11.10.2019

Pressemitteilung Bahn- und Busverkehr wird ausgeweitet

Der Busverkehr im Landkreis Miltenberg und darüber hinaus nach Baden-Württemberg und Hessen könnte bald ausgeweitet werden: Nach einstimmigem Votum des Kreisausschusses soll die Kreisverwaltung die Verlängerungen der Linie 82 (Miltenberg – Eichenbühl – Hardheim mit Anschluss an die Regiobuslinie R2) und der Linie 56 von Sulzbach nach Großostheim und weiter zur S-Bahn Rodgau-Dudenhofen vorbereiten. 

Wenn die Linie 82 – eventuell in Kombination mit der Linie 87 – von Miltenberg nach Hardheim führe, könnten die Fahrgäste dort den Expressbusverkehr zwischen Tauberbischofsheim, Hardheim und Buchen nutzen. Diese Busse fahren stündlich montags bis samstags, sonntags zweistündlich. Angedacht seien laut dem Nahverkehrsbeauftragten Karl-Heinz Betz zunächst Fahrten aus dem Landkreis Miltenberg in den Hauptverkehrszeiten morgens, mittags und am Nachmittag. Bei steigender Akzeptanz könnten weitere Fahrten eingerichtet werden. Die Buslinie 56 von Sulzbach u¨ber Niedernberg nach Großostheim soll über Kleinwallstadt (Bahnhof) und Niedernberg nach Großostheim geführt werden und von dort u¨ber Schaafheim und Babenhausen direkt an die S-Bahn in Rodgau-Dudenhofen durchgebunden werden. Ziel sollte eine stündliche Anbindung zur und von der S-Bahn sein. 

Weiter informierte Betz über das deutlich ausgeweitete Bahnangebot auf der Maintalbahn, beginnend mit dem Winterfahrplan. Dazu gehören stündliche statt bisher zweistündliche Regionalexpresse zwischen Aschaffenburg und Miltenberg an Werktagen sowie die stündliche statt bisher zweistündliche Regionalbahn am Wochenende. 

Die Abfahrtszeiten der Regionalexpresse würden den Anschluss zum und vom Regionalexpress in Richtung Frankfurt gewährleisten, erklärte Betz, die Taktlagen der Regionalbahn würden künftig als Zu- und Abbringer der Regionalbahnen Frankfurt – Aschaffenburg eingerichtet. In Summe bestünden von Dezember an halbstündliche Verbindungen von Miltenberg nach Frankfurt. 

Einen Zwischenbericht zum Potenzialgutachten zur Ertüchtigung der Madonnenlandbahn will Betz im Kreisausschuss am 9. Dezember vorlegen. 

Zu alternativen Antriebsformen im Eisenbahnverkehr habe jüngst ein Gespräch im Landratsamt stattgefunden, blickte Betz zurück, unter anderem mit einem Vertreter des Brennstoffzellenantriebherstellers Alstom. Die Brennstoffzelle könne ein wichtiger Beitrag zur Bereitstellung einer CO2-neutralen Energieversorgung der Züge sein, so die Erkenntnis. Die Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) habe aber Zweifel an der Einsatzfähigkeit der Triebwagen mit Brennstoffzelle auf der Strecke Miltenberg – Seckach, da die Trassenführung im Odenwald besondere Anforderungen an die Beschleunigungsfa¨higkeit stellt. Einig sei man sich, dass die Elektrifizierung der Maintalbahn in jedem Falle nötig sein wird, da nur so die direkte und schnelle Durchfahrt von Miltenberg nach Frankfurt und umgekehrt möglich sein wird. Auch für die Containerzüge im Hafen Aschaffenburg sei die Elektrifizierung wichtig. Auf den Bahnstrecken von Miltenberg in Richtung Seckach und Wertheim/Lauda böte sich allerdings die Chance auf einen Probebetrieb mit Brennstoffzellenantrieben. 

Im Hinblick auf alternative Bedienungsformen in Schwachlastzeiten und nachfrageschwachen Teilra¨umen habe man mit dem Anbieter IOKI gesprochen. Dessen Angebot digitaler, bedarfsgesteuerter On-Demand-Verkehre sei aber für den ländlichen Raum mit weniger Anmeldungen und längeren Wegstrecken weniger geeignet. Der Landkreis habe Kontakt mit einem anderen Anbieter aus dem DB-Konzern aufgenommen, der mit „RufbusPlus“ fu¨r ländliche Räume Verkehre organisiert. Erste Gespräche würden in Bälde stattfinden, kündigte Betz an. Ziel bleibe die Verbesserung des O¨PNV-Angebotes im Raum Amorbach, die Erweiterung des Angebotes am Abend im Raum Miltenberg sowie die Zuführung und Verteilung der Berufspendler vom Bahnhof Kleinheubach zu und von den Firmen, fasste Betz zusammen. 

Zur Kenntnis nahm der Kreisausschuss einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, um Bus und Bahn attraktiver zu gestalten. Laut Ansgar Stich habe man beantragt, der Landkreis möge sich bei den zuständigen Gremien dafür einsetzen, dass bei der VAB ein Fahrgastbeirat eingerichtet wird, an allen VAB-Verkaufsautomaten Fahrkarten fu¨r den RMV gekauft werden können und dass analog zur Regelung der Deutschen Bahn auch im Tarifgebiet der VAB Kinder unter 15 Jahren mit einem Eltern- oder Großelternteil kostenlos mitfahren können, wenn sie bei Kauf angegeben und auf der Fahrkarte eingetragen sind. Landrat Jens Marco Scherf will zum Thema Fahrgastbeirat an die Verkehrsgemeinschaft Bayerischer Untermain schreiben, auch soll das Thema in der ARGE ÖPNV behandelt werden. Der Verkauf von RMV-Fahrscheinen an den Automaten der DB und in den VAB-Bussen sei aus technischen Gründen nicht ohne weiteres möglich, wusste Scherf. Er habe das Thema in die Fachgruppe Mobilität der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main eingebracht, das Thema Ticketing werde im Arbeitskreis von RMV und VAB bearbeitet. Die kostenlose Mitfahrt von Kindern gebe es nur im Fernverkehr der DB, nicht jedoch im Nahverkehr. Zielfu¨hrend wäre hier eine Lösung fu¨r alle Verkehrsverbünde bundesweit, so der Landrat. 

Der Landrat informierte zudem über die Arbeit der Fachgruppen des Strategieforums der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main (FRM). In der Fachgruppe Mobilität werde dem ÖPNV hohe Bedeutung beigemessen, so der Landrat. Unter anderem arbeiteten VAB und RMV in einer Projektgruppe zusammen, um die Schnittstellen der Verkehrsverbünde zu optimieren – etwa bei der Abstimmung der Fahrpläne, den Tickets sowie bei Infrastruktur und Elektrifizierung. Er, Scherf, sei in einen Fachbeirat „Digitale Modellregion FRM“ berufen worden. In diesem sollen Themenfelder für die Entwicklung der Metropolregion in der Schnittstelle des Projekts „Smart Region FRM“ und der „Digitalstadt Darmstadt“ erarbeitet werden – unter anderem Mobilität, Gesundheit und Pflege, Verwaltung und E-Government sowie Wohnen.

© 2011 Landratsamt Miltenberg | Brückenstr. 2 | 63897 Miltenberg | Tel: 09371 501-0
Fernwartung