28.08.2015

Pressemitteilung AWO und Jugendamt schaffen neues Zuhause für junge Flüchtlinge

Der AWO Bezirksverband Unterfranken e.V. bietet unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen, sogenannten umF, die über See- und Landwege nach Deutschland kommen und um Asyl bitten, ab September 2015 ein neues Zuhause in Miltenberg. Aufgrund von Kriegen und Gräueltaten in ihren Heimatländern machen sich diese Jugendlichen auf den Weg in eine bessere Zukunft.

Viele der Ankömmlinge leiden bereits von Anfang an, auf Grund ihrer ganz individuellen Erlebnisse, unter Traumatisierung. Der Landkreis Miltenberg konnte für zwei Jahre das ehemalige Schullandheim im Burgweg anmieten. Die AWO hat sich bereit erklärt, die Versorgung und die pädagogische Betreuung zu übernehmen. Die Ankunft der ersten 15 minderjährigen Flüchtlinge ist für den 11. September 2015 vorgesehen. Weitere 15 werden zeitnah folgen. Es handelt sich um Jugendliche aus Pakistan, Afghanistan, Indien, Togo, Ghana und Syrien. „Wir haben ausreichend qualifiziertes Personal für die Startphase gewinnen können“, teilte Anna Rüthlein, die zuständige Referentin der AWO, erleichtert mit. Das übergeordnete Ziel ist die gesellschaftliche Integration und kulturelle Einbindung der Jugendlichen.

Da die Verständigung Grundlage für jede Integration ist, sollen die umF (unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge) im ersten halben Jahr in der Einrichtung erst einmal die deutsche Sprache lernen. Danach besuchen sie andere öffentliche Bildungseinrichtungen (z.B. Schule, Berufsschule). Weitere angestrebte Ziele sind das Erlangen eines Schulabschlusses um dadurch die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Darüber hinaus ist es aber auch wichtig, den Heranwachsenden eine geordnete Tagesstruktur zu vermitteln. Neben Sprachunterricht, Schule und Ausbildung machen sie nachmittags Hausaufgaben und nehmen persönliche Termine, z.B. bei Behörden und Ärzten wahr. Aber auch Freizeitaktivitäten sollen dabei nicht zu kurz kommen, nach Möglichkeit auch die Aufnahme in Vereine. Geplant ist, dass die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ca. 1,5 bis 2 Jahre in der Einrichtung bleiben und danach, je nach Aufenthaltsstatus, in einer offenen Wohnform, z.B. Betreutes Wohnen, untergebracht werden.

Aktuell trägt der Landkreis die Verantwortung für 49 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Bis Jahresende ist das Jugendamt verpflichtet, weitere 80 umF aufzunehmen, zu versorgen, betreuen und zu erziehen. Für das Angebot von geeigneten Räumlichkeiten ist der Landkreis sehr dankbar.

Kontakt: Herr Peter Winkler, Tel.: 09371 501-204, E-Mail: peter.winkler@lra-mil.de  
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