14.09.2015

Pressemitteilung Landrat Scherf besucht Röllbach

Landrat Jens Marco Scherf hat die Reihe seiner Gemeindebesichtigungen am Mittwoch in Röllbach fortgeführt. Zusammen mit Bürgermeister Rudi Schreck und zahlreichen Gemeinderäten ging Scherf auf Tour durch den Ort und ließ sich über den aktuellen Stand in Sachen Dorfplatz, Kindergarten und mehrere Bauvorhaben informieren. Ein Besuch der Firma TSF endete mit einer großen Überraschung. 

Im Rathaus stellte Bürgermeister Schreck die 1700 Einwohner zählende Gemeinde vor, die eine eigene Wasserversorgung und Abwasserentsorgung betreibt. „Die Dorfentwicklung brennt uns unter den Nägeln“, so Schreck, der sein Dorf fit für die Zukunft machen möchte. Dazu gehöre auch die Breitbandversorgung, stellte er fest. Die Gemeinde habe deshalb 100.000 Euro bereitgestellt, damit die Glasfaserversorgung vorankommt. Schon jetzt sei aber in fast jedem Haushalt eine Geschwindigkeit von bis zu 50.000 Mbit verfügbar. Die Submission für die Glasfaserarbeiten sei erfolgt, zurzeit befinde sich die Planung in der Plausibilitätsprüfung.
Auch brauche die Gemeinde ein neues Baugebiet, um die jungen Röllbacher Familien vor Ort halten zu können. „Wir haben schon viel Geld und Mühe in die Innenentwicklung des Ortes gesteckt“, wies Schreck darauf hin, dass die Wohnmöglichkeiten im Ort weitgehend erschöpft seien. Nun müsse man trotz des in der Baugesetzgebung geltenden Prinzips „Innen- vor Außenentwicklung“ ein Neubaugebiet ausweisen. Glücklicherweise sei man im „Unteren Bangert“ zu 90 Prozent im Besitz der Grundstücke, so dass man diese mit einer Bauverpflichtung an Röllbacher vergeben könne. Bereits 20 Anfragen lägen vor, so Schreck. 

Landrat Jens Marco Scherf zeigte Verständnis für Schrecks Wunsch. In der Demografie sei klar zu erkennen, dass vor allem die Generation der 20- bis 30-Jährigen dem Landkreis den Rücken kehre. Dies gelte es zu verhindern, sagte er und wies darauf hin, dass der Landkreis ein guter Wirtschaftsstandort mit einer wunderbaren Kultur- und Naturlandschaft sei. 

Im Mittelpunkt der Röllbacher Bemühungen stehe auch die Schaffung eines Dorfplatzes im Bereich Rathaus, Schule und Kirche, zeigte Bürgermeister Schreck auf und führte die Gäste aus dem Landratsamt vor Ort. Dies solle mit Hilfe der Dorferneuerung passieren, so Schreck, der von großem Interesse der Bürger an dieser Idee berichtete. Dieser Dorfplatz solle ein Ort der Begegnung werden. „Das Miteinander ist das Entscheidende“, stimmte Landrat Scherf zu. Wenn das passe, sei ihm vor der Zukunft der Dörfer nicht bange. Aktives Leben im Ort sei eine Grundvoraussetzung für die Zukunft der Orte, stellte der Landrat fest. 

Bei einem Ortsrundgang zeigte der Bürgermeister die Schule, die zurzeit die erste und zweite Klasse beherbergt. Dank fünf Schmachtenberger „Wanderschülern“ habe man den Erhalt der Schule gesichert, freuten sich die Schulleiterin und ihre Stellvertreterin. Im Kindergarten zeigte der Bürgermeister die geplanten Arbeiten im ehemaligen Schwesternwohnheim. Hier soll ein zweiter Rettungsweg entstehen, der eine Stahltreppe vom Obergeschoss ins Freie beinhaltet. Kindergartenleiterin Elisabeth Busch informierte die Besucher über die Kinderzahlen und die große Nachfrage nach Plätzen. 

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Auch im laufenden Schuljahr werden in Röllbach zwei Schulklassen unterrichtet, freuten sich Landrat Jens Marco Scherf und Bürgermeister Rudi Schreck vor Ort mit der Schulleiterin und ihrer Stellvertreterin. 

