09.07.2019

Pressemitteilung Jazzklänge lassen den Kirchplatz swingen

300 Jazzfans auf dem Obernburger Kirchplatz waren am Sonntagabend begeistert: Dreieinhalb Stunden lang boten die Aschaffenburger Jazzbigband und die Darmstädter Bigband Jazz vom Feinsten. Beide Ensembles, die von Peter Linhart geleitet werden, wurden von Stargast Steffen Weber unterstützt.

Kaum ein Stuhl im Schatten der Kirche war unbesetzt, als Obernburgs Bürgermeister die Kooperationsveranstaltung von Stadt Obernburg und Landkreis Miltenberg eröffnete. Die Jazznight sei umso schöner, da Peter Linhart ja ein „Obernburger Eigengewächs“ sei, so Fieger. Eine solch hochkarätige Veranstaltung könne man nur mit Unterstützung zahlreicher Personen und Firmen meistern, las der Bürgermeister eine lange Liste von Sponsoren vor. Mit deren Hilfe und dem starken Publikumszuspruch konnten die Verantwortlichen also guten Mutes die mehrstündige Veranstaltung genießen.

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Kaum ein Stuhl war mehr auf dem Obernburger Kirchplatz frei, als die Akteure der Jazznight auf der Bühne standen 

Dass die beiden Ensembles den Jazz mit großer Leidenschaft spielen, war zu jedem Zeitpunkt spürbar. Bandleader Peter Linhart gab mehreren Musikern immer wieder die Gelegenheit, solistisch zu brillieren. Das wurde mehrfach vom fachkundigen Publikum mit Szenenapplaus gewürdigt. Auch die Akustik war hervorragend: Bis in die letzten Reihen drangen die messerscharfen Bläsersätze und dank der ausgezeichneten Abmischung konnte man die einzelnen Instrumente der jeweils über zehnköpfigen Ensembles genau heraushören – keine Selbstverständlichkeit angesichts des großen instrumentalen Umfangs der Bands.

Da der als Gast angekündigte Saxophonist Peter Weniger aus gesundheitlichen Gründen hatte absagen müssen, ließ Peter Linhart seine Kontakte in die Jazzszene spielen und hatte Erfolg: In Steffen Weber, der einst in der SWR-Bigband spielte und seit einigen Jahren in der hr-Bigband spielt, fand Linhart einen ausgezeichneten Musiker, der kein Ersatz, sondern ein Gewinn für die Jazznight war. Dass Weber sein Handwerk versteht, ist schon aus seiner Vita ersichtlich. Neben umfangreicher Bühnenerfahrung war er an diversen CD-Einspielungen beteiligt und spielte mit Jazzgrößen wie Branford Marsalis, Randy Brecker und vielen anderen. In ganz Europas stand Weber bislang auf der Bühne – etwa in Montreux und dem legendären North-Sea-Festival in Den Haag, wo sich die ganz Großen des Jazz einfinden. Und nun, scherzte Peter Linhart, werde in Webers Vita auch der Spielort Obernburg auftauchen.

Weber, das war schon nach wenigen Takten zu erkennen, war in großer Spiellaune. Dass er die Noten trifft, auch wenn er mit den beiden Ensembles nicht hatte proben können, zeigte seine große Klasse. Großes Staunen im Publikum, als Weber und Linhart sich bei Saxophon-Soli gegenseitig die Noten zuspielten. Auch sonst konnte sich niemand im Publikum über zu geringe Abwechslung beschweren. Jazz ist bekanntlich sehr vielseitig und so entführte Peter Linhart die Zuschauerinnen und Zuschauer musikalisch mit Rhythmen in die ganze Welt, die zu diesem Sommerabend perfekt passten: Samba, Swing und Latin mit der schönen Erkenntnis, dass es nicht nur vielgespielte Klassiker braucht, um Jazz erlebbar zu machen. Auch eher unbekannte Werke von Gordon Goodwin ertönten im historischen Ambiente, ergänzt von bekannteren Kompositionen von Sonny Rollins und des Saxophonisten Bob Mintzer mit seinen Yellowjackets.

Am Ende eines langen Abends war die Freude im Publikum groß, ein solch seltenes Jazzerlebnis mit eigenen Augen und Ohren erlebt zu haben.

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Ein Ohrenschmaus für Jazzfans: Peter Linhart (links) und Steffen Weber spielen sich die Noten zu und lassen ihre Instrumente miteinander verschmelzen

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