31.07.2015

Pressemitteilung Geschäftsführer zieht Jahresbilanz für ZENTEC

Das breite Spektrum, das das in Großwallstadt ansässige Zentrum für Existenzgründung und Cooperation (ZENTEC) bietet, hat dessen Geschäftsführer Dr. Gerald Heimann am Donnerstag dem Kreistag vorgestellt. Traditionell bietet die letzte Sitzung des Gremiums vor der Sommerpause Gelegenheit, die Arbeit der Gesellschaft darzustellen.

Heimann berichtete von einem Rückgang bei der Zahl von Geschäftsgründungen, bei den Nebenerwerbsgründungen dagegen sei ein Zuwachs zu verzeichnen. Zu beobachten sei, dass sich die Geschäftsfelder mehr und mehr in das „Digitale“ verlagerten. Die Mietauslastung im Gründerzentrum, die durchschnittlich bei 80 Prozent liege, sei derzeit etwas unterdurchschnittlich. Dem arbeite man entgegen, indem man beispielsweis neue Mietangebote („plug&work“, „Co-Working Space“) etabliere, Gründer durch verschiedene Angebote (Vorträge, Gründerakademie, Facebook-Auftritt, Beratungen, Kapitalvermittlung) mobilisiere und Kooperationen (unter anderem mit ICO, ZeWiS, Hochschule, IHK, HWK) eingehe. Um die Situation zu bewerten, habe man auch zahlreiche Gespräche mit Multiplikatoren geführt, einen Workshop mit Gesellschafterbanken abgehalten und industriegeführte Gründerzentren besucht. „Wir wollen, dass die Leute die Option im Hinterkopf behalten, dass sie im ZENTEC ein perfektes Umfeld für ihre Geschäftsgründung finden“, so Heimann. Um dem Zentrum weiter gute Perspektiven zu bieten, habe man ein Konzept entwickelt und eine Diskussion mit dem Freistaat Bayern begonnen – etwa im Gespräch mit Ministerin Ilse Aigner, das auf Vermittlung der Landtagsabgeordneten Rüth und Winter ermöglicht worden sei.

Heimann ging auch auf die Kompetenznetze ein, die alle in Bereichen etabliert worden seien, die für die Region bedeutsam sind. Der persönliche Kontakt bleibe weiterhin sehr wichtig, was er am Beispiel der sehr erfolgreichen Rhein-Main-Kooperationsbörse verdeutlichte. Er kündigte einen „Tag der Elektromobilität“ am 7. Oktober an, mit dem man der E-Mobilität neuen Schub geben wolle. Das Thema „Industrie 4.0“ habe man in einer Podiumsdiskussion besprochen, sagte Heimann und stellte weitere Projekte vor wie „Wildretter“ und „Automatisiertes Fahren“. Weiter erfolgreich sei das Projekt SANTO (Schüler-Akademie für Naturwissenschaften und Technik), eine Lehrerinfoveranstaltung habe Einblicke in die Firmenwelt der Fripa (Miltenberg) vermittelt.

Heimann ging zudem auf die Arbeit der Initiative Bayerischer Untermain ein, die unter anderem den Jugend-forscht-Regionalwettbewerb im ICO ausgerichtet habe. Ein weiteres Tätigkeitsfeld sei der Aufbau einer Fachkräfte-Allianz in Kooperation mit zahlreichen Partnern. Die Regionalen Genusstage seien wieder sehr erfolgreich gewesen, ebenso der Regionale Familientag. Die Energieagentur arbeite fleißig an der Umsetzung zahlreicher Maßnahmen, fünf seien bereits abgeschlossen. Schwerpunkt der Arbeit liege auf der regionalen Energiegewinnung – vor allem auf der Nutzung der Solarenergie. In Kürze werde das Solarpotenzialkataster freigeschaltet, kündigte Heimann an. Sehr erfolgreich sei das 500-Dächer-Programm gewesen, sagte er. In der folgenden kurzen Diskussion lobten zahlreiche Kreisräte die Arbeit der ZENTEC.