Nach einem Blick auf die zurzeit laufenden Arbeiten am Kindergartenweg ging es weiter in das Gewerbegebiet. Hier äußerte der Bürgermeister den Wunsch nach einem klärenden Gespräch mit dem Bauamt, ob tatsächlich für den außerhalb des Ortes liegenden Schredderplatz ein immissionschutzrechtliches Gutachten notwendig sei. Dieser Gesprächstermin wurde Schreck sogleich zugesichert. Die Gruppe schaute sich auch einen Acker im Gewerbegebiet an, auf dem zwei Investorinnen ein Tagungshotel errichten wollen. Dieses Vorhaben stehe laut Bürgermeister Schreck aber erst ganz am Anfang, noch gebe es keine konkreten Baupläne. Wie Julia und Irina Kahl erklärten, planen sie einen Festsaal für 400 Personen im Erdgeschoss, darüber sechs Doppelzimmer und eine Hochzeitssuite. Das sei aber nur „eine erste Idee“, so Irina Kahl. Rund um das Gebäude wolle man eine parkähnliche Anlage pflanzen, in die sich das Gebäude integrieren solle. Auch ein Grillplatz und ein Spielplatz seien geplant. Ein solches Vorhaben müsse sehr gut begründet werden, wies Baujurist Stefan Pache auf den Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ hin. 

Im Computertechnikunternehmen TSF führte Geschäftsführer Joachim Büttner die Besucher durch die Geschäftsräume. Laut Büttner bildet TSF auch aus: zurzeit zwei Auszubildende im Bereich der Verwaltung und sechs in der Technik. „Wir wollen nicht nur ausbilden, sondern die Leute auch im Unternehmen halten“, so Büttner beim Rundgang durch Werkstatt und Servicebüros. Zu den Kunden gehörten Schulen, Kommunen und Industriebetriebe aller Art, so Büttner. Der per Videokonferenz zugeschaltete Eigentümer Günther Förtig konnte von Bürgermeister Schreck die gute Nachricht vernehmen, dass in Kürze Glasfaseranschlüsse verlegt werden. Dies, antworte Förtig, sei für TSF existenziell wichtig. Im Gegenzug überraschte Förtig den Landrat mit einer sehr guten Nachricht. „TSF spendet zwischen 50 und 100 komplette PC-Systeme für Flüchtlingskinder“, sagte er. Der Landkreis müsse sich allerdings um die Auswahl der Kinder und die Lizenzierung der Software kümmern, so Förtig. Landrat Jens Marco Scherf, der von dieser Ankündigung freudig überrascht war, sagte den Einsatz des Landkreises sofort zu und dankte für dieses wunderbare Geschenk. Er wies darauf hin, dass die Flüchtlinge nur ein Ziel hätten: Leben und Bildung für ihre Kinder. 

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Per Videokonferenz zugeschaltet, überbracht TSF-Eigentümer Günther Förtig dem Landrat die gute Nachricht, dass das Unternehmen zwischen 50 und 100 PC-Systeme für Flüchtlingskinder spendet.

Nach einer Besichtigung der Teichkläranlage und dem geplanten Baugebiet „Unterer Bangert“ befassten sich der Landrat und seine Fachjuristen noch mit einer Bebauungsplanänderung im Gewerbegebiet in der Röllfelder Straße, ehe die Gemeindebesichtigung im Sportheim des TuS Röllbach ausklang. Hier fasste Bürgermeister Rudi Schreck vor rund 20 Bürgern die Gemeindebesichtigung zusammen. Landrat Jens Marco Scherf stellte fest, wie wichtig für ihn die Gemeindebesuche seien. Er kenne zwar die Gemeinden, aber vor Ort ließen sich viel bessere Einblicke in das Leben der Kommunen und deren Anliegen gewinnen, sagte er. Er ging auch auf die Unterbringung der Flüchtlinge im Landkreis ein und lobte den Einsatz aller Hilfsorganisationen sowie der Bürgerinnen und Bürger, die den Flüchtlingen helfen. „Ich bin stolz auf den Landkreis und die Art und Weise, wie sich seine Menschen präsentierten“, sagte Scherf zum Abschluss des Besuchs.

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