19.07.2017

Pressemitteilung Erste Bilanz des neuen Müllabfuhrunternehmens

Seit Anfang Juli betreibt die Firma Seger im Auftrag des Landkreises Miltenberg die Müllabfuhr. Neues Personal, neue Fahrzeuge, neue Technik – da bleibt es nicht aus, dass es zu Anfangsschwierigkeiten kommt. Die sollen aber, wenn es nach Firmenchef Joachim Seger geht, in den nächsten Wochen abgestellt werden.

Mittlerweile ist beinahe ein ganzer Leerungszyklus mit grauer, brauner und blauer Tonne abgeschlossen, so dass Seger eine erste, zufriedenstellende Bilanz ziehen konnte. Er habe allerdings einen höheren Anspruch, sagte er am Montag im Ausschuss für Energie, Natur- und Umweltschutz. Einer der Gründe, warum es noch nicht optimal läuft, sei, dass das neue Personal noch eingearbeitet werden müsse. Man habe von Remondis nur sechs Fahrer übernehmen können, viele Mitarbeiter seien völlig neu. Das größte Problem sei mangelnde Ortskenntnis, hat Seger beobachtet, es dauere eine Weile, bis die Fahrer auch mit den kleinsten Straßen und Siedlungen vertraut sind. „Das wird sich gewiss in den nächsten Wochen verbessern“, zeigte er sich optimistisch. Dann wüssten die Fahrer auch, wo die „versteckten“ Tonnen stehen. Als Problem hätten sich viele „Trinkgeldabsprachen“ erwiesen, ergänzte Wolfgang Röcklein, Leiter Abfallwirtschaft am Landratsamt. Diverse Privatpersonen und Hausmeister hätten mit den Fahrern in den letzten Jahren andere Leerungsstandorte vereinbart. Diese Absprachen seien nicht zulässig und den neuen Fahrern natürlich nicht bekannt. Anfänglich habe man die Fahrzeuge mit drei Leuten besetzt, erklärte Seger, denn man wolle die „Neuen“ bestens unterstützen. Der Übergang von Remondis zu Seger sei „gepflegt“ erfolgt, lobte Seger das Vorgängerunternehmen. Zu Beginn habe es auch Probleme mit der Technik gegeben – etwa beim Lesen der Tonnen. Diese Daten seien aber wichtig, um Doppelleerungen zu vermeiden. Er kündigte an, den Abfuhrplan zum 1. Januar 2018 umzustellen – auch aufgrund der zunehmenden Zahl von Biotonnen.

Laut Wolfgang Röcklein sei man bemüht, alle Anliegen der Bürgerinnen und Bürger aufzunehmen und umzusetzen. Die Regelungen für einen optimalen Ablauf der Mülltonnenleerung werden demnächst allen Gebührenzahler und Gebührenzahlerinnen auch schriftlich bekommen. Das betrifft unter anderem das Abstellen der Gefäße an öffentliche Straßen und die Bereitstellung bis spätestens 6 Uhr morgens. Röcklein bat noch um etwas Geduld, bis die Müllabfuhr reibungslos läuft. Der Abfallservice sei unter der Telefonnummer 08000 412412 oder per E-Mail abfallservice@lra-mil.de zu den üblichen Dienstzeiten der Landkreisverwaltung zu erreichen.

Röcklein informierte zudem über die Entwicklung der Müllgefäßzahlen seit dem Jahr 2009. Demnach hat sich die Zahl der Altpapier– und Restmülltonnen von rund 37.000 auf etwa 39.000 erhöht (4,7 Prozent), die Zahl der Biotonnen habe deutlich zugelegt von etwa 16.000 auf zuletzt etwa 20.000 (22,5 Prozent). Gleichzeitig sei die Zahl der Eigenkompostierer gesunken. Entscheidende Aussagen ermögliche das Volumen der Mülltonnenbehälter. Am deutlichsten sei das bei den Altpapiertonnen: Deren Volumen stieg von 6,24 Millionen Liter (2009) auf 6,9 Millionen Liter um etwa 10,7 Prozent, die Zahl der Gefäße allerdings nur um sechs Prozent. Hier beobachte man einen Rückgang der 120-Liter-Tonne und eine Zunahme der 240-Liter-Tonne. Beim Restmüll bewege man sich seit vielen Jahren zwischen 2,26 und 2,33 Millionen Liter pro Jahr – und das bei Hochkonjunktur. Einig waren sich Landrat Jens Marco Scherf und das Gremium dennoch, dass man nicht nachlassen dürfe bei den Bemühungen, das Müllaufkommen zu senken. So müsse man durch Öffentlichkeitsarbeit klarmachen, was in die Biotonne gehört und was nicht. Bislang weist der Landkreis durch Veranstaltungen in Schulen und Kindergärten auf die Müllvermeidung hin, aber auch durch Plakate an Straßen.

