20.01.2020

Pressemitteilung Ausstellung „Europa, der Krieg und ich“ im Landratsamt

100 Jahre alt ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im vergangenen Jahr geworden. Auch heute noch nimmt er wichtige Aufgaben wahr – die Pflege der Gräber gefallener deutscher Soldaten, das Wachhalten der Erinnerung, das Mahnen für den Frieden sowie die Bildungsarbeit. Wie der Volksbund entstanden ist, welche Geschichte er durchlebt hat und wie sich seine Aufgaben gewandelt haben, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Europa, der Krieg und ich“ im Foyer des Landratsamts Miltenberg.

Gegründet im Dezember 1919 als privater Verein zur Pflege der Soldatengräber des Ersten Weltkrieges, übernahm der Volksbund im Laufe des 20. Jahrhunderts zunächst die Aufgabe, sich um die Gräber der gefallenen deutschen Soldaten und um die Betreuung der Angehörigen zu kümmern. Er hat das Gedenken an die Gefallenen nach den Weltkriegen maßgeblich geprägt und den Wandel der deutschen Erinnerungskultur mitgestaltet. Heute umfasst die Kriegsgräberfürsorge die Sorge um die Gräber aller Toten von Krieg und Gewaltherrschaft, das öffentliche Gedenken und Mahnen für den Frieden sowie eine auf Friedensfähigkeit und Verständigungsbereitschaft zielende Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit.

Die Ausstellung im Landratsamt spannt den Bogen vom Beginn der Kriegsgräberfürsorge über die konkreten Aufgaben, die aus dem massenhaften Sterben in den Weltkriegen erwuchsen, bis hin zur „Versöhnung über den Gräbern“ und den ersten Ansätzen gemeinsamen europäischen Gedenkens. Sie setzt 21 inhaltliche Schwerpunkte wie etwa die Kernarbeitsbereiche und wichtige Etappen der Verbandsgeschichte.

Dargestellt werden weiter die Toten-Umbettung und Identifizierung, die Gestaltung von Kriegsgräberstätten, nationale und internationale Workcamps, Spendenaktionen, Initiativen für Friedensarbeit und Fragen der Erinnerungs- und Gedenkkultur. Beim Betrachten der Stellwände wird deutlich, dass Krieg schnell zur Realität werden kann. Die Ausstellung regt zum Nachdenken an, was jeder Mensch für ein friedliches Zusammenleben beitragen kann.

Zu sehen ist sie noch bis Mittwoch, 29. Januar, zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes: Montag und Dienstag von 8 bis 16 Uhr, Mittwoch von 8 bis 12 Uhr, Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr. 

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Landkreis-Kulturreferentin Juliana Fleischmann und Oliver Bauer (Volksbund) gehörten zu den ersten Besuchern, die sich die Ausstellung „Europa, der Krieg und ich“ anschauten.

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