22.09.2015

Pressemitteilung Freude über Auszeichnung „Geotop des Jahres“

Große Freude in Amorbach und Schneeberg: Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald hat die Zittenfeldener Quelle als „Geotop des Jahres 2015“ ausgezeichnet. Unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit wurde die Auszeichnung am Sonntag vor Ort in Form von Urkunden und der Enthüllung einer Infotafel übergeben.

Amorbachs Bürgermeister Peter Schmitt begrüßte zahlreiche Gäste, die der Auszeichnungsfeier beiwohnten – neben den Landräten Jens Marco Scherf (Miltenberg), Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis) und Christian Engelhardt (Bergstraße) unter anderem auch zahlreiche Bürgermeister der Region, Vertreter des Geo-Naturparks und Dr. Ulrike Mattig von der Geopark-Expertengruppe. Schmitt freute sich über die Auszeichnung der im Volksmund auch Siegfriedsquelle genannten Quelle. Es heiße zwar, dass dieser Ort nur einer von mehreren möglichen Orten sei, wo einst Hagen Siegfried ermordete, so Schmitt. Für ihn aber steht fest, dass genau hier dieser mystische Ort liege. Der Geo-Naturpark sei ein wichtiger Partner der touristischen Destination, stellte Schmitt fest. Ziel aller Aktivitäten sei es, Kultur, Natur, Genuss und Aktivitäten zu verbinden, sagte er. Auch weiterhin gelte es, auf Qualität zu achten, weniger auf Quantität. Ziel müsse es sein, in der Region Qualitätswanderwege zu zertifizieren und die gesamte Region als Qualitätswanderregion auszuweisen.
Für Landrat Jens Marco Scherf, der auch im Namen von Neckar-Odenwald-Landrat Achim Brötel sprach, ermögliche der Geo-Naturpark mit seinen Geotopen allen Interessierten einen tiefen Blick in die lange Erdgeschichte und zeige die Verbindung mit der heutigen Landschaft auf. „Wir befinden uns hier an einem wunderschönen Ort von überregionaler Bedeutung“, steht für Scherf fest. Für ihn steht es außer Frage, dass die Auszeichnung „Geotop des Jahres“ zu Recht erfolgt sei.

Christian Engelhardt, frischgebackener Landrat des Kreises Bergstraße und Vorsitzender des Geo-Naturparks, stellte das Ziel des Geo-Naturparks in den Vordergrund, Erdgeschichte, Naturgeschichte, Kulturgeschichte und Geologie zu zeigen und miteinander zu verbinden. „Das hängt alles zusammen“, meinte er. Er hob besonders die Arbeit des Teams des Geo-Naturparks hervor mit all den vielen freiwilligen Helfern, die zusammen mit den Kommunen hervorragende Arbeit leisten und ein „großes aufregendes Gemeinschaftswerk“ erschaffen hätten. Die Zittenfeldener Quelle werde zu Recht ausgezeichnet, da sie eine geologisch große Bedeutung habe, so Engelhardt. Er überreichte an Bürgermeister Peter Schmitt und Schneebergs stellvertretenden Bürgermeister Kurt Repp jeweils eine Auszeichnungsurkunde.

Dr. Ulrike Mattig, Vorsitzende des Zertifizierungskomitees, freute sich über eine weitere Gelegenheit, nun durch ein Fenster in die Erdgeschichte zu sehen. Sie brachte auch die Bedeutung der regionalen Identität ins Gespräch. „Es ist wichtig, dass sich die Menschen vor Ort mit ihrer Heimat identifizieren“, sagte Mattig, die das Zusammenbringen von Natur- und Kulturgeschichte lobte. In Zeiten der Globalisierung sei es wundervoll, die eigenen Wurzeln zu kennen, so Mattig.
Geowissenschaftlerin Jutta Weber, beim Naturpark zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, war die Freude über die große Resonanz aus Reihen der Bürgerinnen und Bürger anzumerken. Über 100 Gäste waren an der Quelle zusammengekommen, um die Auszeichnung zu feiern, so dass Weber eine aufmerksame Zuhörerschaft fand, als sie die bisherigen Auszeichnungen vorstellte. Bereits 14 Mal habe man die Geotope des Jahres ermittelt, so Weber, sie lägen in allen Bereichen des Naturparks. An einer Karte zeigte sie die geographische Verteilung der Geotope und erklärte in kurzen Beiträgen, warum diese die Auszeichnung erhalten hatten. Die Geschichte der Zittenfeldener Quelle selbst reiche zurück bis ins Erdmittelalter vor 245 Millionen Jahren, sagte Weber. Zu jener Zeit seien die Buntsandstein-Ablagerungen entstanden, über die sich das Quellwasser heute kaskadenartig gen Tal stürze. „Aber all das wäre nichts wert ohne die Menschen“, leitete Weber über zum Dank an alle, die im Naturpark aktiv sind.

„Wir können stolz sein auf die Auszeichnung der Zittenfeldener Quelle“, stellte abschließend Schneebergs stellvertretender Bürgermeister Kurt Repp fest. Hier befinde man sich an einem idyllischen Ort, den viele Wanderer auf den Spuren der Nibelungen besuchen. Die Quelle lade zum Verweilen ein, sagte er und richtete ein Dankeschön an Alle, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz dazu beigetragen haben, dass die Quelle die Auszeichnung erhalten habe. Ein besonderer Dank ging an Naturparkführer Ewald Winkler für dessen großartige Leistungen sowie an alle Organisatoren der kleinen Feier, speziell die Schneeberger Kellerfreunde für die Versorgung der Gäste.
Nach der Enthüllung einer großen Informationstafel leiteten Ewald Winkler und Jochen Babist die Gäste zu Exkursionen unter dem Titel „Erdgeschichte, Natur und Nibelungen“.

2015/201_geotop
Als Zeichen der Auszeichnung „Geotop des Jahres“ bekamen die Bürgermeister der beteiligten Kommunen jeweils eine Urkunde. Das Bild zeigt (von links): Kurt Repp (stellvertretender Bürgermeister von Schneeberg), Peter Schmitt (Bürgermeister Amorbach), die Landräte Jens Marco Scherf und Dr. Achim Brötel, Landrat und Geopark-Vorsitzender Christian Engelhardt sowie Geopark-Geschäftsführer Reinhard Diehl.

© 2011 Landratsamt Miltenberg | Brückenstr. 2 | 63897 Miltenberg | Tel: 09371 501-0
Fernwartung