Eine Entlastung des Wertstoffhofs Erlenbach, mehr Service für die Landkreisbürgerinnen und Landkreisbürger im Süden sowie eine höhere Verwertungsquote sollen laut Landrat mit der Eröffnung des Wertstoffhofs in Bürgstadt am 11. September einhergehen. Wolfgang Röcklein blickte auf die bisherigen Arbeiten zurück, die mit dem ersten Spatenstich am 2. November 2016 begonnen hatten. Nach Verzögerungen durch den strengen Winter im Januar 2017 sowie durch die Herstellung des geeigneten Betons für die Flächen im Wertstoffhof im Frühsommer werde man im September 2017 den Hof eröffnen können, kündigte Röcklein an. Zu den Kosten merkte er an, dass man auf einer Seite viel Geld habe sparen können – etwa bei der Beschaffung der Container –, zum anderen habe die langwierige Auswahl des richtigen Betons zu Nachträgen geführt. Er hoffe dennoch darauf, im Kostenrahmen zu bleiben. Im Hinblick auf die Öffnungszeiten (eine Woche von Montag bis Mittwoch jeweils von 8 bis 16 Uhr, in der nächsten Woche von Donnerstag bis Samstag von 8 bis 16 Uhr) sprach sich Landrat Jens Marco Scherf dafür aus, die Entwicklung zu beobachten und zu reagieren, sollte sich ein anderer Bedarf ergeben.

Einstimmig sagte der Ausschuss Ja zur Planung für die Erweiterung der Kreismülldeponie Guggenberg in den Bauabschnitten IVa und Va. Christoph Faulhaber (Büro IBU) zeigte die in Frage kommende Fläche von 1.400 Quadratmetern, erklärte die Bodenabdichtung sowie die geplante Verfüllung. 140.000 Kubikmeter Volumen sollen in den beiden Bauabschnitten bereitgestellt werden, nach Ausbau der Abschnitte 3b, IVb und Vb stünden später einmal 300.000 Kubikmeter zur Verfügung. Für die Abschnitte IVa und Va müsse man 45.000 Kubikmeter Boden abtragen, sagte Faulhaber, davon benötige man 10.000 Kubikmeter für Ausgleichsmaßnahmen. Der Rest – 35.000 Kubikmeter – müsse abgefahren werden, entsprechend 2900 Lastwagenladungen. Gleichzeitig müsse viel Material für die Bodenabdichtung angefahren werden. Damit Lastwagen mit Materialanlieferungen nicht leer zurückfahren, sollen die Unternehmen in der Ausschreibung darauf hingewiesen werden, dass auch Aushubmaterial abtransportiert werden kann. Um einen eventuellen zeitlichen Verzug zwischen Aushub und Einbau des Materials auszugleichen, soll die Verwaltung nach Anregung aus dem Gremium zudem prüfen, ob es nicht möglich ist, den Aushub auf einer Fläche außerhalb der Deponie zwischenzulagern. Sollte man An- und Abtransport koordinieren können, würden den Eichenbühlerinnen und Eichenbühlern zahlreiche Lastwagenfahrten in der Ortsdurchfahrt erspart.

Einstimmig erkannte der Ausschuss den steuerlichen Jahresabschluss 2016 für den kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieb, Teilbereich gewerblicher Art, an. Tanja Goldschmitt bezifferte die Bilanz in Aktiva und Passiva auf 288.324 Euro. Dabei war ein Jahresverlust von 11.959 Euro angefallen, der auf die neue Rechnung vorgetragen wird.
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