20.04.2018

Pressemitteilung Landkreis war auch 2017 überdurchschnittlich sicher

Die Polizeiinspektionen Miltenberg und Obernburg freuen sich über ein erfolgreiches Jahr 2017. Wie in den zurückliegenden Jahren sei es gelungen, die Sicherheitslage auf überdurchschnittlich hohem Niveau zu halten, erklärten der Leiter der Polizeiinspektion Miltenberg, Bernhard Wenzel, sein Stellvertreter Andreas Lux und der Obernburger Dienststellenleiter Richard Salzer am Donnerstag Landrat Jens Marco Scherf bei der Vorstellung des Sicherheitsberichts 2017 im Landratsamt Miltenberg.

Andreas Lux sprach von einer leichten Zunahme der Unfälle von 2927 im Jahr 2016 auf nun 3119 (+ 6,5 Prozent), ähnlich dem bayernweiten Trend. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten sei um zwei Prozent auf 391 zurückgegangen, leider habe es aber auch drei Unfälle mit tödlichem Ausgang gegeben. Bei fast 62 Prozent der Unfälle habe es sich um Kleinunfälle wie etwa Parkrempler oder Wildunfälle gehandelt, blickte er zurück. Gerade Wildunfälle seien ein Thema, das viele Menschen nicht auf dem Schirm hätten, mahnte Bernhard Wenzel ein achtsameres Fahren bei Dämmerung und Dunkelheit an.

Als Hauptursache der Unfälle führte Andreas Lux mit rund 17 Prozent die nicht angepasste Geschwindigkeit an. Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss hat sich im vergangenen Jahr laut Lux auf 38 mit 19 Verletzten auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren verringert. Im Gegensatz dazu sei die Zahl von Unfällen unter Drogeneinfluss (neun, davon acht mit Verletzten) deutlich gestiegen.

Die Unfälle junger Erwachsener seien 2017 weiter zurückgegangen auf zuletzt 276. „Das begleitete Fahren trägt sicher einen Teil dazu bei“, zeigt sich Andreas Lux als Freund dieser Regelung. Bei den Senioren hingegen nahmen die Unfälle zu – zurückzuführen auf die steigende Anzahl der Senioren im Verkehr.

Erfreulich ist für Lux, dass sich die Zahl der bei Unfällen Verletzten auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren verringert hat (494), die Zahl der Schwerverletzten ebenso (90).
Die Polizei hofft, dass auch die Zahl der Motorradunfälle weiter sinkt. Nach wie vor sei die Lärmbelästigung durch Fahrer, die ihre Auspuffanlagen verändert haben, ein Problem. Hier sei man etwa mit der Anwohnerinitiative Amorbach im Gespräch, erklärte Bernhard Wenzel. Man bewerbe sich gerade um Aufnahme in ein Pilotprojekt für teilstationäre Geschwindigkeitsmessungen, sagte er. „Wir tun etwas“, stellte er fest und verwies unter anderem auf die Gründung einer Motorrad-Kontrollgruppe sowie auf Lärm- und Geschwindigkeitsmessungen. Die Zahl der Radunfälle sei in den letzten Jahren konstant, so Andreas Lux. Bei neun der 97 Unfälle sei ein Pedelec beteiligt gewesen.

Zusammenfassend lasse sich sagen, dass die Polizei daran arbeite, die Hauptursachen von Unfällen zu bekämpfen, bei denen Menschen verletzt oder getötet werden. So blitze man gezielt auf Strecken, an denen erfahrungsgemäß zu schnell gefahren wird. Dazu kommen laut Bernhard Wenzel Zweirad-, Alkohol- und Drogenkontrollen. Man achte dabei auf sicherheitsrelevante Aspekte wie Sicherheitsgurt und Handyverbot am Steuer, sagte er. Die Polizei engagiere sich aber auch durch Aufklärung in Schulen und diverse Vorträge. Herausragendes Instrumentarium sei die Jugendverkehrsschule gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern sowie der Verkehrswacht.