Den Jahresabschluss 2014 des Landkreises Miltenberg erläuterte Kreiskämmerer Steffen Krämer dem Gremium. Bei Summen von 181.354.310 Euro sowohl in Aktiva als auch Passiva habe sich ein Überschuss von 4.913.607 Euro ergeben, so der Kämmerer. Dass das Anlagevermögen um rund 2,3 Millionen Euro gestiegen sei, habe vor allem mit den Investitionen in die Realschule Obernburg, in die Berufsschule Miltenberg und den Straßenbau zu tun, erläuterte Krämer. Die Rückstellungen des Landkreises beliefen sich zum Stichtag 31. Dezember 2014 auf 41.595.517 Euro, stellte der Kämmerer fest. Aufgrund des Schuldenabbaus habe man die Eigenkapitalquote (ohne Sonderposten) von 33,27 Prozent (2013) auf 35,41 Prozent steigern können, die Fremdkapitalquote sei entsprechend von 18,85 Prozent (2013) auf 16,82 Prozent gesunken. In der Ergebnisrechnung des Jahres 2014 habe man ein Jahresergebnis von 4.913.607 Euro erreicht, rund 2,2 Millionen Euro über dem Ansatz. Zurück zu führen sei das größtenteils auf das Jugendamt (544.000 Euro weniger Zuschuss als geplant), das Sozialamt (748.000 Euro weniger als geplant), höhere Schlüsselzuweisungen (plus 646.000 Euro) und einen um 415.000 Euro geringeren Bauunterhalt. In der Finanzrechnung sei am Jahresende ein Überschuss von 308.204 Euro erwirtschaftet worden; erwartet worden war ein Fehlbetrag von 2.040.298 Euro.

Einstimmig folgte der Kreistag einer Empfehlung des Kreisausschusses für die Einrichtung von Vorklassen zum Berufsintegrationsjahr im nächsten Schuljahr an der Berufsschule Miltenberg-Obernburg. Die Verwaltung soll gemäß Beschluss alle dafür notwendigen Schritte einleiten. Diese Vorklassen sollen, sofern sie weiter gefördert werden und sich die Schulleitung dafür ausspricht, auch in den nächsten Jahren beibehalten werden. Die Klassen richten sich an berufsschulpflichtige Jugendliche mit Migrationshintergrund, die nicht über hinreichende Sprachkenntnisse verfügen, um einem deutschsprachigen Unterricht zu folgen. Diese sollen in einer Vorklasse die nötigen Sprachgrundkenntnisse vermittelt bekommen. Zielgruppe sind vor allem berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge sowie andere Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen. 17 Wochenstunden leisten die Lehrer der Berufsschule, 20 Stunden kommen vom Personal eines externen Bildungsträgers, mit dem der Landkreis einen Kooperationsvertrag schließen wird. Die Schüler werden auch sozialpädagogisch betreut. Der Bedarf hierfür sei „mehr als vorhanden“, erklärte Landrat Jens Marco Scherf. Er verwies darauf, dass rund ein Drittel der Asylbewerber im Landkreis Miltenberg unter 18 Jahren sei. Er gehe davon aus, dass es im Februar eine zweite Vorklasse geben werde, so Scherf.

Dass der Dankeschönabend für die ehrenamtlich in der Seniorenarbeit Tätigen am 1. Oktober verschoben werden musste, erklärte die Büroleiterin des Landrats, Susanne Seidel, mit der Erkrankung der zuständigen Mitarbeiterin und damit zusammenhängenden Organisationsproblemen. Die Veranstaltung „nebenbei“ zu organisieren, sei werde den Ehrenamtlichen nicht gerecht, sagte Seidel. Die Veranstaltung werde zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, versicherte sie.
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