wirtschaftsförderung für die gesamte Region“, so der Kommentar.
Das letzte Wort hat aber der Kreistag, der am 17. Dezember über die Kooperation entscheiden muss.
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