Über eine hohe Aufklärungsquote von 72,8 Prozent bei insgesamt 4419 Straftaten freute sich Richard Salzer. Die Gesamtzahl der Straftaten sei 2017 leicht um 0,5 Prozent gestiegen, wobei die Pro-Kopf-Kriminalitätsbelastung im Landkreis rund 16 Prozent unter der von Unterfranken liege. Von den 731 gemeldeten Rohheitsdelikten seien 96,3 Prozent geklärt worden, von den 735 Betrugsdelikten 87,9 Prozent, von den 418 Betäubungsmittelkriminalitätsdelikten 98,3 Prozent.

Im Zusammenhang mit den 3215 aufgeklärten Straftaten habe die Polizei 2182 Tatverdächtige ermittelt – der größte Teil Männer (78 Prozent). Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger sei von 28 auf 26 Prozent gesunken, so Salzer. Zu bedenken sei jedoch, dass es Straftaten gibt, die nur Nichtdeutsche begehen können – etwa Delikte nach dem Ausländergesetz.

Dass die Aufklärungsquote so hoch sei, führte Salzer unter anderem auf die konsequente Ausschöpfung von Möglichkeiten der erkennungsdienstlichen Behandlungen und Entnahmen von DNA-Proben zurück. Häufig würden Straftaten auch unter Einfluss von Alkohol begangen, zeigte Salzer mit einem Blick auf die Statistik. So habe 2017 etwa jeder siebte Tatverdächtige unter Alkoholeinfluss gestanden, bei den Jugendlichen waren es 85 von 548 Tatverdächtigen (15,5 Prozent).

Nach wie vor bleibt die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche ein wichtiges Thema für die Polizei. 44 solcher Einbrüche wurden 2017 aufgenommen; im Vorjahr waren es 39. Attraktiv für Einbrecher sind nach wie vor Orte entlang der B469 oder im Grenzbereich des Landkreises. Von den gemeldeten Einbrüchen habe man bislang 18 Fälle klären können, so Richard Salzer. Im vergangenen Jahr hätten Asylsuchende und Flüchtlinge 123 Straftaten begangen (160 im Vorjahr). Dabei habe es sich in 23,8 Prozent um einfachen Diebstahl gehandelt, in 25,2 Prozent um einfache Körperverletzung, meist in den Unterkünften aufgrund der dortigen Enge.

Die nachhaltig guten Resultate der Polizei seien auch das Ergebnis intensiver und zielgerichtete Präventionsarbeit, machte Salzer an insgesamt 253 Veranstaltungen deutlich. Darüber hinaus wies er auf eine hohe Belastung durch 11.500 Einsätze der Polizei im vergangenen Jahr hin – 7516 im Bereich Obernburg, 4116 im Bereich Miltenberg. Immer wieder arbeite die Polizei im Vorfeld von Veranstaltungen mit Veranstaltern und Sicherheitsbehörden zusammen mit dem Ziel, polizeiliche Betreuungen der Veranstaltung entbehrlich zu machen. Probleme bereiteten leider einige Faschingsveranstaltungen. Hier sei zu beobachten, dass es vielen Besucherinnen und Besuchern nicht um das Brauchtum gehe, sondern um exzessives Trinken. Viele Jugendliche seien auf Krawall aus, bedauerte Salzer. Mittlerweile brauche die Polizei bei manchen Veranstaltungen Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei.

Die schon jetzt sehr gute Zusammenarbeit der Polizeiinspektionen Miltenberg und Obernburg werde auch 2018 weiterhin optimiert und intensiviert, kündigten die Vertreter der Polizei an. Auch werde man sich auf den sehr guten Ergebnissen nicht ausruhen, sondern alles dafür tun, der Bevölkerung ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten.

Landrat Jens Marco Scherf bedankte sich bei den Verantwortlichen der Polizeiinspektionen und allen Beamtinnen und Beamten für die ausgezeichnete Arbeit. Der Landkreis seinerseits werde alles für eine weiterhin gute Zusammenarbeit tun.
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